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Ständige Vertretung für Trollinger
     
 
 

5.6.10

 

Alex Bachmann schlendert über den Ku'damm und biegt in Richtung Kantstraße ein. Gegenüber dem Theater des Westens, wo derzeit das Musical "Der Schuh des Manitu" gegeben wird, verweilt er vor einem Schaufenster mit der Leuchtschrift Württemberger Weinhaus. Der Schwede fackelt nicht lange und betritt den Laden. Heuchelberg, Weinsberger Tal, Stromberg: Die Titel an den Regalen sagen ihm zwar nicht viel. Dennoch wird der Tourist fündig. Er greift zu einem Rosé aus Lauffen und nimmt sich einen Stapel Prospekte mit − "fürs Hotel".

An der Kasse packt gerade Hans-Martin Udert (74) sechs Flaschen Heilbronner und Untertürkheimer in seine Tüten. Der pensionierte Geschäftsmann stammt aus Koblenz, wohnt aber schon seit 50 Jahren in Berlin. "Gute Preise und das breite Spektrum" lassen den Rheinländer immer öfter zu Trollinger und Co. greifen. "Ade Franz!", ruft derweil der Mann an der Kasse, Frank Haerdle, einem Stammkunden nach, um sich dem nächsten zu widmen.

Haerdle führt das 2002 von der WG-Weinwerbegemeinschaft aus der Taufe gehobene Württemberger Weinhaus fast von Anfang an. Derzeit sind dort 33 Genossenschaften mit 180 Etiketten vertreten. Pro Flasche zahlt man fünf bis acht Prozent mehr als in der Heimat. Haerdles Kundenliste zeigt 900 Adressen. Die Hälfte dürfte aus dem Ländle stammen, schätzt der gebürtige Südbadener, auch Promis und Politiker sind dabei. Die Rebsorten-Nachfrage sei "je nach Jahreszeit bunt". Naturgemäß liefen die größeren Betriebe, aber auch die in den Medien gelobten besser. Insgesamt zeige die Verkaufskurve "ständig nach oben", erklärt der 48-Jährige.

Noch trägt sich das Weinhaus nicht selbst. Mitfinanziert wird es über eine Anstellungsgebühr pro Flasche, die man seit 2002 habe halbieren können, sagt der Vorstandschef des Mutterunternehmens WZG, Dieter Weidmann. "Absolute Zahlen" will er nicht nennen. "Wir sind auf einem guten Weg."

Den Erfolg des Weinhauses will er aber nicht nur am Verkauf messen. Vielmehr sei es ein Marketinginstrument und eine Art Drehscheibe in Handel und Gastronomie, für Kontaktpflege und immer stärker für Events: von Präsentationen und Proben über Kleinkunst und Berlinale bis zu Kongressen. Nicht zuletzt dank dieser Imagepflege sei Württemberger WG-Wein in Berlin und Umgebung inzwischen flächendeckend im Lebensmittelhandel zu haben − nur nicht im elitären KaDeWe, das sich lieber auf Prädikatsgüter konzentriert. Zäher laufe die Beschickung von Lokalen. "In der Gastronomie ist das hier ein Häuserkampf, aber billig ist eben nicht unser Thema", so Weidmann.

Schwaben-Hochburg

Unter allen 13 deutschen Weinregionen leisten sich in der Hauptstadt nur Baden und Württemberg "ständige Vertretungen". Seit 2001 zeigt das Ländle hier auch mit der Messe Baden-Württemberg Classics Flagge. Traditionell ist Berlin wegen des hohen Schwabenanteils (170 000 von 3,4 Millionen Bewohnern kommen von hier) und guter Handelsbeziehungen für Tropfen aus dem Südwesten ein wichtiger Markt, der nach dem Mauerfall größer, bunter, aber auch umkämpfter wurde. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt mit 18,5 Litern/Jahr knapp unter dem Bundesschnitt.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 5.6.2010

Weitere Informationen

Württemberger Weinhaus in Berlin
   
Maultaschenparty im Württemberger Weinhaus im Rahmen der Stallwächterparty 2008 der Region Heilbronn-FRanken in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund in Berlin.
   
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