Als weltweit führender Hersteller von Fenstern und Hekis für Reisemobile und Wohnwagen kennt Dometic die Anforderungen an hochwertige und wetterfeste Fenstersysteme. Über 70 Prozent aller europäischen Reisemobilhersteller montieren Seitz-Fenster. Weltweit sind bereits mehrere Millionen dieser Fenster im Einsatz – da Dometic das ganze Know-how von Seitz mitliefert.
Die Rahmen sind aus Polyurethan, die Scheiben aus Plexiglas: 2500 solcher Fenster werden jeden Tag in Krautheim hergestellt, dazu an die 3000 Rollos, 1200 Dachfenster und 200 Türen. Nicht Häuslesbauer sind die Auftraggeber, sondern die Hersteller von Wohnmobilen und Caravans. Die Firma Dometic Seitz zählt zu den ganz großen Zulieferern in dieser Halbwelt: an der Schnittstelle zwischen Automobilindustrie und Möbelmanufaktur.
Mit 420 Mitarbeitern werden die Bauteile mit den unterschiedlichsten Formen, Funktionalitäten und Abmessungen auf einer Produktionsfläche von 20 000 Quadratmetern hergestellt. Und zurzeit haben die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun, denn nach einem Einbruch im vergangenen Jahr ist der Umsatz jetzt wieder auf das Niveau von 2007 hochgeschnellt.
Vorsichtige Planung
In Prozent ausgedrückt lag das Plus in den ersten sechs Monaten bei 42 Prozent − den geplanten Jahresumsatz beziffert Geschäftsführer Matthias Fischer mit rund 80 Millionen Euro. Branchenkenner befürchten allerdings, dass die Hersteller ihre Volumina bereits wieder zu weit hochgefahren haben, weshalb auch Matthias Fischer in der Planung zur Vorsicht tendiert.
"2009 war ein fürchterliches Jahr", sagt Fischer. Bei 30 Prozent habe der Umsatzrückgang gelegen. 100 Leiharbeiter habe er nicht weiterbeschäftigen können, außerdem gab es in größerem Umfang Kurzarbeit. "So sind wir ohne Entlassungen ausgekommen." Inzwischen ist die Belegschaft wieder angewachsen. Als Fischer vor 15 Jahren zu Seitz kam, hatte die Firma übrigens nur rund 160 Mitarbeiter.
Marktanteil
Die Auslastung des Krautheimer Unternehmens, das seit 2000 zum schwedischen Dometic-Konzern gehört, spiegelt ziemlich genau das Geschehen in der europäischen Freizeitmobil-Branche wieder, schließlich liegt der Marktanteil der Jagsttäler bei den Rahmenfenstern bei 90 Prozent und bei den Heki genannten Dachfenstern immer noch bei rund zwei Dritteln. Etwa 155 000 Fahrzeuge im Jahr kommen in Europa neu auf den Markt, allerdings beliefert Dometic auch Ersatzteilhändler. Der Absatz nach Übersee spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Wachsen möchte das Unternehmen vor allem mit Türen, dort liegt der Marktanteil den Angaben zufolge bisher nämlich lediglich bei 40 Prozent. Eine neue Eingangstür für Caravans, die das Unternehmen jetzt vorgestellt hat, soll der Schlüssel dazu sein. Das gemeinsam mit dem Kunden Hymer-Gruppe entwickelte Element, das in Krautheim in einer Kleinserienfertigung montiert wird, setzt konsequent auf Leichtbau: Gerade mal elf Kilo bringen Kunststoffrahmen und die neue Tür zusammen auf die Waage.
Leichtbau
Bei den Freizeitmobilen ist im Gegensatz zur Autobranche aber nicht der Spritverbrauch die treibende Kraft, sondern Veränderungen beim Führerschein: Im Gegensatz zur früheren Klasse 3, deren Inhaber Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen fahren dürfen, liegt die Obergrenze bei der EU-Klasse B bei 3,5 Tonnen. Durch den Kunststoffrahmen sei außerdem eine bessere Wärmeisolierung möglich, die zu einem verbesserten Komfort der Fahrzeuge beitragen soll.
Quelle: Heilbronner Stimme vom 3. August 2010 von Manfred Stockburger
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