Die Ausstellung "David Hockney. Nur Natur" mit großformatigen Landschaftsbildern des Künstlers hat der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall einen Besucher-Boom in Rekordhöhe beschert: 94000 Kunstinteressierte schauten sich die Auseinandersetzung des berühmten, in Kalifornien lebenden Malers mit der Landschaft seiner Heimat im englischen Yorkshire an.
Das ganze Jahr über suchten sich 137 000 Besucher die Kunsthalle Würth als Ziel, wie die Leiterin der Würth-Museen, Sylvia Weeber bei einer Pressekonferenz am Mittwoch feststellte. Zur Zeit ist dort noch die Schau "Albtraum und Befreiung. Max Ernst in der Sammlung Würth" zu sehen.
12 500 Exponate in der Sammlung
Die Johanniterhalle in Schwäbisch Hall, die die "Alten Meister" der Sammlung Würth beherbergt, wurde von rund 60 000 Besuchern aufgesucht, in das Museum Würth am Stammsitz des Konzerns im Künzelsauer Ortsteil Gaisbach kamen 65 000 Interessierte an den Neuerwerbungen der mittlerweile 12 500 Exponate umfassenden Sammlungen.
Vier Monate lang wird im Sommer (13. Mai bis 19. September) der Zeichner, Maler, Kinderbuchillustrator, Provokateur und Moralist Tomi Ungerer zu Gast in der Kunsthalle Würth sein. Schon jetzt ordnet der bekennende Elsässer mit Wohnsitz in Irland in Schwäbisch Hall seine Exponate. In der "Eklips" betitelten Ausstellung werden sämtlich Facetten des umfangreichen und vielschichtigen ?uvres berücksichtigt - Zeichnungen und Illustrationen in erster Linie.
Ernsthaft, aber nicht ernst Tomi
Ungerer ließ sich von der geplanten Ausstellung aber auch zu einer Reihe von neuen Kunstwerken, meist Assemblagen und Collagen anregen, für die er gebrauchte und gefundene Gegenstände aus seinem irischen Bauernhof verarbeitete. Mit viel Freude offensichtlich: "Ich bin kein ernster Künstler", gestand er den Journalisten am Mittwoch, Kunst müsse vor allem auch Spaß machen. Der kleine Einblick in seine Werkstatt lässt den Schluss zu, dass Ungerers Kunst auch den Besuchern Spaß bereiten wird.
Parallel zur großen Ungerer-Ausstellung wird es eine Geburtstagsausstellung für Christo, eine kleine Werkschau zum 75. Geburtstag des "Verpackungskünstlers", geben, die gleichzeitig eine Gedächtnisausstellung an Christos kürzlich gestorbene Frau Jeanne-Claude ist.
Pionier der Pop-Art
Am 1. Oktober wird die Kunsthalle dann einen weiteres "Schwergewicht" der internationalen Kunstszene vorstellen, den Amerikaner Alex Katz. Katz gehörte wie Roy Lichtenstein und Andy Warhol zu den Pionieren der Pop-Art.
Die in Kooperation mit der Wiener Albertina konzipierte Ausstellung wird vor allem 150 großformatige Druckgrafik des Hauptexponenten des "Cool Painting" zeigen. Dazu kommen noch Gemälde und "Cut outs", Bilder, die auf beiden Seiten eines Trägers aufgebracht werden und wie Skulpturen aufgestellt werden können.
"Wir werden in dieser Ausstellung Sensationelles zu sehen bekommen", ist sich die stellvertretende Leiterin der Würth-Museen, Beate Elsen-Schwedler, sicher.
Im Museum Würth in Gaisbach läuft derzeit die Ausstellung "Jutta Bosch - Mon C?ur", ein Gemäldezyklus zu Arien von Maria Callas.
Sammler und Kollektion
Zum 75. Geburtstag von Reinhold Würth ist ab 25. April (bis 9. Januar eine Auswahl von 75 Kunstwerken zu sehen, die, dem Lebenslauf Reinhold Würths entsprechend - exemplarische Kunstwerke von 1935 bis heute zeigen wird.
Parallel zur Ausstellung werden an eigens entworfenen Stationen die 65 Jahre Firmengeschichte dargestellt.
Die Planungen für das Jahr 2011 sehen zum Beispiel eine Ausstellung mit Arbeiten von Niki de Saint Phalle, der Erfinderin der "Nanas", in der Kunsthalle in Schwäbisch Hall, im Museum Würth in Gaisbach von Uwe Lindau und Emil Wachter sowie des ehemaligen Bestandes zeitgenössischer Kunst aus der Benediktinerabtei Maria Laach vor.
Foto: www.artknowledgenews.com
Quelle: Fränkische Nachrichten vom 5. Februar 2010 von Jürgen Strein
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