Nur wer fit ist, kann gegen die Strömung schwimmen. Entgegen der allgemein rückläufigen Entwicklung auf den Weltmärkten ist Audi 2009 mit einem blauen Auge davon gekommen. Das Absatzziel von 925.000 Einheiten hat der Autobauer deutlich übertroffen. Der Absatz beläuft sich nach vorläufigen Angaben auf 949.700 Fahrzeuge, das ist ein Minus von 5,4 Prozent im Vergleich zu 2008.
"Wir konnten uns gut behaupten und in vielen Märkten unsere direkten Wettbewerber hinter uns lassen", sagte Audi-Chef Rupert Stadler im Gespräch mit unserer Zeitung. Vor allem der neue Q5 lief mit fast 100.000 verkauften Fahrzeugen sehr gut. Zu den Wettbewerbern hat Audi den Abstand im vergangenen Jahr weiter verringert. BMW (1,07 Millionen) und Mercedes (1,01 Millionen) liegen nur noch knapp vor Audi.
China boomt
Besonders viel Freude hat der Marke mit den vier Ringen im vergangenen Jahr China gemacht. Im Reich der Mitte kletterte der Absatz um fast 33 Prozent auf 158.941 Fahrzeuge. "China ist und bleibt unser zweiter Heimmarkt", so Stadler, der für Fernost in den kommenden Jahren weiteres Wachstum erwartet.
Seit Oktober 2009 fertigt Audi vor Ort neben A4 und A6 auch den Q5, der in China von den Kunden gut angenommen wird. Weniger gut lief es in den USA, wo der Absatz um 5,7 Prozent auf 82.716 Einheiten zurückging. "Wir erwarten für 2010 einen wachsenden Gesamtmarkt, davon sollten auch wir profitieren", sagte Audis Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer. "Wir planen mindestens 90.000 Fahrzeuge fürs laufende Jahr und hoffen, dass es deutlich mehr werden."
In Deutschland konnte Audi kaum von der Abwrackprämie profitieren, der Absatz ging um 11,3 Prozent auf 228.844 Einheiten zurück. Hinter Deutschland blieb Großbritannien der zweitgrößte Markt in Europa (90.500 Fahrzeuge, minus elf Prozent). "Wir haben in einigen europäischen Märkten unsere Wettbewerber überholt", so Schwarzenbauer. "In Frankreich wollen wir 2010 Mercedes als Nummer eins der Premiumhersteller ablösen." Nicht überall sank der Absatz, in 38 Märkten hat Audi zugelegt.
Neckarsulm schwächer
Aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise hat Audi vor allem im Segment der Oberklasse-Limousinen Federn gelassen. Die Nachfrage nach den Modellen A6 und A8 aus Neckarsulm ging um zwölf beziehungsweise 42 Prozent zurück. Optimistischer ist Vertriebsvorstand Schwarzenbauer für die gerade erst vorgestellte neue Generation des Flaggschiffs A8: "Über die Laufzeit wollen wir den Absatz um 20 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell steigern."
Das abgelaufene Jahr wird Audi trotz der Absatzdelle erneut mit einem stattlichen Gewinn abschließen. Der Überschuss in den ersten drei Quartalen 2009 lag bei 1,2 Milliarden Euro. Seine endgültigen Finanzzahlen gibt Audi erst am 9. März bekannt. Nach Informationen der Heilbronner Stimme beträgt der Gewinn für 2009 rund 1,55 Milliarden Euro nach 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2008. In den kommenden zwölf Monaten will Audi in allen Bereichen deutlich wachsen. "2010 planen wir wieder mit mehr als einer Million Fahrzeugen", erklärte Rupert Stadler. Vor allem der A1 solle für einen Wachstumsschub sorgen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 12. Januar 2010 von Alexander Schell, Foto Audi
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