Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat ihre Spitzenposition im deutschen Bausparmarkt auch 2009 klar behauptet. Zwar blieb das Bausparneugeschäft – wie in der Branche insgesamt – erwartungsgemäß hinter dem des Rekordjahres 2008 zurück, aber die neue Eigenheimrente und das Geschäft mit Baufinanzierungen brachten zusätzliche Impulse. „Der solide Ruf des Bausparens ist weiter gestärkt worden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Matthias Metz heute auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in Stuttgart.
Bei Schwäbisch Hall wurden 2009 insgesamt 801.000 Bausparverträge mit einem Volumen von 25,2 Mrd. EUR abgeschlossen (-21,2 Prozent). Der Rückgang ist vor dem Hintergrund des Rekordneugeschäfts im Vorjahr zu sehen: 2008 waren beim Marktführer Bausparverträge im Volumen von 32 Mrd. EUR abgeschlossen worden, das bisher höchste Neugeschäft in der Unternehmensgeschichte. „Getrieben war der starke Zuwachs seinerzeit vor allem durch Vorzieheffekte, die durch eine strengere Zweckbindung der Wohnungsbauprämie ausgelöst wurden“, erläuterte Metz. Zahlreiche Kunden hätten daher ihren Vertragsabschluss vorgezogen. Außerdem seien wegen der Finanzkrise Geldanlagen umgeschichtet worden. Der Schwäbisch Hall Chef taxierte das vorgezogene Neugeschäft auf gut 3 Mrd. EUR, das im vergangenen Jahr gefehlt habe. Ein „kleiner Durchhänger“ sei nach einem Rekordjahr nicht ungewöhnlich, sagte Metz und verwies auf ähnliche Entwicklungen in der Vergangenheit.
Nach einem kräftigen Aufwärtstrend zum Jahresende 2009 zeigte sich Metz zuversichtlich für das gerade erst begonnene Geschäftsjahr. Zum 31. Dezember 2009 betreute Schwäbisch Hall 6,7 Mio. Kunden, die 7,1 Mio. Verträge über ein Bausparvolumen von 215 Mrd. EUR unterhielten. „Wir haben damit unseren deutlichen Vorsprung in einem intensiven Wettbewerb behauptet“, sagte Metz.
Bauspareinlagen auf Rekordniveau
Die Qualität des Bausparneugeschäfts hat sich 2009 weiter verbessert. Die Spargeldeinzahlungen der Kunden stiegen um 10 Prozent auf einen neuen Rekordwert von gut 7 Mrd. EUR. Der Bestand an Bauspareinlagen erreichte damit ebenfalls einen neuen Höchstwert von 32,2 Mrd. EUR. „Daran können wir erkennen, dass unser Außendienst und die mit uns kooperierenden Genossenschaftsbanken Verträge in Größenordnungen abschließen, die für unsere Kunden realisierbar sind“, erklärte der Schwäbisch Hall Chef. Diesen Pfad der Qualitätsorientierung wolle man in den kommenden Jahren weiter konsequent beschreiten.
Bei Wohnriester auf Anhieb Marktführer
Besonders erfolgreich entwickelte sich 2009 die Nachfrage nach der neuen Eigenheim Rente. Mit rund 100.000 FuchsWohnRente-Bausparverträgen hat Schwäbisch Hall doppelt so viele Verträge abgeschlossen wie ursprünglich erwartet. Damit ist die Bausparkasse der Genossenschaftsbanken auf Anhieb Marktführer in diesem neuen Produktsegment geworden.
Baufinanzierung wächst zweistellig auf neuen Höchststand
Im Geschäftsfeld Baufinanzierung gab es 2009 zweistellige Zuwachsraten. Die Vermittlung von Sofortfinanzierungen, Bauspardarlehen und Zwischenkrediten sowie von Baudarlehen der genossenschaftlichen Partnerbanken durch den Schwäbisch Haller Außendienst stieg um 18,3 Prozent auf 9,9 Mrd. EUR. Nach dem schon hohen Vorjahresgeschäft ist die Bausparkasse in diesem Segment erneut stärker gewachsen als der Gesamtmarkt. Besonders erfreulich war die Entwicklung beim Schwäbisch Hall-SofortBauGeld, das um fast ein Drittel höher lag als im Vorjahr. „Diese Zahlen belegen, dass Schwäbisch Hall als der Partner der Genossenschaftsbanken für die private Baufinanzierung etabliert ist“, betonte Metz.
Verbraucher zurückhaltend bei Fonds
Im Geschäftsfeld „Weitere Vorsorge“ zeigte sich erneut die Zurückhaltung der Verbraucher bei langfristigen Finanzanlagen insbesondere bei Investmentfonds. Das Vermittlungsvolumen von Versicherungen, Fonds und anderen Vorsorgeprodukten an die Verbundpartner R+V Versicherung, Union Investment und Genossenschaftsbanken durch den Haller Außendienst lag mit 5,2 Mrd. EUR 13,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das stärkere Versicherungsgeschäft konnte dies nicht kompensieren.
Operatives Ergebnis weiterhin auf hohem Niveau
Trotz Finanzkrise lag das operative Ergebnis über den eigenen Planungen. Der Zinsüberschuss als wichtigste Ergebniskomponente verminderte sich um 77 Mio. auf 885 Mio. EUR. Maßgeblich hierfür war der Rückgang des Zinsniveaus. Dahinter verberge sich aber auch die wertkonservative Liquiditäts- und Anlagepolitik des Unternehmens. „Sicherheit steht vor allem anderen“, so Metz. Das geringere Bausparneugeschäft reduzierte das traditionell negative Provisionsergebnis um rund 20 Mio. auf 200 Mio. EUR. Eine weitere Entlastung gab es beim Verwaltungsaufwand, der sich gegenüber 2008 um 11 Mio. auf 352 Mio. EUR verringerte. Hauptursache war hier der Rückgang beim Personalaufwand, der im Vorjahr mit einem Einmalaufwand bei den Pensionsrückstellungen belastet war.
Das Teilbetriebsergebnis lag per Saldo bei 333 Mio. EUR gegenüber 379 Mio. EUR im Vorjahr. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft und das Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft haben sich trotz Finanzkrise um 34 Mio. auf 13 Mio. EUR verbessert. „Auch hier zeigen sich die Vorteile unseres auf Stabilität und Nachhaltigkeit ausgerichteten Geschäftsmodells“, sagte Metz. Die Reserven wurden weiter kräftig aufgestockt. So wurde der Fonds zur bauspartechnischen Absicherung um 90 Mio. auf 965 Mio. EUR erhöht und damit die vorgegebene Zielgröße von 3 Prozent der Bauspareinlagen erreicht – ein Topwert der Branche. Der Fonds dient als Schwankungsreserve, um die jederzeitige Erfüllbarkeit der Zahlungsverpflichtungen einer Bausparkasse zu gewährleisten. Die Aufwandsertragsrelation veränderte sich von 48,9 auf immer noch gute 53,2 Prozent. Die Eigenkapitalrendite lag bei 13,6 Prozent und damit annähernd auf Vorjahresniveau.
Zahl der Neuabschlüsse im Ausland gestiegen
Die fünf Beteiligungsgesellschaften in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und China haben 2009 insgesamt 696.000 Bausparverträge (+0,9 Prozent) über ein Volumen von 8,3 Mrd. EUR (-4,4 Prozent) abgeschlossen. Das ist Angesichts der Finanzkrise, die Osteuropa besonders trifft, ein beachtlicher Erfolg und unterstreicht die Akzeptanz des Bausparens in diesen Ländern. Die Auslandsbeteiligungen betreuen insgesamt 3,4 Mio. Kunden und beschäftigen fast 7.300 Mitarbeiter. Das kumulierte Ergebnis vor Steuern stieg um 22 auf 120 Mio. EUR. Die Dividendenzahlungen erhöhten sich von 17 auf gut 20 Mio. EUR.
Ausblick
Für die Zukunft sieht Metz große Chancen für das Geschäftsmodell der Bausparkasse. Der solide Ruf des Bausparens sei in der Finanzkrise weiter gestärkt worden. „Wir sind ein sicherer Hafen für das Geld der Sparer und ein solider Partner für jetzige und künftige Wohneigentümer“, erklärte Metz. Ein Bausparvertrag sei aber nicht nur ein Schutz gegen steigende Zinsen, sondern er sei durch die Eigenheimrente zu einem wesentlichen Baustein der Altersvorsorge geworden. Die Entwicklung der Immobilienmärkte ist von einem fundamentalen Wandel gekennzeichnet: In den nächsten Jahren gibt es zusätzlichen Bedarf an Wohnraum, als Ersatz für nicht mehr den heutigen Wünschen oder energetischen Vorgaben entsprechende Wohnungen, wegen steigender Haushaltszahlen und dem ungebrochenen Wunsch der Deutschen nach Wohneigentum. Davon sowie vom Trend zu gebrauchten Immobilien und dem damit verbundenen Modernisierungsbedarf könne das Bausparen maßgeblich profitieren, erläuterte Metz.
Steigende Mitarbeiterzahlen
Um für die künftigen Herausforderungen gerüstet zu sein, will Schwäbisch Hall in diesem und in den kommenden Jahren kräftig investieren: „Allein 2010 nehmen wir rund 50 Mio. EUR zum Ausbau unserer IT-Infrastruktur in die Hand. Weitere 15 Mio. EUR wenden wir für die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter auf“, kündigte Metz an. Außerdem soll die Zahl der Mitarbeiter um 200 ausgebaut werden. Derzeit beschäftigt die Unternehmensgruppe am Standort Schwäbisch Hall 3.000 Mitarbeiter sowie 3.760 Berater im Außendienst. Einschließlich der ausländischen Beteiligungsunternehmen sind mehr als 14.000 Menschen für Schwäbisch Hall tätig.
Die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG ist mit 6,7 Mio. Kunden die größte Bausparkasse in Deutschland. Die rund 7.000 Mitarbeiter des Unternehmens arbeiten eng mit den Genossenschaftsbanken zusammen. Im Ausland ist Schwäbisch Hall mit Beteiligungsgesellschaften in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und China aktiv und zählt dort 3,4 Mio. Kunden.
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