17 Millionen-Euro-Investition bei Procter & Gamble in „Full Service Center“ sichert Standort Crailsheim weiter ab. Über das neue Verteilzentrum werden Kunden im gesamten süddeutschen Raum mit den mehr als 40 P&G-Marken des USKonzerns versorgt.
„Lediglich pharmazeutische Produkte und Parfüme liefern wir nicht aus“, erklärt Werksleiter Ingo Schimmelpfennig, der den rund 100 geladenen Gästen bei der offiziellen Inbetriebnahme mit allem Nachdruck noch einmal die Bedeutung „des neuen Full Service Centers“ für den Standort Crailsheim vor Augen führte. „Hier wurde die größte Einzelinvestition von Procter&Gamble seit der Werkseröffnung im Jahr 1981 getätigt, das ist auch der Ausdruck für den guten Ruf, den der Standort innerhalb des Konzerns genießt.“
Und tatsächlich verbirgt sich hinter dem imposanten fast quadratischen Anbau mit einer Kantenlänge von 130 Metern, 12 Metern Höhe und seinen 21 000 Stellplätzen, weit mehr als eine großräumige Lagerhalle. Nach Produktion der bekannten Windeln und Damenbinden, später auch Haushaltstüchern und der Ansiedlung des weltweiten Entwicklungszentrums hat das Werk nun weiteren Kompetenzzuwachs „hart erarbeitet“. Mit seiner Funktion als zweites Auslieferungszentrum neben Euskirchen bei Köln sichert der Standort einen Teil der rund 1000 Arbeitsplätze ab, die durch stete Produktivitätsschübe in anderen Bereichen sonst auf der Kippe stünden. So entstanden nun bei zusätzlich anfallenden Tätigkeiten in Lager und Logistik rund 60 neue Arbeitsplätze. Nicht weniger als 110 Paletten gehen künftig in Crailsheim täglich vom Hof.
Von der eigentlichen Dienstleistung leitet sich auch der Name „Full Service Center“ ab. Denn die abgehenden Ladungen werden speziell nach den jeweiligen Anforderungen der einzelnen Kunden zusammengestellt. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht“, sagt Ingo Schimmelpfennig nicht ohne Stolz. Aus dem Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit leitet sich aber auch der weitergehend hohe Anspruch ab: „Wir wurden bereits zur besten Fabrik des Jahres gekürt, das beste Verteilzentrum zu sein, wäre auch nicht schlecht“. Auch wenn ein wenig Augenzwinkern dabei ist, die Ernsthaftigkeit speist sich zuvorderst aus wirtschaftlichen Überlegungen.
Procter&Gamble ist damit näher und vor allem auch schneller bei seinen Kunden. So verringern sich allein dieLKW-Kilometer für den Transport der Produkte um satte 900 000. Der Einsatz modernster Technik, wie etwa eine Fotovoltaikanlage mit 4500 Quadratmetern Fläche, GPS-gesteuerten „Suntrackern“, die das Gebäude ganztägig mit Tageslicht versorgen, extrem sparsamen Verbrauchern, um den Wasserbedarf im Verteilzentrum zu halbieren, sind ein Teil des Bemühens, den gesamten Energiebedarf im Unternehmen bis zum Jahr 2012 um zehn Prozent zu verringern und damit natürlich mittelfristig enorm an Kosten zu sparen.
„Auch hier“, so Ingo Schimmelpfennig, „wollen wir unserem Motto, immer einen Schritt voraus zu sein, gerecht werden.“ Mit dem neuen Verteilzentrum, das in nur zwölf Monaten aus dem Boden wuchs, hat der Standort Crailsheim einen weiteren großen Schritt auf diesem Weg getan.
Quelle: RegioBusiness Februar 2010 von Heribert Lohr
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