Millionen von Ostereier tragen die Farbe der Untergruppenbacher Firma Haering.
Die Wirtschaftskrise hat die Untergruppenbacher Firma Haering nicht so stark getroffen. Auch, weil sich der Lack- und Farbenhersteller in Unterheinriet auf Nischenprodukte spezialisiert hat. Eines davon ist die Ostereierfarbe. Und diese produziert Haering in rauen Mengen. "Millionen Eier tragen unsere Farben", verkündet Verkaufsleiter Michael Zeitler stolz. "Wir haben nur wenige Konkurrenten."
Hauptproduktionszeit der Eierfarben ist von Januar bis Ostern: Mehrere Tonnagen verlassen dann die Firma und kommen zu rund 20 Eierfärbern in ganz Deutschland. "Laut Gesetzgebung müssen nämlich alle gekochten Eier, die in Deutschland verkauft werden, auch gefärbt sein", erklärt Zeitler. "Das versiegelt das Ei und macht es bis zu zehn Wochen haltbar."
Verschiedene Verfahren
Die Färbeanlagen in den Großbetrieben, die Haering beliefert, funktionieren mit zwei verschiedenene Verfahren: "Die einen lackieren die Eier einfarbig mit der Spritzpistole, die anderen rollen sie über ein Förderband und marmorieren sie so", sagt der Verkaufsleiter. "Immer 30 Eier auf einmal. So eine Maschine färbt 15 000 Eier in der Stunde." Anschließend werden die Eier in einem Paternoster getrocknet und verpackt. "Auch dieser Produktionsschritt läuft vollautomatisch ab", weiß Zeitler. Es gebe aber auch noch kleine Firmen, die die Ostersymbole von Hand bemalen oder eintauchen.
Die Lieblingsfarben der Kunden sind die des Regenbogens: "Gelb, Orange, Rot, Grün, Blau und Lila kommen super an", weiß Michael Zeitler. In diesem Jahr musste er aber auch einem besonderen Kundenwunsch entsprechen: "Wir haben ein ganz neues Grün entwickelt", erzählt er. "Dazu wird einfach ein anderes Verhältnis von Blau und Gelb gewählt."
Da die Farbe auch manchmal durch die Schale der Eier dringt, unterliegt sie strengsten Auflagen. "Wir nutzen nur Naturrohstoffe und Bindemittel aus Südamerika und Indien, die stapeln sich in Jutesäcken verpackt in unserem Lager." Die vorbereiteten Farbpasten werden bei der Produktion in Alkohol gelöst − die genaue Rezeptur ist aber geheim. Zur Kontrolle der Farben kommt der Wirtschaftskontrolldienst von Zeit zu Zeit bei Haering vorbei. Und auch hausintern wird streng überprüft, was beim Zusammenmischen herauskommt. Von jeder Farbe wird eine Farbkarte erstellt, an der man auch im Nachhinein ablesen kann, wie die Qualität der Farbnuance ausgefallen ist.
Freude schenken
Zeitler selbst ist kein großer Ostereier-Fan. "Aber ich verschenke die bunten Eier ganz gerne an Freunde und Familie. Und sie kommen auch immer gut an, nicht nur zu Ostern", sagt er.
Außer den Eierfarben produziert Haering auch ein zweites Nischenprodukt. "Und das ist was für alle Fußballfreunde", findet Michael Zeitler. "Die Farbe für die Rasenlinien in den großen Stadien kommt nämlich ebenfalls von uns."
Zahlen und Fakten
Die Haering GmbH wurde 1886 in Heilbronn gegründet. 1970 zog der Mittelständler in den Untergruppenbacher Teilort Unterheinriet. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 200 Mitarbeiter, in Unterheinriet sind es 130. Weitere Standorte liegen in Polen und Tschechien. Zur Produktpalette gehören Farben, Putze, Kleber, Lasuren sowie Wärmedämm-Verbundsysteme. Ausbildungsberufe sind Lacktechniker, Lacklaborant, Chemikant und Industriekaufmann.
Quelle: Heilbronner Stimme vom 31. März 2010 von Miriam Hinner
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