Fernwärme
aus Kraft-Wärme-Kopplung
rechnet sich mit den steigenden
Rohöl- und Gaspreisen und verbessert
den Wirkungsgrad von Heizanlagen
in konkurrenzlose Höhen.
Seit die Brüder Manfred und Bernd
Bauer das Unternehmen 1992 gegründet
haben, hat sich vieles verändert.
Holz erlebt als Brennstoff
einen unglaublichen Boom, Fernwärme
aus Kraft-Wärme-Kopplung
rechnet sich mit den steigenden
Rohöl- und Gaspreisen und verbessert
den Wirkungsgrad von Heizanlagen
in konkurrenzlose Höhen.
Längst ist aus der Humus- und
Düngemittelfirma ein Lieferant von
Biomasse geworden, der auch eine
ganze Stadt mit Fernwärme versorgt.
Fernwärme für Bad Rappenau
Bei 70 Prozent ungenutzter Energie,
die aus den Kühltürmen der Kraftwerke
entweicht, blutet dem Verfahrenstechniker
Manfred Bauer
das Herz. Während hier nur 30 Prozent
der verfügbaren Energie genutzt
werden, kommt der Diplomingenieur
mit seiner Fernwärmeversorgung
für Bad Rappenau schon viel
näher an die 100 Prozent Energieeffizienz.
Mit 90 Grad Temperatur
geht das heiße Wasser bei Heinsheim
in den Boden, versorgt über
eine rund fünf Kilometer lange Leitung
die Stadt und kommt mit 60
Grad zurück. Befeuert werden die
Kessel mit einer Mischung von Holz
aus Landschaftspflege sowie Gebrauchtholz
von Unternehmen.
Sicher, günstig, regenerativ
Die Versorgung mit Holzbrennstoffen
ist inzwischen das Kerngeschäft
des Familienunternehmens, ein Saisongeschäft,
das insbesondere in
harten Wintern wie in diesem Jahr
floriert. Die unternehmerische Entwicklung
begann mit der Kompostierung
von Pflanzenresten der Städte
Bad Rappenau und Bad Wimpfen.
Seitdem wächst das Unternehmen
stetig und beliefert Kunden im
Umkreis von rund 100 Kilometern.
Heizungsanlagen bis 100 Megawatt
können so versorgt werden, mit
dem eigenen Fuhrpark beliefert
Bauer seine Kunden mit speziell
auf die jeweilige Anlage abgestimmten
Produkten. Krisensicher,
kostengünstig und CO2-neutral, da
zur Herstellung nur nachwachsende
Rohstoffe verwendet werden,
wie das Unternehmen betont. Das
Gewerbegebiet ”Trendpark“ in Neckarsulm
wird auf diese Weise versorgt,
ebenso das Schulzentrum
Lauffen.
Geschlossene Verwertungskette
Beliefert werden auch Städte und
Gemeinden, die hier ihren Humus
für Grünanlagen bestellen. Ein weiterer
Geschäftsbereich ist die Sammlung
von Speiseresten: Diese werden
entweder angeliefert oder mit
einem eigenen Sammeldienst in
speziellen Tonnen abgeholt, in einer
Vergärungsanlage verwertet und
mit einem Biogas-Motor zur Stromerzeugung
genutzt. Auch Holzabfälle
von Unternehmen holt Bauer
ab und verwertet diese weiter.
Strom als Zusatzprodukt
Der Kreis der Energiegewinnung
schließt sich mit der Stromerzeugung.
Im eigenen Heizkraftwerk,
das etwa 2 000 Kilowatt schafft –
viel mehr als man für die eigene
Anlage benötigt. 5 000 Haushalte
könnten so beliefert werden, der
Großteil des produzierten Stroms
wird jedoch ins EnBW-Netz eingespeist
und nach dem Erneuerbaren-
Energie-Gesetz (EEG) vergütet. Wie
es in zehn Jahren aussieht, weiß
noch keiner, so Geschäftsführer
Manfred Bauer. Womöglich wird
aus Bauer Biomasse dann sogar ein
Stromlieferant. Effizienter geht es
kaum.
Quelle: w.news der IHK Heilbronn-Franken Ausgabe Nr.3 März 2010 von Uwe Deecke
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