Insgesamt arbeiten rund 3000 Menschen am Forschungs- und Entwicklungsstandort Bosch in Abstatt.
Der Umzugsplan hängt an der Wand, die Möbel sind beschriftet, die Arbeitsplätze verwaist. Nach zwei Jahren in provisorischen Bürogebäuden ziehen 400 Mitarbeiter der Bosch Engineering GmbH (BEG) in das neue Gebäude auf dem Bosch-Areal. 200 weitere Mitarbeiter kommen aus dem Nachbargebäude und aus Markgröningen hinzu. Bis Ende Juni sollen die 600 BEG-Kollegen unter einem Dach sitzen. Insgesamt arbeiten rund 3000 Menschen am Forschungs- und Entwicklungsstandort Bosch in Abstatt.
Für rund 60 Millionen Euro hat das Unternehmen den Standort jetzt erweitert. Der Komplex mit 43 000 Quadratmeter Fläche auf fünf Geschossen und einer Tiefgarage ist hauptsächlich für die BEG-Mitarbeiter gedacht.
Der Trakt mit Großraumbüros, Werkstätten und Labors gleicht den anderen Gebäuden auf dem Areal, und ist doch anders. Dinge, die in den anderen Häusern nicht optimal waren, wurden hier verbessert.
Mitarbeiter Sven Lanwer nennt einige Beispiele: Die Teeküchen sind nun mit einer Glaswand abgetrennt, damit der Lärm nicht in die Großraumbüros dringt. Es gibt mehr Besprechungsräume. Es sind sogenannte Denkzellen eingerichtet − kleine Büros, in die sich die Mitarbeiter für Kundengespräche und ähnliches zurückziehen können. Im Untergeschoss gibt es eine Tiefgarage, die Platz für rund 100 Prototypen bietet. Lastwagen können direkt hineinfahren und ihre Ware abladen. Mit einem Fahrstuhl kommen die Autos einen Stock höher in die Werkstatt.
Ausgepackt
Umzugskartons stehen in den Gängen. Sven Lanwer hat seine bereits ausgepackt. Hell ist es und geräumig. Lanwer freut sich über seinen modernen Arbeitsplatz. Auch seine Kollegin Ulrike Kraft ist zufrieden: "Mehr Luft, mehr Raum. Einfach toll." Demnächst werden die Dächer begrünt. "Durch den langen Winter sind wir bei den Außenanlagen in Zeitverzug", erklärt Rudi Ott, Chef der Standort-Verwaltung. Ansonsten war die Fertigstellung des Gebäudes eine Punktladung.
Mitte Juni ziehen die Kollegen aus Markgröningen ein. Zuerst steht bei den Mitarbeitern aus dem Motorsportdienst aber das 24-Stunden-Rennen von Le Mans auf dem Plan. "Wir beliefern da viele Teams", erklärt Annett Fischer von der Öffentlichkeitsarbeit. Sitzen ab Ende Juni alle in einem Gebäude, wird eines entscheidend anders. "Kurze Wege, direkte Kommunikation. Das wird viele Prozesse verändern", sagt Fischer. Und noch ein Vorteil: "Die Arbeitsplätze wurden direkt auf uns zugeschnitten."
Natürlich freut sich auch BEG-Geschäftsführer Bernhard Bihr über den Neubau. "Aber es ist auch eine Verpflichtung", sagt er. Als das Gebäude mit Platz für 800 Mitarbeiter konzipiert wurde, wurde es auch auf Wachstum ausgelegt. Bihr: "Das ist für mich die Aufgabe."
Bosch Engineering GmbH
1400 Mitarbeiter arbeiten bei der BEG, davon 1200 in Abstatt. 1999 wurde die Tochter von Bosch gegründet und erlebte ein rasantes Wachstum. Während der Krise blieben die Arbeisplätze konstanz. Noch wird in Abstatt arbeitszeitreduziert gearbeitet. „Wir gehen davon aus, dass wir uns bald zur Normalität zurückentwickeln“, sagt Geschäftsführer Bernhard Bihr.
Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik erwirtschafteten rund 270 000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 38 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 300 Tochter- und Regionalgesellschaften in über 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Pro Jahr gibt Bosch mehr als 3,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldet über 3 000 Patente weltweit an. Mit allen seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.
Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861-1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen, langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte sind mehrheitlich bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.
Quelle: Heilbronner Stimme vom 12. Mai 2010 von Nelli Nickel
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