Schweikert Elektrotechnik aus dem Taubertal übernahm weiteren besonderen Auftrag im Ausland.
Intensive Kontakte mit der Regierung, der Gendarmerie sowie privaten Auftraggebern in Algerien pflegt seit Jahren die Firma Schweikert Elektrotechnik aus Lauda-Königshofen. Ihre erste Aufgabe hatte in der Planung, Realisierung und Ausführung eines Sprenglabors mit Sprengbunker und Sprengstofflagern für die Gendarmerie nahe Algier bestanden. Dieses Zentrum gegen Kriminalität hat unter anderem die Aufgabe, nach Sprengstoffanschlägen möglichst schnell die Ursache zu lokalisieren.
Aufgrund der hohen Zufriedenheit des ersten Auftrages kamen weitere Kontakte zu Auftraggebern zustande. Mittlerweile wurden mehrere Projekte in Algerien abgewickelt beziehungsweise planungstechnisch unterstützt, so nun auch die Realisierung einer Notstromversorgung für zwölf Ölraffinerien und Ölförderstationen in der algerischen Wüste. Die Aufgabenstellung umfasste den Entwurf eines Sicherheitssystems mit Kameras, Zutrittskontrollsystemen und Zaundetektion. Bedingt durch das labile örtliche Stromnetz war es unumgänglich eine durchgängige Stromversorgung durch die eigens dafür gefertigten Anlagen sicherzustellen.
Der algerische Auftraggeber der Firma Schweikert Elektrotechnik schätzte nicht nur die positiven Referenzen, sondern baute insbesondere auf das technische Know-how und die deutsche Wertarbeit.
Für diesen Auftrag wurden in Lauda-Königshofen 13 Seecontainer in einer Halle in der ehemaligen Kaserne mit der notwendigen Technik aufgerüstet. Dies erforderte jedoch eine genaue Planungsleistung in Absprache mit dem algerischen Auftraggeber. Nach einer Bauzeit von sechseinhalb Monaten wurden diese Container von Bremerhaven aus per Schiff zum Zielort in In Amenas gebracht.
Schweikert-Mitarbeiter vor Ort
Zur weiteren Verarbeitung war es notwendig, dass die Firma Schweikert Elektrotechnik eigens dafür geschulte Mitarbeiter nach Algerien schickte, um die Anlagen zunächst probeweise in Betrieb zu nehmen. Die 13 Seecontainer wurden an zwölf Ölraffinerien und Öl-/Gasförderstationen in der Wüste installiert. Die bis zu 120 kW starken Diesel-Stromaggregate mit den Steuerungen und der Sicherheitstechnik stehen im Abstand von bis zu 65 Kilometer zueinander.
An der umfangreichen Steuerungstechnik hängen bis zu 174 Kameras und 241 Messstellen für die Zaundetektion sowie die Zutrittskontrolle, bestehend aus Schrankenanlagen und Drehsperren.
Eine weitere Herausforderung war es für die Firma Schweikert Elektrotechnik, die Anlagen den örtlichen Gegebenheiten - zum Beispiel Sandsturm - anzupassen. Eine Luftreinigungsanlage muss feinste Sandpartikel fernhalten und dazu noch fast wartungsfrei arbeiten, da ansonsten bei häufigen Filterwechseln die Anlage nicht betriebsbereit wäre.
Eine weitere Hürde war die Bewältigung der Sicherheitseinrichtung für die Zaundetektion. Außer der Verschlüsselung der Signale mussten die bis zu 241 Messstellen auf bis zu acht Kilometern Länge pro Ölraffinerie ausgewertet werden. Im Angriffsfall aktiviert die Zaundetektion einen Alarm, welcher gleichzeitig die entsprechende Kamera steuert, und somit die Ursache des Alarmes sofort erkannt werden kann.
Nicht unerheblich und erwähnenswert ist die Tatsache, dass die umfangreichen Arbeiten teilweise im Schutz einer Eskorte der algerischen Polizei in der Wüste erfolgten, da die Anlagen stellenweise nur zwei Kilometer von der libyschen Grenze entfernt installiert wurden.
Derzeit befinden sich die Einheiten im Testbetrieb. Bevor die Anlagen in Kürze in den Echtbetrieb überführt werden, muss die Firma aus dem Taubertal einheimische Betreuer vor Ort schulen. Gleichzeitig werden die Anlagen im Testbetrieb von Berthold Schweikert aufmerksam begleitet, bevor er offiziell die fertigen Anlagen an den algerischen Auftraggeber übergibt.
Auch in diesem Falle konnte Schweikert Elektrotechnik den Wert deutscher Arbeit unter Beweis stellen. Durch die erneute Zufriedenheit der Auftraggeber sind bereits weitere Projekte in der Planung. Die Firma trägt hiermit durch diese Spezialisierung im Ausland zur weiteren Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region Main-Tauber bei.
Quelle: Fränkische Nachrichten vom 29. April 2010
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