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Vorreiter in Energieeffizienz
     
 
 

9.3.10

 

Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung rechnet sich mit den steigenden Rohöl- und Gaspreisen und verbessert den Wirkungsgrad von Heizanlagen in konkurrenzlose Höhen.

Seit die Brüder Manfred und Bernd Bauer das Unternehmen 1992 gegründet haben, hat sich vieles verändert. Holz erlebt als Brennstoff einen unglaublichen Boom, Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung rechnet sich mit den steigenden Rohöl- und Gaspreisen und verbessert den Wirkungsgrad von Heizanlagen in konkurrenzlose Höhen. Längst ist aus der Humus- und Düngemittelfirma ein Lieferant von Biomasse geworden, der auch eine ganze Stadt mit Fernwärme versorgt.

Fernwärme für Bad Rappenau Bei 70 Prozent ungenutzter Energie, die aus den Kühltürmen der Kraftwerke entweicht, blutet dem Verfahrenstechniker Manfred Bauer das Herz. Während hier nur 30 Prozent der verfügbaren Energie genutzt werden, kommt der Diplomingenieur mit seiner Fernwärmeversorgung für Bad Rappenau schon viel näher an die 100 Prozent Energieeffizienz. Mit 90 Grad Temperatur geht das heiße Wasser bei Heinsheim in den Boden, versorgt über eine rund fünf Kilometer lange Leitung die Stadt und kommt mit 60 Grad zurück. Befeuert werden die Kessel mit einer Mischung von Holz aus Landschaftspflege sowie Gebrauchtholz von Unternehmen.

Sicher, günstig, regenerativ

Die Versorgung mit Holzbrennstoffen ist inzwischen das Kerngeschäft des Familienunternehmens, ein Saisongeschäft, das insbesondere in harten Wintern wie in diesem Jahr floriert. Die unternehmerische Entwicklung begann mit der Kompostierung von Pflanzenresten der Städte Bad Rappenau und Bad Wimpfen. Seitdem wächst das Unternehmen stetig und beliefert Kunden im Umkreis von rund 100 Kilometern. Heizungsanlagen bis 100 Megawatt können so versorgt werden, mit dem eigenen Fuhrpark beliefert Bauer seine Kunden mit speziell auf die jeweilige Anlage abgestimmten Produkten. Krisensicher, kostengünstig und CO2-neutral, da zur Herstellung nur nachwachsende Rohstoffe verwendet werden, wie das Unternehmen betont. Das Gewerbegebiet ”Trendpark“ in Neckarsulm wird auf diese Weise versorgt, ebenso das Schulzentrum Lauffen.

Geschlossene Verwertungskette

Beliefert werden auch Städte und Gemeinden, die hier ihren Humus für Grünanlagen bestellen. Ein weiterer Geschäftsbereich ist die Sammlung von Speiseresten: Diese werden entweder angeliefert oder mit einem eigenen Sammeldienst in speziellen Tonnen abgeholt, in einer Vergärungsanlage verwertet und mit einem Biogas-Motor zur Stromerzeugung genutzt. Auch Holzabfälle von Unternehmen holt Bauer ab und verwertet diese weiter.

Strom als Zusatzprodukt

Der Kreis der Energiegewinnung schließt sich mit der Stromerzeugung. Im eigenen Heizkraftwerk, das etwa 2 000 Kilowatt schafft – viel mehr als man für die eigene Anlage benötigt. 5 000 Haushalte könnten so beliefert werden, der Großteil des produzierten Stroms wird jedoch ins EnBW-Netz eingespeist und nach dem Erneuerbaren- Energie-Gesetz (EEG) vergütet. Wie es in zehn Jahren aussieht, weiß noch keiner, so Geschäftsführer Manfred Bauer. Womöglich wird aus Bauer Biomasse dann sogar ein Stromlieferant. Effizienter geht es kaum.

Quelle: w.news der IHK Heilbronn-Franken Ausgabe Nr.3 März 2010 von Uwe Deecke

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