Bester Württemberger Weinerzeuger steigert weiter Umsatz und Absatz - Größte deutsche Einzel-WG erschließt neue Märkte.
In Lauffen am Neckar kann wieder auf ein erfolgreiches Jahr angestoßen werden. Deutschlands größte Einzel-Winzergenossenschaft steigerte im abgelaufenen Jahr erneut ihren Absatz und Umsatz. 6,2 Millionen Liter (+ 4,5 Prozent) oder 7,3 Millionen Flaschen (7,2 Mio.) verkauften die Wengerter aus dem Unterland 2009 und verbuchten damit einen Umsatz von 16,77 Millionen Euro (+ 0,7 Prozent); ohne die Handelsware betrug das Umsatzplus sogar stolze 3,3 Prozent. „Wir sind mit Bravour durch das schwierige Jahr der Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen und entgegen dem Abwärtstrend beim deutschen Wein gewachsen“, sagte Ulrich Maile, der Vorstandsvorsitzender der Lauffener Weingärtner eG, bei der Bilanz-Pressekonferenz am Montag in Lauffen am Neckar.
Bereits 2008 hatte der beste Weinerzeuger in Württemberg bei Umsatz und Absatz um 2,2 Prozent zugelegt. „Der Lauffener läuft weiter, dies ist für uns sehr erfreulich“, sagte Maile. Die Lauffener Weingärtner, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiern, setzten 77 Prozent ihrer Weine über den Lebensmittel-Einzelhandel, 14 Prozent über den Fachhandel und die Gastronomie und 9 Prozent im Direktverkauf ab. Das Verhältnis von 92,6:7,4 Prozent zwischen Rot- und Weißweinen wollen die Lauffener in den kommenden Jahren wieder etwas mehr zu Gunsten des Weißweines verschieben. „Wir werden den Weißwein-Anbau forcieren“, kündigte Maile an. Ein Muskateller sei schon im Programm.
Bewährt hat sich nach Ansicht von Geschäftsführer Uwe Schöttle die konsequente Preispolitik. „Lauffener wird es auch künftig nicht zum Schleuderpreis geben“, betonte er. Mit ihrem „Katzenbeißer“, dem Deutschland weit bekanntesten Württemberger Wein, konnte die WG Lauffen ihr Absatzgebiet auch im vergangenen Jahr erweitern. „Wir sind jetzt flächendeckend in Deutschland vertreten, von Kleve bis Cottbus, von Flensburg bis Berchtesgaden“, berichtete Schöttle, der 40 Prozent der Lauffener Weine außerhalb von Württemberg verkauft.
Das Weinjahr 2009 betrachten die Lauffener Weingärtner mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Qualität der Trauben sei traumhaft gewesen und habe beim Mostgewicht durchgängig im Prädikatsbereich gelegen, sagte Maile und bemerkte einschränkend: „Weh tat uns allerdings der geringere Ertrag.“ 6,9 Millionen Kilogramm Trauben wurden 2009 erzeugt, 2008 waren es noch 8,3 Millionen Kilogramm. Die Weinerzeugung ging dadurch von 6,8 Millionen Liter (2008) auf 5,75 Millionen Liter zurück. Zum Jahresende 2009 lagerten noch 9,3 Millionen Liter in den Kellern der Genossen, 1 Million Liter weniger als im Jahr zuvor. Die Bestandsreichweite beläuft sich auf 18 Monate. „Wir hoffen, dass in diesem Jahr die Ernte wieder üppiger ausfallen wird“, sagte Maile.
Die Rebfläche der Lauffener Weingärtner vergrößerte sich um 6 Hektar auf 596 Hektar. Davon sind 58 Hektar terrassierte Steillagen, die größte terrassierte Steillagenfläche im Weinbaugebiet Württemberg. Von den 650 Mitgliedern der WG arbeiten 80 im Vollerwerb. Fünf Weingärtner erzeugen auf 20 ha Fläche Weine nach den Bioland-Bestimmungen.
Die Lauffener Weingärtner sind weiterhin der größte Erzeuger der Rotwein-Sorten Schwarzriesling und Samtrot in Deutschland. Seit Beginn der „TOP 100“-Liste der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ist die WG Lauffen seit sechs Jahren unangefochten der beste Erzeuger in Württemberg. Mit mehr als 100 000 Flaschen sind die Unterländer auch größter Winzersekterzeuger in Württemberg. Die Lauffener Weingärtner stellten mit dem Josua Lemberger Barrique trocken zum zweiten Mal nacheinander den offiziellen Wein beim internationalen Filmfestival „Berlinale“. Außerdem gewannen Lauffener Weine zahlreiche Preise, was mit ein Verdienst von Kellermeister Michael Böhm ist.
Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Maile kündigte auch für 2010 wieder Investitionen in Millionen-Höhe an. So entsteht derzeit ein neuer Holzfasskeller. Außerdem kommt im Rahmen eines Jungwinzer-Projekts, an dem 20 Weingärtner beteiligt sind, im Herbst die erste Rotwein-Cuvée auf den Markt, gemacht aus Trauben mit einer hohen Ertragsreduzierung.
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