Die Innovationsquote lag 2009 bei 48 Prozent, was 65 Millionen Euro entspricht.
Die Überschrift über der Bilanzpressemitteilung der Weißbacher Konrad Hornschuch AG ist kurz und knapp: Mit dem Wort "Krisenfest" fasst der Hersteller von Kunststofffolien und Kunstleder die Lage nach dem vergangenen Jahr zusammen − obgleich der Umsatz um 10,9 Prozent auf 135,5 Millionen Euro zurückgegangen ist.
Beim Ergebnis vor Gewinnabführung hat sich das Unternehmen dennoch gut behauptet: 10,6 Millionen Euro hat Hornschuch erwirtschaftet. "Die konjunkturbedingten Absatzeinbußen konnten wir mit einschneidenden Sofortmaßnahmen wie Kurzarbeit und Budgetkürzungen sowie durch sonstige Einsparungen abfedern", sagt Vorstandschef Rolf Gemmersdörfer. "Hohen Anteil am positiven Ergebnis und dem Erhalt der Arbeitsplätze hatte aber auch der solidarische Verzicht der Belegschaft auf Zusatzleistungen wie Urlaubsgeld, Tantiemen und Erfolgsbeteiligungen."
Neue Produkte
Einen Beitrag zu der vergleichsweise positiven Geschäftsentwicklung hätten neu entwickelte Produkte geleistet. Die Innovationsquote, also der Umsatzanteil, den das Unternehmen mit Produkten erwirtschaftet, die in den vergangenen fünf Jahren neu auf den Markt gekommen sind, lag 2009 bei 48 Prozent, was 65 Millionen Euro entspricht. 2008 hatte die Innovationsquote nur 39 Prozent betragen. Um die eigene Position deshalb weiter auszubauen, hat das Unternehmen seine Entwicklungsmannschaft verstärkt.
Auch aktuell verzeichne das Unternehmen mit Neuprodukten rasche Absatzerfolge, so Gemmersdörfer. Als Beispiel nennt er unter anderem ein neues Kunstleder, das zu 80 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Ein Polsterbezugsstoff punkte durch seine hohe Atmungsaktivität. Das von den Weißbachern entwickelte Kunstmaterial lasse doppelt so viel Wasserdampf durch wie sein natürliches Vorbild.
Das Geschäftsfeld Home Decoration, in dem die Produkte der Marke "d-c-fix" verkauft werden, habe im vergangenen Jahr unter einer "massiven Kaufzurückhaltung" gelitten. Angesichts des gesamtwirtschaftlichen Gegenwinds habe sich auch dieser Bereich aber akzeptabel geschlagen.
Im Rückblick auf das Krisenjahr fühlt sich Gemmersdörfer in seiner Diversifikationsstrategie bestätigt: In fünf Geschäftsfeldern liefert das Unternehmen von der Automobilindustrie bis in den privaten Verbrauch in ganz unterschiedliche Märkte. In der Entwicklung und Produktion gebe es aber große Synergien. Nach der Übernahme des amerikanischen Folienherstellers O"Sullivan Films, der ein Geschäftsvolumen von mehr als 50 Millionen Euro mitbringt, rechnet Gemmersdörfer im laufenden Jahr mit einem Umsatzsprung auf mehr als 200 Millionen Euro. Seine Zuversicht deckt sich mit der Entwicklung im ersten Quartal, in der das Unternehmen ein nicht näher genanntes Umsatzplus erwirtschaftete.
Quelle: Heilbronner Stimme vom 30.04.2010 von Manfred Stockburger
Foto Quelle: Hornschuch
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