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Versorgungsqualität weiter verbessert
     
 
 

13.1.10

 

Im Krankenhaus Wertheim gibt es ein neues Instrumentarium für das Einsetzen von Schultergelenkprothesen.

Der Alukasten wirkt unscheinbar. Rund 14 Zentimeter hoch, 80 Zentimeter lang und 40 Zentimeter breit ist er und erinnert mit seinen Schnappverschlüssen an einen Werkzeugkoffer. Für Dr. Matthias Bender ist er das auch. Mit dieser Tornier-Prothese nämlich kann der Leiter der Unfallchirurgie am Wertheimer Krankenhaus einen Kunstkopf für das Schultergelenk einsetzen und so Patienten helfen, die aufgrund komplizierter Brüche des Schultergelenkkopfes eine Prothese benötigen.

Am Montag überreichte Werner Thomann, Vorsitzender der Gesellschaft der Förderer und Freunde des Krankenhauses Wertheim, das Instrumentarium an das Krankenhaus. "Durch die Weiterentwicklung medizinischer Geräte, die außerhalb des unabdingbar Notwendigen liegen und auch das Budget der Schwesternschaft überfordern, können und wollen wir mit der Bereitstellung von finanziellen Mitteln erneut einen Beitrag für den guten Ruf des Wertheimer Krankenhauses leisten", so Thomann. Er unterstrich, dass die Fördergesellschaft in den vergangenen Jahren bereits über 100 000 Euro zur Verfügung gestellt habe und sich auch unter neuer Trägerschaft weiter engagieren wolle, wie im vergangenen Oktober beschlossen wurde.

Edith Dürr, Oberin der Schwesternschaft des Bayerischen Roten Kreuzes, unterstrich: "Es ist eine tolle Sache, dass wir außerhalb des Budgets Dinge bekommen, die einen nachhaltigen Nutzen für das Haus haben." Damit werde die Versorgungsqualität bei gleichzeitiger Einsparung durch das nicht mehr notwendige Entleihen des Instrumentariums verbessert. Mit Blick auf die Fördergesellschaft meinte Dürr: "Unser gemeinsames Ziel ist es, Positives zu bewirken."

Dr. Matthias Bender informierte, dass 2008 in 15 Fällen eine Schultergelenkkopfprothese eingesetzt worden sei, im vergangenen Jahr sei die Maßnahme bei zehn Patienten notwendig gewesen. "Gefühlt steigt die Zahl der Patienten", so Bender, auch wenn die Vergleichszahlen der beiden letzten Jahre das nicht zu belegen scheinen. Die Zahl der Patienten im Seniorenalter mit einer altersbedingt schlechteren Knochenstruktur nehme zu, so der Unfallchirurg. Mit einer Prothese des Schultergelenkkopfes solle die Beweglichkeit so weit wie möglich wieder gewährleistet werden.

Das neue Instrumentarium vor Ort zu haben und nicht mehr auf das Entleihen angewiesen zu sein, berge mehrere Vorteile. Zum einen spare es die Entleihgebühr, zum anderen sei es oft notwendig, Optionen zu haben, da die bildgebenden Diagnoseverfahren zwar wichtig und richtungsweisend seien, sich bei der Operation selbst aber dennoch ein anderes Bild ergeben könne. Schnelles Handeln sei durch die Tornier-Prothese nun möglich und erspare dem Patienten Wartezeiten.
Zudem sei das Instrumentarium per Zusatzmodul aufrüstbar, um auch bei Arthrose eingesetzt zu werden, so der Mediziner. hvb

Quelle Fränkische Nachrichten vom 13. Januar 2010/hvb

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