Noch vor der Sommerpause wird der Gemeinderat einen städtebaulichen Rahmenplan mit den Eckpunkten Bebauung und Verkehrserschließung beschließen. Aber auch bei der Vision Bundesgartenschau wird es konkret: Im Juli soll ein landschaftsplanerischer Wettbewerb, dessen Kosten sich auf 590 9000 Euro belaufen, ausgelobt werden. Über Einzelheiten hat die Bauverwaltung am Wochenende den Gemeinderat bei einer Klausurtagung in der Experimenta informiert, gestern wurden im Rathaus die Ergebnisse der Presse vorgestellt.
Wie die Neckarvorstadt einmal aussehen könnte, dafür gibt es drei Varianten. Kernbereich ist das 30 Hektar große Fruchtschuppenareal. In allen Überlegungen sind der Freizeitsee und der Yachthafen, der Umbau der Karl-Nägele-Brücke, die Verlegung der Kalistraße und die Westrandstraße mit neuer Bleichinselbrücke enthalten.
Kleine Variante: Hier wird auf die Verlegung der Kranenstraße ebenso verzichtet wie auf eine Fußgängerbrücke über das Gleisfeld des Hauptbahnhofes. Die Kalistraße wird verlegt, der Europaplatz zu einer platzsparenden Kreuzung umgebaut. Die REV-Rollsporthalle bleibt erhalten.
Mittlere Variante: Die Kranenstraße wird verlegt, die Fußgängerbrücke über die Gleise wird gebaut. Der Europaplatz wird ein vergrößerter Kreisel. Die Rollsporthalle und das Clubhaus des Württembergischen Motorbootclubs am Wilhelmskanal werden verlegt.
Große Variante: Die große Lösung entspricht der mittleren Variante. Die Fußgängerbrücke wird als lange Landschaftsbrücke gestaltet.
"Die Verwaltung präferiert zurzeit aus Kostengründen die kleine Variante. Aber auch hier kann es noch zu Abstrichen kommen", sagte Oberbürgermeister Himmelsbach.
Von einem "ehrgeizigen Zeitplan" spricht Baudezernent Wilfried Hajek: 2011 und 2012 sind Planungsjahre. 2013 beginnen der Umbau der Karl-Nägele-Brücke und der Bau der neuen Kranenstraße. Der Betriebshof des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg wird in das Gewerbegebiet Wohlgelegen verlagert. 2014 erfolgt der Startschuss für die neue Kalistraße und die Westrandstraße mit neuer Bleichinselbrücke. 2015 könnten der Bau des Yachthafens und die Vermarktung der ersten Bauflächen beginnen. Die Planer der Münchener Architektengemeinschaft Steidle/t17, die 2009 den Ideenwettbewerb für die Neckarvorstadt gewonnen haben, sehen eine bis zu fünfgeschossige Bebauung mit grünen Innenhöfen vor.
Buga-Ablauf Bei der Bundesgartenschau (Buga) geht die Verwaltung aktuell von einer 70 Hektar großen Fläche mit dem Kerngebiet Fruchtschuppenareal, Neckarpark, Innovationspark, Teile des Wohlgelegens, Theresienwiese, Frankenstadion und dem Bahnbogen Böckingen aus. Der Gewinner des landschaftsplanerischen Wettbewerbs soll im Mai 2011 gekürt werden. 2012 soll die Planung verfeinert werden, so dass 2013 mit dem Bau der Daueranlagen begonnen werden könnte. Für die Gestaltung der Veranstaltungsstätten, für die 2017 Baustart sein soll, wird 2014 ein weiterer Wettbewerb ausgelobt.
Aufgrund Erfahrungen anderer Buga-Städte rechnet OB Himmelsbach mit Kosten von 50 Millionen Euro. Zurücktreten kann die Stadt von der sechsmonatigen Demonstration gärtnerischen Könnens bis zum 31. Dezember 2012.
Quelle Heilbronner Stimme vom 20. April 2010 von Joachim Friedl www.stimme.de
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