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14.4.10

 

Mit vereinten Kräften zu neuen Erfolgen: Die Firma Georg Kohl hat einen harten Umstrukturierungsprozess hinter sich.

Wohin geht die Reise? Bei der Firma Georg Kohl ist diese Frage nicht so leicht zu beantworten. Die Brackenheimer befinden sich mitten im Wandel. Auf der einen Seite bedeutet das: Das Druckereiunternehmen investiert kräftig, stellt Prozesse um, schmiedet Allianzen. Auf der anderen Seite heißt das aber auch: Geschäftsfelder sind aufgegeben worden, Auftragsrückgänge sorgen für Kurzarbeit. Das Werk zwei in Brackenheim steht demnächst sogar vorübergehend still. "So können wir Kosten sparen", sagt Geschäftsführerin Ulrike Hausmann.

Umzug

Derzeit werden die Maschinen ins Werk eins transportiert. Rund 30 Mitarbeiter ziehen mit um. Die Situation ist schwierig: Bereits vor der Krise hatte die Firma wirtschftliche Probleme und strich daher rund 160 Stellen. 339 Mitarbeiter sind bei Georg Kohl übrig geblieben. Der Einbruch der Weltwirtschaft hat die Situation nicht leichter gemacht. "Für uns kam die Krise zur Unzeit", so Hausmann. Die Brackenheimer leiden unter anderem darunter, dass Firmen Werbebudgets kappen. Dadurch gibt es weniger zu drucken.

Umsatzminus

Georg Kohl fährt deshalb Kurzarbeit. Auch in der Geschäftsführung verzichtet man auf Teile des Gehalts. Ein erneuter Personalschnitt steht jedoch nicht an, so Hausmann. Genaue Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen freilich noch nicht vorliegen. Klar ist aber, dass 65-Millionen-Euro-Umsätze wie 2008 der Vergangenheit angehören. Schließlich hat die Firma Geschäftsfelder wie den Bogen- und Formulardruck aufgegeben. Sieben Millionen Euro Umsatz haben die aufgegebenen Sparten zuletzt ausgemacht.

Die Konzentration gilt nun neuen Geschäftsfeldern: zum Beispiel dem Dokumentenmanagement. Das Aufbereiten von Handyrechnungen gehört dazu. Auch im Bereich Logistikvordrucke − wie sie Versandhauspaketen beiliegen − sehen die Brackenheimer viel Wachstumspotenzial. Um die Herausforderungen zu meistern, hat Georg Kohl trotz der Krise kräftig investiert.

Neue Maschinen

So wurde der Maschinenpark im vergangenen Jahr für mehrere Millionen Euro erneuert. Die elektronische Vernetzung zwischen den Bereichen hat man verbessert. Zur besseren Kommunikation hat Georg Kohl ein Intranet eingerichtet. Die einzelnen Arbeitsteams treffen sich zudem regelmäßig, um Vorschläge für bessere Arbeitsprozesse im Haus zu erstellen.

Zahlreiche Kooperationen

Darüber hinaus hat Hausmann Allianzen geschmiedet. Die Rhenus-Gruppe greift auf das Dokumentenmanagement der Brackenheimer zurück. Die nutzen dafür die Logistikkompetenz des Speditionsunternehmens. Mit der Firma IT-Power entwickelt und vertreibt Georg Kohl Produkte und Leistungen im Bereich SAP, Dokumententwicklung sowie der Tagespost.

In welche Richtung es 2010 für Georg Kohl gehen wird, mag Hausmann nicht pauschal beantworten. Für eine genaue Prognose sei die wirtschaftliche Lage zu instabil. "Aber ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg", sagt die Geschäftsführerin. "Unsere Mitarbeiter haben in den letzten Monaten hart daran gearbeitet, um die Firma nach vorne zu bringen."

Geschichte

Die Firma Georg Kohl existiert seit 1909. Zunächst wurde die Zeitung „Der Zaberbote“ im Haus gedruckt. 1934 wurde das Blatt auf Drängen der Nationalsozialisten eingestellt. Nach und nach kamen neue Geschäfsfelder hinzu: Der Formulardruck wurde ausgebaut, Endlosdrucktechniken etabliert. 1992 wurde der Digitaldruck zum integrierten Datenverarbeitungszentrum für Dokumente ausgeweitet. 2008 geriet Georg Kohl aufgrund allgemeiner Probleme der Druckindustrie in Schwierigkeiten. In der Folge wurde ein Umstrukturierungsprozess in Gang gesetzt.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 13. April 2010 von Werner Tewes, Quelle Foto: Heilbronner Stimme Fy

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