| Die Arbeitslosenquote ist in der Region im Juli entgegen den Erwartungen erneut leicht zurückgegangen.
Während die Quote bundesweit leicht zulegte und im Land bei 4,7 Prozent stagnierte, sank die Quote regionsweit um durchschnittlich 0,1 Prozentpunkte. Dies zeige, dass sich die Konjunktur nachhaltig erhole, da im Juli in der Regel die Zahlen steigen, so Martin Diepgen von der Heilbronner Agentur für Arbeit. Gründe dafür seien normalerweise das Ende von Schule und Ausbildungen und die Werksferien vieler Betriebe. Die gute Konjunktur habe in diesem Juli den erwarteten Anstieg jedoch ausgeglichen. Im Stadt- und Landkreis Heilbronn liegt die Quote derzeit bei 5,2 Prozent, im Kreis Schwäbisch Hall bei 3,8 und im Hohenlohekreis bei 3,6 Prozent.
Auch im Main-Tauber-Kreis zeigt sich der Arbeitsmarkt stabil, die Quote stagnierte hier allerdings bei 3,7 Prozent. Überall nimmt die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter zu, die Kurzarbeit ist insgesamt rückläufig.
Agentur für Arbeit Heilbronn – Stadt- und Landkreis Heilbronn
Im Juli hat die Arbeitslosigkeit in der Region Heilbronn erneut abgenommen und ist mit einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent im fünften Monat in Folge rückläufig. Landesweit blieb die Quote unverändert bei 4,7 Prozent.
„Anders als zu dieser Jahreszeit üblich, ist die Arbeitslosigkeit in der Region Heilbronn im Juli zurückgegangen. Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Arbeitslosenquote im Landesschnitt unverändert geblieben ist. Unser Ar-beitsmarkt entwickelt sich überaus positiv und wir haben gute Gründe anzu-nehmen, dass diese Tendenz weiter anhält“, sagt Martin Diepgen, Vorsitzen-der der Geschäftsführung der Heilbronner Agentur für Arbeit, zur aktuellen Si-tuation.
Bemerkenswerter Rückgang der Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit ist im Juli weiter zurückgegangen. Mitte des Monats waren 12 642 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 145 weniger als im Juni.
Normalerweise ist ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit um diese Jahreszeit durchaus üblich, da das Ende betrieblicher und schulischer Ausbildungswege sowie Quartalskündigungen für eine Zunahme an Arbeitslosen sorgen.
Die derzeit positive Entwicklung wird auch dadurch unterstrichen, dass in den letzten zwanzig Jahren in der Region Heilbronn nur in 2006 ein noch stärkerer Rückgang der Arbeitslosigkeit in dieser Jahreszeit zu verzeichnen war.
Von der anhaltenden Belebung am Arbeitsmarkt konnten Männer stärker profi-tieren als Frauen. 6 454 Männer waren im Juli arbeitslos gemeldet, 215 weni-ger als vor vier Wochen. Bei den Frauen war ein Anstieg um 70 auf 6 188 zu verzeichnen.
Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen insgesamt um 1 503 oder 10,6 Prozent.
Entwicklung nach Rechtskreisen
Betrachtet man die Entwicklung nach Rechtskreisen so zeigt sich, dass die Zahlen in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch (SGB) III) leicht angestiegen sind. Hier gab es im Juli eine Zunahme um 20 auf 5 882 Arbeits-lose. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist allerdings ein deutlicher Rückgang um 1 323 (minus 18,4 Prozent) zu verzeichnen.
Bei den Personen, die Leistungen nach dem SGB II erhalten, ist die Arbeitslo-sigkeit zurückgegangen. 6 760 Männer und Frauen waren registriert, 165 we-niger als im Juni und 181 weniger als vor einem Jahr (minus 2,6 Prozent).
Unterschiedliche Auswirkungen für einzelne Personengruppen
Die im Juli übliche Beendigung von Ausbildungsverhältnissen hat dazu ge-führt, dass die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren gegenüber dem Juni um 165 oder 15,6 Prozent auf 1 223 gestiegen ist. Daher erhöhte sich auch die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit von 3,5 Prozent auf aktuell 4,0 Prozent.
Vor Jahresfrist lag sie mit 6,0 Prozent dagegen noch deutlich höher. Damals waren 1 840 junge Menschen arbeitslos gemeldet.
Bei den Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, war im Vergleich zum Vor-monat ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Mit 3 636 waren in dieser Al-tersgruppe 16 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Juni. Vor einem Jahr wurden in dieser Personengruppe 3 492 Arbeitslose gezählt.
Von der guten Stimmung in der Wirtschaft haben die ausländischen Mitbürger profitiert. Im Juli waren 3 215 arbeitslos, 129 weniger als im Juni und 504 we-niger als vor einem Jahr (minus 13,6 Prozent).
Nachfrage nach Arbeitskräften nimmt weiter zu
Die gute Lage in der Wirtschaft macht sich auch bei den Stellenzugängen be-merkbar. Im sechsten Monat in Folge steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften an. 1 354 neue Vermittlungsaufträge sind im Juli bei der Heilbronner Arbeits-agentur eingegangen, 282 mehr als im Juni und 588 mehr als vor einem Jahr.
Das vorhandene Stellenangebot (2 620) ist um 339 freie Arbeitsplätze höher als im Juni und um 37,2 Prozent größer als vor einem Jahr.
Ausbildungsmarkt fast ausgeglichen
Das Angebot an Ausbildungsstellen und die Nachfrage ist beinahe ausgeglichen. Bei der Berufsberatung der Heilbronner Agentur sind derzeit 3 025 Bewerber für 2 889 Ausbildungsstellen gemeldet.
Kurzarbeit rückläufig
Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage verzichten immer mehr Unterneh-men auf Kurzarbeit. Im Juni, dem bislang letzten statistisch erhobenen Zeit-raum, haben 21 Firmen für 526 Personen Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen angezeigt. Im Mai waren es noch 40 Firmen für 555 Mitarbeiter ge-wesen.
Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim – Main-Tauber-Kreis
Arbeitslosenquote im Juli unverändert bei 4,2 Prozent.
Im Juli blieb die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Tauberbischofsheimer Arbeits-agentur im Vergleich zum Juni weitgehend unverändert. 6.265 Menschen sind aktuell arbeitslos gemeldet, 19 weniger als im Juni.
Wie im Vormonat liegt die Quote bei 4,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,1 Prozent.
„Im Juli hat sich der Arbeitsmarkt sehr stabil gezeigt“, so der Agenturleiter Ste-fan Beil. „Mit dem Abschluss schulischer und betrieblicher Ausbildungen kommen in den Sommermonaten verstärkt junge Arbeitskräfte auf den Ar-beitsmarkt, die sich bei erfolgloser Stellen- oder Jobsuche vorübergehend ar-beitslos melden. Dies führt üblicherweise sogar zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen.“
Der Anteil der Arbeitslosen insgesamt aus dem Bereich des Arbeitslosengel-des I (Sozialgesetzbuch III - SGB III) liegt bei 43,2 Prozent (Vormonat 42,5 Prozent), aus dem SGB II Bereich bei 56,8 Prozent (Vormonat 57,5 Prozent).
Kreise
Im Main-Tauber-Kreis ist die Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent gleich ge-blieben. Zum Stichtag waren 2.644 Menschen arbeitslos gemeldet, 35 Men-schen weniger als im Juni.
Diese verteilten sich auf die drei Geschäftsstellenbezirke im Main-Tauber-Kreis wie folgt: Hauptagentur Tauberbischofsheim 999 Arbeitslose (Quote: 3,3), Geschäftsstelle Bad Mergentheim 837 Arbeitslose (Quote: 3,5) und Ge-schäftsstelle Wertheim 808 Arbeitslose (Quote: 4,5).
Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,7 Prozent. 3.621 Arbeitslose waren zum Stichtag im Juli registriert. In der Ge-schäftsstelle Mosbach waren bei einer Quote von 4,7 Prozent (Plus von 0,1 Prozentpunkten zum Vormonat) 1.949 Menschen arbeitslos gemeldet, in Bu-chen bei einer Quote von 4,8 Prozent 1.672 Arbeitslose.
Bewerber
Ein Blick auf die Zu- und Abgangsdaten zeigt die Bewegung auf dem Arbeits-markt. 1.697 Menschen haben sich neu arbeitslos gemeldet, 1.729 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Stellenangebote
Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe und Verwaltungen zeigt sich an der Entwicklung der ungeförderten Arbeitsstellen. Das sind Stellen ohne staatliche Förderung im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Arbeitsge-legenheiten.
Um die Berichterstattung hinsichtlich der gemeldeten Stellen verständlicher zu machen, werden nur noch die ungeförderten Stellenangebote in der Statistik als gemeldete Arbeitsstellen bezeichnet und ausgewiesen.
Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall – Hohenlohekreis und Landkreis Schwäbisch Hall
Im Juli ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Haller Arbeitsagentur (Landkreis Schwäbisch Hall und Hohenlohekreis) im Vergleich zum Juni um 177 Personen zurückgegangen. Zum Stichtag im Juli waren 6023 Arbeitslose registriert (Juni: 6200). Auch der Vorjahresvergleich fällt positiv aus: die Arbeitslosigkeit ging um 18,3 Prozent zurück, es sind 1346 Menschen weniger arbeitslos.
Die Arbeitslosenquote, also der Anteil der Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen, liegt jetzt bei 3,7 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 4,6 Prozent. Landesweit liegt Schwäbisch Hall hinter Ravensburg (3,5) auf Platz 2. Der Landesdurchschnitt liegt bei 4,7 Prozent.
Ein Blick auf die Zu- und Abgangsdaten zeigt die große Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. 1816 Menschen haben sich neu arbeitslos gemeldet. Darunter sind über 500 junge Menschen, die jetzt eine Ausbildung abgeschlossen haben. Die Arbeitsvermittler der Agentur kümmern sich intensiv um die Vermittlung der jungen Fachkräfte, die im Anschluss an ihre Ausbildung noch keinen Arbeitsplatz gefunden haben. 1999 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Arbeitgeber haben 1060 Stellen im Juli gemeldet. 2281 Stellenangebote waren zum Stichtag im Bestand, das sind 331 mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr ist Bestand an gemeldeten Stellen um über 60 Prozent angestiegen.
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall
Im Landkreis Schwäbisch Hall wurden im Juli 3851 Arbeitslose gezählt. Das sind 628 Personen weniger als vor einem Jahr. 1256 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 1306 Menschen konnten aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 3,8 Prozent.
Arbeitgeber haben 592 Stellenangebote gemeldet. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 1413.
Im Hohenlohekreis wurden im Juli 2172 Arbeitslose gezählt. Das sind 718 Menschen weniger als vor einem Jahr. 560 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 693 Menschen konnten aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 3,6 Prozent.
Arbeitgeber haben 468 Stellenangebote im Juli aufgegeben. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 868.
Die Eckwerte im Rechtskreis des SGB II
Auch Arbeitslose im Rechtskreis des SGB II profitieren von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Im Agenturbezirk gab es im Juli 3222 Arbeitslose (SGB II), das sind 271 Menschen weniger als im Juni und 143 Menschen weniger als vor einem Jahr.
Bei der ARGE SoziAl im Landkreis Schwäbisch Hall waren zum Stichtag im Juli 2072 Arbeitslose registriert (Juni: 2211). Die Arbeitsagentur betreute im Haller Landkreis 1779 Arbeitslose (Juni: 1693).
Von den 2172 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 1150 von der ARGE im Hohenlohekreis betreut (Juni: 1282). Bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur im Hohenlohekreis waren zum Stichtag im Juli 1022 Arbeitslose registriert (Juni: 1014).
Der Ausbildungsmarkt
Der statistische Berichtszeitraum für den Ausbildungsmarkt läuft in Anlehnung an den üblichen Ausbildungsbeginn vom 1. Oktober bis zum 30. September. Somit wird eine umfassende Beurteilung des Ausbildungsmarktes erst im September möglich sein. Seit Oktober 2009 meldeten sich 2248 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, das sind 4,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 2194 Meldungen von Arbeitgebern für Berufsausbildungsstellen, auch das entspricht einem Minus von 4,2 Prozent.
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