Im US-Bundesstaat Virginia hat Hornschuch mit O"Sullivan Films ein Unternehmen gefunden.
Ganz ähnliche Produkte, eine vergleichbare Historie, und Manager, die sich auf Anhieb blendend verstehen: Im 25.000-Einwohner-Städtchen Winchester im US-Bundesstaat Virginia hat Hornschuch-Chef Rolf Gemmersdörfer mit O"Sullivan Films ein Unternehmen gefunden, das beinahe als Doppelgänger des Hohenloher Folienherstellers durchgehen könnte. Seit dieser Woche gehören die beiden Firmen zusammen, und gemeinsam wollen sie den Umsatz in den nächsten Jahren auf 500 Millionen Dollar − beim aktuellen Wechselkurs sind das 350 Millionen Euro − steigern.
Chemie stimmt
Das Management der neuen US-Tochter bleibt an Bord. "Die Chemie zwischen uns stimmt", betont Gemmersdörfer. Um kulturellen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, plant er ein breit angelegtes Schulungsprogramm, in dem die Hohenloher auf ihre neuen Partner vorbereitet werden.
Fürs laufende Jahr erwartet Gemmersdörfer einen konsolidierten Umsatz von 225 bis 250 Millionen Euro. Beide Firmen hätten die Krise im vergangenen Jahr vergleichsweise gut überstanden, sagt Gemmersdörfer. Aktuell laufe vor allem der Automobilbereich, wo Hornschuch Kunstledermaterialien für die Innenausstattung liefert, gut. Hier sind die Hohenloher sogar deutlich über dem Plan, der ein deutliches Wachstum anpeilt.
Der Zukauf ist der wichtigste strategische Schritt in der Hornschuch-Geschichte − nicht nur, weil er mit einem Umsatzvolumen von 50 Millionen Euro das Geschäft der Hohenloher in eine neue Dimension bringt. Erstmals verfügt das Unternehmen über einen zweiten Produktionsstandort, von dem aus der strategisch wichtige US-Markt erschlossen werden soll.
Um eine Kunstlederproduktion wird der Standort schon in den nächsten Monaten erweitert. Die Maschinen sind Teil eines Werks, das die Hohenloher im Nahen Osten gekauft haben und das momentan demontiert wird. Auch in Weißbach werden mehrere Maschinen aufgestellt. "Wir werden in diesem Jahr wieder kräftig einstellen. Wir brauchen Leute an jeder Ecke."
38 Miteigentümer
Im Zuge der Transaktion hat sich auch die Eigentümerstruktur verändert. 38 Hornschuch-Mitarbeiter und das O"Sullivan-Management halten jetzt zusammen knapp 25 Prozent der Anteile, der Finanzinvestor Barclays Capital hat fünf Prozent abgegeben. Die Weißbacher haben elf Beschäftigte mit in die Riege der Miteigentümer aufgenommen.
Quelle: Heilbronner Stimme vom 26. März 2010 2009 von Manfred Stockburger
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