Der Weltmarktführer als Komplettanbieter in der Sägebranche will die wirtschaftliche Talsohle verlassen.
Mit einem Paukenschlag will die Firma Behringer die wirtschaftliche Talsohle verlassen. Der Sägemaschinenbauer hat jetzt eine neue Gießerei am Hauptsitz in Kirchardt in Betrieb genommen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte-Informationen, nach denen das Volumen der größten Einzelinvestition der 91-jährigen Firmengeschichte bei mehr als 14 Millionen Euro liegt. "Dank der neuen Gießerei sind wir optimal vorbereitet, wenn es jetzt endlich wieder aufwärts geht", sagt Geschäftsführer Christian Behringer.
Als "Meilenstein" bezeichnet Behringer die vor der Krise geplante Anlage, die in einem Neubau untergebracht ist und das zweite Standbein neben dem Maschinenbau bedeutet. 50 Mitarbeiter sind in diesem Bereich beschäftigt. Gut zehn Prozent der hier hergestellten Gussteile sind für den Eigenbedarf, knapp 90 Prozent für externe Kunden. Schneller, flexibler, präziser sei die neue Gießerei im Vergleich zur alten, die nun stillgelegt wurde. Alles nach neuesten Sicherheits- und Umweltstandards gebaut, heißt es.
Neue Kunden
Die Hoffnungen sind groß in Kirchardt. Geschäftsführer Rolf Behringer wünscht sich durch die Investition, neue Kunden aus der Region zu gewinnen. "Wir können zum einen gute Preise anbieten", sagt er, "zum anderen sind wir nun auch in der Lage, mit einem noch besseren Service und qualitativ hochwertigeren Produkten zu glänzen." Geht es nach dem Management, kann die Aufholjagd nach verlustreichen Monaten beginnen.
Wie die gesamte Maschinenbaubranche hat das Unternehmen 2009 heftige Rückschläge erlitten. Zwar nennt die Geschäftsführung keine Zahlen. "Aber die Krise hat uns härter erwischt, als wir ursprünglich angenommen hatten", sagt Christian Behringer. In der letzten im Unternehmensregister veröffentlichten Bilanz von 2008 erzielte Behringer noch einen Umsatz von 56 Millionen Euro. Seinerzeit hieß es, man rechne für 2009 mit einem Minus von 30 Prozent.
Tatsächlich fährt der Maschinenbauer seit März 2009 Kurzarbeit − wenn auch der Umfang laut Management zuletzt "deutlich reduziert" wurde. Anfang 2010 wurden sogar 50 der zuvor 350 Stellen abgebaut. Freilich, die Aufwärtstendenzen häufen sich seit einigen Wochen. Seit März dieses Jahres stabilisiere sich die Auftragslage, so die Firmenleitung. Behringer beobachtet in relevanten Auslandsmärkten wie den USA, Frankreich und Italien eine "Seitwärtsbewegung". Insgesamt sei sogar ein leichter Aufschwung auszumachen, heißt es bei der Firma, deren Exportanteil 60 Prozent beträgt.
Optimismus überwiegt
"Das Vorkrisenniveau ist zwar noch nicht erreicht, aber wir rechnen mit einer weiteren Erholung im Laufe des Jahres", so Christian Behringer. Erneuter Personalabbau ist daher nicht geplant. Überhaupt überwiegt wieder der Optimismus bei Kirchardts größtem Arbeitgeber. "Die Großinvestition ist ein Signal dafür, dass wir positiv nach vorne blicken und eindeutig zum Standort Kirchardt stehen", betont Christian Behringer.
Quelle Heilbronner Stimme vom 2. Juli 2010 von Werner Tewes www.stimme.de
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