Die Produktpalette bei Haering in Unterheinriet hat sich immens erweitert.
Farben, Putze, Kleber, Grundierungen, Lasuren, Fassaden- und Spezialbeschichtungen, Wärmedämm- Verbundsysteme, verschiedenste Industrielacke – die Produktpalette hat sich immens erweitert, seit Carl Haering seinen Familienbetrieb im Jahr 1886 in Heilbronn gründete. Es war der richtige Weg. Denn um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen neue Kundensegmente erschlossen und neue Produkte entwickelt werden, glaubt Walter Baer, einer von zwei Geschäftsführern des Unternehmens.
Schwerpunkt Osteuropa
1970 zog der inhabergeführter Mittelständler vierter Generation nach Unterheinriet, direkt an die Autobahn im Süden von Heilbronn. Und das Unternehmen expandierte kräftig. Neue Hallen wurden errichtet, um die Produkte sicher herstellen und lagern zu können, und ein großer Siloturm wurde gebaut, der wesentlich zur Standortsicherung des Unternehmens beitrug. Hier können die Grundsubstanzen gelagert und mittels modernster Computertechnik zu jeder gewünschten Farbe und zu jedem Putz gemischt und verarbeitet werden. Rund 130 Mitarbeiter erreichen ein Fertigungsvolumen von 15 000 Tonnen, das mit eigenem Fuhrpark innerhalb von Baden- Württemberg ausgeliefert wird. Speditionen bringen die qualitativ hochwertigen Produkte zu Kunden im In- und Ausland, hauptsächlich nach Polen, Tschechien, Russland und in das Baltikum, aber auch nach Holland, Österreich, Kroatien oder Frankreich.
Qualität als Markenzeichen
”Wir haben keine Produkte von der Stange, für uns gibt es hohe Kundenanforderungen, die wir schnell und flexibel umsetzen müssen“, berichtet Walter Baer. Innerhalb von wenigen Stunden ist Haering heute in der Lage, einen Großauftrag zur Abholung bereitzustellen oder auch selbst auszuliefern. Damit die Qualität stimmt, werden die Produkte ausgiebig getestet: Hitze-, Kälte-, Schwitzwasser- oder Salzsprühtests müssen sie bestehen, bevor etwa ein Kran oder eine Maschine, die extremen Bedingungen ausgesetzt ist, mit dem Lack beschichtet werden.
Offen für neue Trends
Was vom Markt nachgefragt wird, kann auch entwickelt werden, ist das Credo des Unternehmens, das mittlerweile Probleme hat, technisch qualifiziertes Personal zu bekommen. Und auch aus dem eigenen Haus kommen immer wieder Neuerungen: Spezialfarben für eine maximale Helligkeit und Benutzerfreundlichkeit in Tiefgaragen, Produkte zur Rasenmarkierung, in vielen deutschen Fußballstadien eingesetzt, oder lebensmittelechte Farben finden ihren Absatz. Damit es so innovativ weiter geht, wird derzeit ein Labor-Neubau errichtet, in dem später geforscht und entwickelt wird.
Von der Krise nicht verschont
Die gegenwärtige Krise hat auch das Familienunternehmen nicht verschont. ”Umso wichtiger ist es, flexibel zu sein und mit Innovationen den Blick nach vorn zu richten”, so Geschäftsführer Baer. ”Neue Verkaufs- und Beratungsräume, von denen Handwerker und Verarbeiter profitieren, sind ein Schritt in die richtige Richtung”, sagt Baer. Der Markt ändere sich ständig, und es sei als Mittelständler wichtig, Trends rechtzeitig zu erkennen und seine Leistungen entsprechend auszubauen.
Quelle: w.news der IHK Heilbronn-Franken Ausgabe Nr.2 Februar 2010
von Uwe Deecke
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