Der Hersteller von Dichtungssystemen verzeichnet in den ersten Monaten 2010 einen deutlichen Aufschwung.
Die Stille ist vorbei. Bei den Kaco Dichtungswerken herrscht wieder Hochbetrieb. Mitarbeiter wuseln durch die Produktionshallen, die Maschinen rattern im Takt. "Wir sind wirklich froh, dass es wieder läuft", sagt Geschäftsführer Markus Schwerdtfeger. Nach harten Monaten ist der Heilbronner Automobilzulieferer in die Erfolgsspur zurückgekehrt. "Endlich", sagt Schwerdtfeger, und in seiner Stimme klingt eine Menge Erleichterung mit.
Die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr ist deutlich: Als Zulieferer in der zweiten bis dritten Reihe hat Kaco die Automobilkrise voll zu spüren bekommen. 2009 ging der Umsatz des Heilbronner Traditionsunternehmens um rund 30 Prozent auf 75 Millionen Euro zurück. Über weite Strecken des Jahres fuhr Kaco Kurzarbeit. Freitags ruhte die Produktion in Heilbronn zeitweise sogar völlig. "Das war schon sehr ungewohnt, fast gespenstisch, wenn man durch die Werkshallen gelaufen ist", erinnert sich Schwerdtfegers Kollege, Richard Ongherth, an die produktionsfreien Tage.
Vorkrisenniveau Vergangenheit. Seit Ende 2009 verzeichnet das Unternehmen, das Dichtsysteme für die Automobilindustrie herstellt, einen Aufwärtstrend. Die Umsätze in den ersten Monaten 2010 sind um etwa 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen und liegen damit bereits wieder auf dem Niveau der Vorkrisenjahre 2006/07. Das Management hat deshalb angekündigt, nach mehr als einem Jahr Kurzarbeit ab Mai mit der kompletten Belegschaft wieder normale Schichten zu fahren.
Bei der Bewältigung der Aufträge kann die Firma zumindest in Deutschland auf die komplette Stammbelegschaft bauen. Denn Personalabbau hat Kaco dank der Kurzarbeit weitgehend vermeiden können. Lediglich rund 30 Leiharbeitskräfte mussten zu Beginn der Krise gehen, auch einige befristete Verträge wurden nicht verlängert. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 500 Mitarbeiter in Heilbronn, Talheim und Kirchardt. Weltweit sind es 850.
Die Auslandsstandorte haben sich unterschiedlich entwickelt. Im Werk in Ungarn, wo es keine Kurzarbeit gibt, strich Kaco 2009 knapp 100 der zuvor 300 Stellen. Mittlerweile wird dort aber wieder aufgestockt. Der Standort in Österreich verzeichnet nach starken Rückgängen im vergangenen Jahr zuletzt ebenfalls steigende Auftragszahlen. Große Hoffnung setzt Kaco derweil in das Werk im chinesischen Wuxi, das Mitte 2009 eröffnet wurde. Das Management rechnet damit, dass Mitte des Jahres die Produktion in Fernost durchstarten kann.
Vorsichtig
Die Prognose für 2010 bleibt dennoch vorsichtig. Zwar gibt es laut Unternehmensleitung derzeit keine Anzeichen dafür, dass es zu erneuten Rückschlägen kommen könnte. Aber Schwerdtfeger warnt vor zu viel Euphorie. "Wir hoffen, dass wir das aktuelle Niveau halten können", sagt er. Denn trotz des jüngsten Aufschwungs, die Wehen der Krise sind nicht vergessen. "So eine Zeit wie 2009 möchten wir alle kein zweites Mal erleben", so Geschäftsführer Ongherth.
Fakten zur Firma
Die Firma wurde 1914 durch Gustav Bach, Albert Hirth und Gustav Klein gegründet. Zweck der Gesellschaft war die Herstellung von Motorendichtungen. 1966 errichteten die Kaco Dichtungswerke das Verwaltungsgebäude in Heilbronn. Die Gründung der Firmentochter in Österreich erfolgte 1983. Zehn Jahre später übernahm die brasilianische Sabo-Gruppe das Heilbronner Traditionsunternehmen. 1997 wurde das Werk in Ungarn in Betrieb genommen. Im Krisenjahr 2009 eröffnete Kaco offiziell eine neue Fertigungsstätte in Wuxi/China.
Quelle: Heilbronner Stimme vom 27. April 2010 von Werner Tewes
Foto: Kaco
Weitere Informationen
|