Für das neue Verwaltungsgebäude soll noch in diesem Herbst Spatenstich sein. Das gesamte Projekt kostet 20 Millionen Euro.
Seit seinem 75. Geburtstag ist es offiziell − als Reinhold Würth selbst bekanntgab, dass die wegen der Wirtschaftskrise ausgesetzten Bauprojekte in Künzelsau doch verwirklicht werden. Nun ist klar, dass sie lediglich ein Anfang sind: Das Unternehmen denkt bereits über massive Erweiterungen der Gaisbacher Zentrale nach.
Details nannte jetzt Bernd Herrmann, Geschäftsführer der Deutschland-Gesellschaft Adolf Würth GmbH Co. KG: Demnach werden in den nächsten beiden Jahren nicht nur, wie schon lange geplant, ein neues Verwaltungsgebäude und die Halle gebaut, sondern auch eine neue Würth-Niederlassung, ein Lkw-Warteplatz sowie in Künzelsau selbst ein Skulpturenpark am Güldner-Gebäude sowie die geplante Erweiterung des Hotels Anne-Sophie. Zukunftsmusik ist noch ein Parkhaus in Gaisbach: Dieses Projekt hängt davon ab, ob die Nordumgehung gebaut wird, erläuterte Herrmann.
Logistik-Reserve
Der Künzelsauer Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet nördlich der Würth-Zentrale, zwischen der Nordumgehung und den Logistik-Gebäuden, beschlossen. Auf dieser Fläche, deutete Herrmann an, sollen nicht nur die neue Niederlassung entstehen, sondern auch bei anhaltendem Wachstum zusätzliche Logistik-Hallen errichtet werden.
"Wir planen nicht um unserer selbst willen, sondern aus purer Notwendigkeit", erläuterte der Geschäftsführer. "Wir wachsen zurzeit mit 20 Prozent, wir schreiben permanent Rekordumsätze, da wird es in vielen Bereichen bereits zu eng." Platz genug hat das Unternehmen inzwischen: "Wir sind seit 15 Jahren dabei, Grundstücke zu kaufen, um die Entwicklung des Unternehmens sicherzustellen", sagte Herrmann.
Spatenstich
Mit den ersten Projekten soll es noch diesen Herbst losgehen: "Wir werden wohl noch vor Jahresende den Spatenstich für das neue Verwaltungsgebäude feiern", kündigte der Geschäftsführer an. 350 Arbeitsplätze sollen in dem 12-Millionen-Euro-Bau entstehen, der wohl Anfang 2012 fertig wird. Über zwei Verbindungsbauten ist er an den bestehenden Verwaltungskomplex angeschlossen. Parallel muss die Kantine vergrößert werden, außerdem sollen alle Bürobauten, die auch schon aus dem Jahr 1991 stammen, saniert werden − Kostenpunkt: weitere acht Millionen Euro.
Im nächsten Jahr geht es dann weiter: Unter anderem soll die Logistik neu geordnet werden. "Morgens ist die Reinhold-Würth-Straße oft völlig mit Lastwagen zugeparkt", berichtete Herrmann. Daher sei neben zusätzlichen Parkplätzen eine Lkw-Wartezone am Nordende des Geländes geplant, wo zuletzt das Festzelt stand. Dort soll ebenfalls nächstes Jahr eine neue Würth-Niederlassung entstehen. "Wir wollen ein völlig neues Modell errichten", sagte Herrmann. Geplant ist ein Shop in einem zwei- oder dreistöckigen Gebäude, dessen obere Stockwerke von der Abteilung Telefonverkauf bezogen werden. Dafür könnte in die bisherige Niederlassung die Sparte Würth Online World (WOW) und der neue Bereich Wabco Würth einziehen.
Verkleinert
Das Kultur- und Kongresszentrum wird hingegen zwar gebaut, allerdings in kleineren Dimensionen. Hintergrund ist die Gründung des Auslands-Konzernsitzes in der Schweiz, berichtet Herrmann. "Unsere Auslandsgesellschaften werden dort tagen, so dass der Kongress-Schwerpunkt hier nicht so groß werden muss." Statt auf 80 bis 100 Millionen ist das Projekt nun auf 30 Millionen Euro veranschlagt, berichtete er. Architekt David Chipperfield arbeite bereits an entsprechenden Umplanungen. Die endgültige Version soll im ersten Halbjahr 2011 entschieden werden, so dass es mit dem Bau 2012 losgehen könnte.
Im nächsten Jahr soll auch das Konzept für die Erweiterung des Hotels Anne-Sophie stehen. Fest steht bereits, dass an der Stelle des abgerissenen Hauses Kurrle neu gebaut wird. Hier laufen noch Detailplanungen, die Kosten liegen aber "deutlich über fünf Millionen Euro".
Über die Würth-Gruppe
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer in ihrem Kerngeschäft, dem Handel mit Montage- und
Befestigungsmaterial. Sie besteht aktuell aus rund 400 Gesellschaften in 84 Ländern und
beschäftigt über 59.000 Mitarbeiter. Davon sind über 29.000 fest angestellte Verkäufer im
Außendienst. 2009 erzielte die Würth-Gruppe einen Umsatz von 7,5 Milliarden Euro.
Im Kerngeschäft, der Würth-Linie, umfasst das Verkaufsprogramm für Handwerk und Industrie
über 100.000 Produkte: von Schrauben, Schraubenzubehör und Dübeln über Werkzeuge bis
hin zu chemisch-technischen Produkten und Arbeitsschutz.
Die sogenannten Allied Companies operieren unter ihrem eigenen Namen in an das
Kerngeschäft angrenzenden oder diversifizierten Unternehmensbereichen. Sie vertreiben
beispielsweise Produkte für Bau- und Heimwerkermärkte, Elektroinstallationsmaterial,
elektronische Bauteile (z. B. Leiterplatten), Finanzdienstleistungen und Solarmodule. Sie machen
rund 42 Prozent des Umsatzes der Würth-Gruppe aus.
Quelle Heilbronner Stimme vom 28. Juli 2010 von Heiko Fritze www.stimme.de
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