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12.2.10

  Hochleistungsanlage für Vials vom Weltmarktführer Bausch + Ströbel kurz vor der Auslieferung.

Das Tempo ist enorm: Bis zu 36 000 Glaskörper in der Stunde mit einem Volumen zwischen drei und zehn Millilitern kann die Maschine in der Stunde reinigen, sterilisieren, füllen und verschließen; danach kontrollieren und stückzahlgenau magazinieren.

Mit einem Platzbedarf von rund 400 Quadratmetern nimmt die Linie mit Isolator (Reinraum), derzeit noch einen großen Teil des neuen Montagetraktes in Anspruch. Mit zwei Dosierverfahren ausgestattet, kann die Maschine flexibel für unterschiedliche Produkte eingesetzt werden. Bis es soweit ist, geht noch etwas Zeit ins Land, da bis zum Produktionsstart 2010 bei dem Kunden aus der Pharmazie, der auf der Anlage unter anderem Hormonpräparate und Krebs-Medikamente keimfrei verfüllen will, zahlreiche Tests zu absolvieren sind.

Mit einem Preis von 10,5 Millionen Euro ist die Anlage zwar nicht der teuerste Auftrag der in Ilshofen abgewickelt wurde, doch ist die Linie repräsentativ für die Strategie, die der angesehene Maschinenbauer verfolgt: individuell, ganz auf die Kunden zugeschnittene Maschinenkonzeptionen, sollen verhindern, dass der Wettbewerb vor allem über den Preis entschieden wird. Bausch + Ströbel stellt Spezialmaschinen für die pharmazeutische Industrie her und nimmt für sich in Anspruch hier„Weltmarktführer“ zu sein. Das Unternehmen produziert Maschinen für die Verarbeitung von flüssigen und pulverförmigen Arzneimitteln. Dies reicht von Halbautomaten über Einzelmaschinen bis hin zu komplexen Anlagen zur Verarbeitung von Vials/Flaschen, Spritzen oder Karpulen. Konstruktionsleiter Werner Wieland: „Wir haben hier wohl das breiteste Spektrum“. Rund 90 Prozent der Aufträge kommen aus dem Ausland.

Das von den Gesellschaftern Markus Ströbel und Siegfried Bullinger geführte Unternehmen durchläuft in seiner nun mehr als 40-jährigen Geschichte eine weitere Phase der Neuausrichtung.

Das starke Wachstum – zwischenzeitlich zählt die Belegschaft mehr als 900 Mitarbeiter – und die gute Auftragslage, machen es nötig, dass sich das Unternehmen praktisch neu erfindet. So wurde seit der Neustrukturierung im Jahr 2007 kräftig investiert. Rund fünf Millionen in Maschinen und Ausstattung; zuletzt 3,5 Millionen Euro in die Aufstockung des neuen Verwaltungsgebäudes und die Erweiterung der Montage. Weitere Baumaßnahmen sind bereits in Planung. So soll eine weitere Montagehalle und ein Logistikgebäude entstehen.

Der Betrieb ist bereits bis ins vierte Quartal dieses Jahres ausgelastet, zudem werden derzeit zahlreiche Kundenanfragen projektiert. Nachdem auch bei Bausch + Ströbel als Folge der allgemeinen Wirtschaftskrise im vergangenen Frühjahr die Auftragszahlen schwächer waren, hat sich die Geschäftslage seit dem Herbst „stabilisiert“. Der Auftragseingang „entspricht wieder den Erwartungen“ und der Umsatz konnte 2009 sogar noch um vier Prozent gesteigert werden. „Ich denke, dass wir die Talsohle durchschritten haben“, ist Siegfried Bullinger zuversichtlich.

Quelle: RegioBusiness Februar 2010 von Heribert Loh

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