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ebm-papst wieder auf Wachstumskurs
     
 
 

12.1.10

 

Die Ausrichtung des Mulfinger Motoren- und Ventilatorenbauers auf Energiespartechnik ist ein Volltreffer.

Vor einem Jahr herrschte beim ebm-papst-Hallenmasters noch der große Optimismus: Der Herbst 2008 hatte den Mulfingern nochmals ordentliche Auftragseingänge beschert. Wenig später erreichte der wirtschaftliche Einbruch auch den Motoren- und Ventilatorenhersteller. Zwischen April und September gab es Kurzarbeit. Bis zu 800 Mitarbeiter waren am Standort Mulfingen betroffen, insgesamt sind gut 12 000 Arbeitstage ausgefallen. Parallel wurden Zeitkonten heruntergefahren - außerdem sind die Arbeitsverträge von einigen Beschäftigten mit befristeten Arbeitsverträgen ausgelaufen.

Jetzt ist die Stimmung wieder positiv - obwohl sich die Kunden aus dem Maschinenbau nach wie vor zurückhalten. Seit November wird in den Hohenloher Stammwerken in Mulfingen, Hollenbach und Niederstetten wieder voll gearbeitet. Um die Nachfrage bewältigen zu können, gibt es in einigen Produktgruppen sogar Samstagsarbeit, die ersten Leiharbeiter hat ebm-papst ebenfalls wieder an Bord gekommen. Besonders gut läuft es im neuen Werk Hollenbach.

Optimismus

Konzernchef Hans-Jochen Beilke ist vorsichtig mit seinem Optimismus. Und doch sagt er: "Wenn es so weitergeht, dann können wir in der Gruppe im nächsten Geschäftsjahr wieder in die Nähe des Umsatzes von 2008/09 kommen." Knapp 1,06 Milliarden Euro Umsatz hat das Unternehmen da erwirtschaftet, fürs laufende Jahr rechnet Beilke mit einem Wert von etwa 950 Millionen Euro - die Milliarde, von der zur Mitte des vergangenen Jahres noch die Rede gewesen war, ist längst außer Reichweite. Diese Lehre ziehen die Hohenloher aus der Krise: "Wir müssen unseren eigenen Markt machen und neue Produkte entwickeln."

Nur in einem der Produktionsbereiche ist die Auslastung im Stammhaus noch schlecht. In Landshut, wo ebm-papst-Gebläse für Haustechnik-Anwendungen wie Gasbrennwert- und Pelletskessel gebaut werden, läuft das Geschäft stabil. Sorgenkind des Jahres war der Standort St. Georgen, wo Kunden aus der IT und der Automobilindustrie beliefert werden. "Dort mussten wir einiges ändern", sagt Beilke. Auch dort läuft es wieder besser, und einige der rund 100 Mitarbeiter, die wie berichtet zwar nicht entlassen, aber über Kurzarbeit null nach Hause geschickt wurden, kommen wahrscheinlich wieder an Bord.

Klimadiskussion

Hier wie da zahlt sich, so Beilke, die Ausrichtung auf die EC-Technologie aus, mit der Ventilatoren unter bestimmten Umständen weniger Energie verbrauchen als solche, die mit klassischen Wechselstrommotoren ausgestattet sind. Einen grünen Punkt mit dem Schriftzug "Green Tech" haben sich die Mulfinger als Marke eintragen lassen. Mit der Klimadiskussion sei die Nachfrage nach diesen Modellen gestiegen - obwohl sie im Anschaffungspreis teurer sind.
Auf grüne Technologien setzt ebm-papst auch bei der Produktion - etwa im umweltpreisgekrönten Werk Hollenbach - und in der Dienstwagenregelung: "Wer weniger CO2 ausstößt, darf sich eine höherwertige Ausstattung aussuchen", erklärt Beilke. Er tauscht seine S- gegen eine E-Klasse ein.

Weltweit aufgestellt

Mit 2560 Mitarbeitern im Stammwerk Mulfingen (einschließlich der Zweigwerke in Hollenbach und Niederstetten) ist ebm-papst der größte Industrie-Arbeitgeber in Hohenlohe und einer der größten in der gesamten Region. In Deutschland gibt es außer in Hohenlohe weitere Standorte in St. Georgen (ehemals Papst) und in Landshut (ehemals Alcatel). Der global aufgestellte Motoren- und Ventilatoren-Hersteller beschäftigt weltweit an 17 Produktions- und 57 Vertriebsstandorten rund 9500 Mitarbeiter – das sind 500 weniger als zu Beginn der Krise.

Quelle Heilbronner Stimme vom 12. Januar 2010 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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