Premiere bei EBM-Papst: Der Geschäftsführungsvorsitzende Hans-Jochen Beilke und Finanzchef Hans Peter Fuchs stellten gestern erstmals in der Firmengeschichte die Bilanzzahlen im Rahmen einer Pressekonferenz vor.
Die Zeiten, in denen der Mulfinger Motoren- und Ventilatorenhersteller ein heimlicher Marktführer sein wollte sind nämlich vorbei. Nicht allein, weil das bei einem Umsatz von 986 Millionen Euro und einer weltweiten Präsenz ohnehin kaum mehr möglich wäre, sondern auch, "weil man eine Marke pflegen muss", wie Beilke es in Stuttgart formulierte.
Einsparung
Deswegen sprechen die Mulfinger auch nicht mehr über EC-Technologie, sondern über Green-Tech, über die Energieeinsparung, die mit den elektronisch commutierten EC-Motoren möglich wird. "Das ist nicht nur ein grüner Anstrich", sagt Beilke. "Wir sind seit zwei oder drei Jahren ein grünes Unternehmen geworden. Umwelttechnik ist eines unserer Kerngebiete geworden." Und gerade in der Krise habe sich die Ausrichtung bezahlt gemacht. "Die Diversifizierung hat uns in der Krise ganz arg geholfen", betont Beilke. EBM-Ventilatoren werden nicht nur in Werkzeugmaschinen eingebaut, sondern auch in Windkraftanlagen, Pelletskessel und Wechselrichter für Sonnenstromanlagen.
Gleichzeitig arbeiten die Hohenloher konsequent am Ausbau ihrer globalen Präsenz: In Indien haben die Mulfinger eine neue Fabrik gebaut, in China entsteht derzeit ein drittes Werk. Denn dort erwartet die Firma künftig das größte Wachstum.
Übrigens auch mit Umweltthemen: Zur Verringerung des Stromverbrauchs und der Umweltverschmutzung enthalte der Fünfjahresplan der chinesischen Regierung strenge Vorgaben. "Energieeffizienz ist zum Wettbewerbsfaktor geworden", sagt Beilke. Denn: "Mit dem Ende der Wirtschaftskrise taucht das Energieproblem wieder auf."
Im Moment macht den Hohenlohern nämlich mehr die "Überhitzung" zu schaffen als eine Nachfrageflaute. Die aktuellen Zuwachsraten sind enorm hoch. Das Ziel, den Umsatz nach dem "eher moderaten Minus" von 6,6 Prozent im laufenden Jahr von 986 auf 1030 Millionen Euro zu steigern, sei daher "nicht ambitioniert". Im Rekordjahr 2007/08 hatte der Umsatz 1076 Millionen Euro erreicht.
Eines hat das Unternehmen indes nicht verändert: Zum Ergebnis macht EBM-Papst keine Angaben. Nur so viel: "In dieser Hinsicht sind wir schwarz." Finanzchef Fuchs konkretisiert die Ergebnissituation mit den Worten "auskömmlich, aber nicht zufriedenstellend." Die Eigenkapitalquote betrage 37 Prozent.
Dass es wieder aufwärts geht, zeigt auch die Mitarbeiterzahl. In Mulfingen beschäftigt EBM-Papst derzeit 2600 Mitarbeiter, weltweit wieder mehr als 10 000.
Quelle: Heilbronner Stimme vom 5. Mai 2010 von Manfred Stockburger
Quelle Bild: EBM-Papst
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