Die Talsohle scheint nicht nur erreicht, sondern bereits durchschritten: Das private Geldinstitut aus Heilbronn glänzt mit guten Zahlen.
Für die Hoerner Bank ist die Krise vorbei. Die Talsohle scheint nicht nur erreicht, sondern bereits durchschritten: Das private Geldinstitut aus Heilbronn glänzt mit guten Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 hat das Haus so deutlich zugelegt, dass die Rückgänge aus 2008 inzwischen mehr als ausgeglichen sind. "Wir haben eine gute Entwicklung hinter uns", sagt der Vorstandsvorsitzende der Hoerner Bank, Ralf Hirschfeld. Die Bilanzsumme ist im im Vergleich zu 2008 um 19 Millionen auf 107 Millionen Euro gestiegen, die Einlagen kletterten um neun Millionen auf 78 Millionen Euro. Das verwaltete Wertpapiervolumen lag zum Stichtag bei 99 Millionen Euro - ein Plus von 47 Prozent. Alle Kennzahlen liegen damit sogar über denen des Vorkrisenjahres 2007.
Weniger Kredite
Lediglich beim Kreditvolumen hat die Hoerner Bank ein Minus zu verzeichnen. Allerdings hatte Hoerner bereits vor Jahren angekündigt, sich von diesem Markt zurückziehen zu wollen. "Wir können uns als kleine Bank nicht in allen Geschäftsfeldern erfolgreich bewegen, sondern müssen uns auf bestimmte Bereiche konzentrieren", begründet Hirschfeld den Schritt. Der Vorstandschef sieht die Bank insgesamt auf einem guten Weg.
Konservative Strategie
Dass das Haus die Finanzkrise innerhalb weniger Monate überstanden hat, führt das Management auf die Unternehmenspolitik zurück. Im Wertpapier-Portfolio waren nach eigenen Angaben keine toxischen Papiere zu finden, sondern vor allem Unternehmensanleihen von größeren Firmen aus dem Südwesten. Zwar gab es auch hier in jüngster Vergangenheit einige Wertberichtigungen, aber in deutlichen geringerem Ausmaß als bei den sogenannten strukturierten Papieren. "Wir sind eben etwas konservativer als einige Großbanken", so Hirschfeld. "Es ist gar nicht solange her, da wurden wir für diese Strategie belächelt."
Geringere Honorare
Auf einem anderen Feld hat die Hoerner Bank die Krise deutlicher zu spüren bekommen. Bei der Ermittlung von Erben sind die Auftragseingänge im Inland zwar um zehn Prozent gestiegen und auch im Ausland sind die Zahlen zumindest konstant geblieben, doch die Honorare gingen zum Teil stark zurück. Der Grund: Wenn sie einen Erben gefunden haben, kassieren die Heilbronner einen bestimmten Teil des Nachlasswertes. Im US-Markt, in dem die Hoerner Bank bei der Erbenermittlung besonders aktiv ist, sind die Werte der Nachlässe in einigen Fällen regelrecht eingebrochen. Das Platzen der Immobilienblase hat dafür gesorgt, das vererbte Häuser rapide an Wert verloren haben. Das gleiche Problem existiert bei Nachlässen, die aus Aktienvermögen bestehen.
An der positiven Gesamtprognose kann das jedoch nichts ändern: Sowohl für das Bankgeschäft als auch für den Bereich Erbenermittlung sieht Vorstandschef Ralf Hirschfeld für 2010 eine "positive Tendenz".
Quelle: Heilbronner Stimme vom 2. Februar 2010 von Werner Tewes
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