Rund 10,5 Millionen Euro investiert Kärcher in das derzeit modernste Werk des im Bühlertal.
Mit der dritten Erweiterung seit dem Neubau des Werkes im Jahr 2000 hat das Familienunternehmen an diesem Standort nicht weniger als 50 Millionen Euro investiert. Das „Werk Bühlertal“ wurde so zur modernsten Produktionsstätte des Reinigungsmaschinenspezialisten. „Wir haben damit die langfristige Planung von vor zehn Jahren abgeschlossen“, erklärt Hartmut Jenner als Vorsitzender der Kärcher-Geschäftsleitung bei der offiziellen Einweihungsfeier Mitte Januar.
In Spitzenzeiten produzieren in Obersontheim auf dem rund zehn Hektar großen Areal bis zu 800 Mitarbeiter Hochdruckreiniger, Staubsauger und Dampfreiniger für den Endverbraucher. Im Bühlertal steht das derzeit modernste Produktionswerk von Kärcher. Sukzessive wurden die beiden Standorte im Bühlertal zu einer Einheit zusammengeführt.
Mit dem Anbau wurde das Lager direkt an Produktion und Montage „angedockt“. Damit sanken allein die Zufgriffszeiten in Fertigung auf Lagerteile „auf unter 15 Minuten“. Mit den einstigen Anfängen, als das Unternehmen sogar noch Scheunen bei umliegenden Landwirten anmietete, um den Produktionsfluss logistisch aufrechtzuerhalten, hat das jetzige „High-End-Montage- Werk“ nichts mehr gemein. 36 Millionen Geräte sind dort bislang produziert worden. „Wir fertigen hier die weltweit innovativsten und bedienerfreundlichsten Geräte“, lobt Hartmut Jenner, die Mitarbeiter. Doch auch der Umkehrschluss gilt. Kärcher erweist sich für das Bühlertal als wahrer Segen. Als Ende der 80er-Jahre der Küchenhersteller Irgler aufgab, sah es böse aus für den landwirtschaftlich geprägten Einschnitt zwischen Limpurger Land und dem fränkischen Grenzraum.
Dem Bühlertanner Bürgermeister Hans Weiss gelang es nicht nur, Kärcher von den Vorteilen einer Ansiedlung zu überzeugen, ihm ist es auch zu verdanken, dass die drei Gemeinden Bühlertann, Bühlerzell und Obersontheim gemeinsam ein „interkommunales Gewerbegebiet“ auswiesen, das dem Maschinbauunternehmen letztlich auch die notwendigen Entwicklungschancen eröffnete. Der Bühlertanner „Schultes“ erhielt deshalb – übrigens als einziger nicht Nicht-Kärcher-Mitarbeiter – die „Ehrennadel in Gold“ des Unternehmens.
Am angestammten Standort in Bühlertann verbleiben vorerst noch Teile der Spritzgießerei und auslaufende Modellfertigungen. Die gute Auftragslage bei Kärcher macht es nötig, dass derzeit imWerk Bühlertal „rund um die Uhr“ produziert wird. Alfred Jenner ist denn auch „vorsichtig optimistisch“, was den weiteren Geschäftsverlauf in den nächsten Monaten betrifft. Im zurückliegenden Jahr war es Kärcher trotz der allgemeinen Wirtschaftsflaute gelungen, weltweit Marktanteile hinzuzugewinnen. Der Kärcher- Chef führt diese Entwicklung auch darauf zurück, dass Kärcher keine Strategie „der puren Gewinnmaximierung“ verfolgt, sondern „stets die nachhaltige Entwicklung zum Ziel“ hat. Wie so etwas aussieht, lässt sich im Bühlertal bestaunen.
Quelle: RegioBusiness Februar 2010 von Heribert Lohr
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