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Mehr Studenten für die Region
     
 
 

9.2.10

 

Keine Region hat beim 2012-Ausbau der Hochschulen in Baden-Württemberg mehr Studienplätze bekommen als Heilbronn-Franken. Trotzdem sind 9092 Studierende an der Hochschule Heilbronn (HHN) und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach (DHBW) zu wenige. Mit 6,6 Studenten pro 1000 Einwohner ist die Region im Land weiterhin am schlechtesten gestellt.

Beim Hochschulgipfel mit Vertretern von Hochschulen, Wirtschaft und Kommunen signalisierte Wissenschaftminister Peter Frankenberg gestern Unterstützung für weiteren Ausbau von Studienplätzen. An einem runden Tisch sollen Pläne geschmiedet und die Raumnot der Hochschule Heilbronn an ihrem zentralen Standort gelöst werden.

Peter Frankenberg zollte der Region Respekt: "Es hat sich sehr viel getan." Das Engagement von Stiftungen, Kommunen und Firmen für ihre Hochschulen ist unübersehbar. "Die Zahlen sprechen für sich", sagte IHK-Präsident Thomas Philippiak: 70 Millionen Euro ermöglichen die Ansiedlung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg auch in Heilbronn, den Ausbau der privaten German Graduate School, den Campus Schwäbisch Hall, Ausbau und Sicherung des Hochschulstandorts Künzelsau und die Auslagerung von BWL-Studiengängen in das ehemalige HVG-Gebäude in Heilbronn.

Doch das ist nicht genug. IHK-Geschäftsführer Heinrich Metzger formulierte neue, "langfristige Zielvorstellungen", um vor allem den Ingenieurnachwuchs für die Betriebe in der Region zu sichern: 10 000 Studierende an die Hochschule Heilbronn, 5500 an die DHBW Mosbach. Heinrich Metzger forderte, dass sich das Land zur Weiterfinanzierung der neuen Hochschuleinrichtungen verpflichtet, wenn die Unterstützung von Wirtschaft und Kommunen in ein paar Jahren ausläuft.

Die Hochschule Heilbronn wird für Schwäbisch Hall und Künzelsau 150 weitere Studienanfängerplätze beantragen. Heilbronn selbst bleibt ausgeklammert, weil schon jetzt 4900 Quadratmeter an Räumen fehlen. Rektor Jürgen Schröder freute sich über neue Planungssicherheit, als Wissenschaftsminister Frankenberg verspricht, das Ausbauniveau bleibe erhalten und die Zahl der Studienplätze werde nach 2012 nicht wieder zurückgefahren.

Rektor Reinhold Geilsdörfer sah die Duale Hochschule in Mosbach, Bad Mergentheim und Heilbronn beim Ausbau "sehr, sehr gut berücksichtigt". Beide Rektoren zeigten Bereitschaft, weitere Studiengänge zu schaffen, entsprechende Räume vorausgesetzt.

Minister Frankenberg plädierte dafür, Heilbronn beim Wachstum insbesondere mit technischen Studiengängen nicht auszuklammern und Raum zu schaffen, "zunächst durch Anmietungen". Dass die neuen Standorte nach 2012 fortgeführt werden müssen, wenn sie erfolgreich arbeiten, stellte er außer Zweifel. Eine direkte Finanzierungszusage machte er allerdings nicht. 

Ausbau 2012

Statt 16.000 will das Land bis 2012 jetzt 20.000 Studienanfängerplätze schaffen, um den Ansturm des doppelten Abiturientenjahrgangs zu bewältigen und für die Zukunft genügend Akademiker auszubilden. In Heilbronn, Künzelsau, Schwäbisch Hall, Bad Mergentheim und Mosbach studieren zurzeit 9092 junge Leute, knapp 2000 mehr als vor zwei Jahren. Die neue Zukunftsvision sieht für die HHN 7000 Studierende in Heilbronn, 2000 in Künzelsau, 1000 in Schwäbisch Hall vor, für die DHBW 3000 in Mosbach, 1500 in Heilbronn und 1000 in Bad Mergentheim.

Studentenzahlen genau geplant

Beim Heilbronner Hochschulgipfel präsentierten die Hochschulvertreter die voraussichtliche Entwicklung der Studierendenzahlen. „Die Hochschule Heilbronn ist auf dem besten Weg, die größte Hochschule in Baden-Württemberg zu werden“, schaute Rektor Jürgen Schröder in die nicht allzu ferne Zukunft. Im Rahmen des Ausbaus 2012 (siehe Hintergrund) wächst die Zahl der Studierenden in Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall auf insgesamt 7275. Davon studieren dann 5018 auf dem Heilbronner, 1732 auf dem Künzelsauer und 525 auf dem Schwäbisch Haller Campus. Ambitionierte Ziele hat die Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach (DHBW). Wie Rektor Reinhold Geilsdörfer erklärte, werde die DHBW bis 2012 die Studierendenzahlen nahezu verdoppeln – von 2205 auf 4365. 2745 Studierende werden dann die Angebote in Mosbach nutzen, je 810 junge Menschen in Bad Mergentheim und Heilbronn studieren.

Quelle Heilbronner Stimme vom 9. Februar 2010 von Gertrud Schubert

Foto Hochschule Heilbronn

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