Die Mitarbeiter von Eberhard Werkzeugtechnologie beziehen in diesen Tagen den Neubau in Nordheim. Die größte Investition in der über 75jährigen Unternehmensgeschichte mit einem Volumen von 7 Millionen Euro bedeutet eine Verdoppelung der seitherigen Produktions- und Bürofläche.
Der Hersteller von Präzisionskomponenten für den Werkzeugbau wurde zwar auch von der Krise getroffen, sieht aber die Situation als Chance, gestärkt daraus hervorzugehen. Im Gesamtunternehmen Gebrüder Eberhard GmbH & Co. KG wurden keine Arbeitsplätze abgebaut, so dass derzeit unverändert 400 Mitarbeiter beschäftigt werden. 2010 wird voraussichtlich ein Umsatz von deutlich über 80 Millionen Euro in den beiden Geschäftsbereichen Werkzeugtechnologie und Elektrofachgroßhandel erreicht werden, was einer Steigerung von 34% entspricht und womit die Umsatzdelle 2009 wieder ausgebügelt wäre. Der Elektrofachgroßhandel Eberhard in Heilbronn steigerte insbesondere über Photovoltaik-Anlagen erfolgreich seine Umsatzzahlen. Im Frühjahr konnten die Heilbronner ein Erweiterungsbau mit einem Investitionsvolumen von 1 Mio. EUR einweihen. Nachhaltigen Optimismus zeigt die Erhöhung der Ausbildungsaktivitäten. Im Gesamtunternehmen wird mit dem Ausbildungsbeginn im September eine Auszubildenden-Quote von über 10% erreicht werden. Erstmals werden auch drei Bachelor-Studiengänge in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart durchgeführt.
Mitarbeiterorientierung zeigt das Unternehmen auch beim Neubau in Nordheim. Die gesamte Luft in der Produktionshalle wird vier mal in der Stunde und damit in einem Volumen von 40.000 Kubikmeter komplett und zugfrei getauscht. Bei sommerlicher Hitze wird die Temperatur um bis zu 8 Grad gegenüber der Außentemperatur gesenkt. Die dabei eingesetzte Lüftungstechnik holt in den kühleren Jahreszeiten über Wärmerückgewinnung 88% der Energie aus der Abluft. Energie wird auch erheblich gespart über die Gewinnung von Kühlleistung für Produktionsvorgänge durch die Nutzung von Brunnen. Die dabei gewonnene Kälteleistung beträgt 315 kW und entspricht einer CO2-Vermeidung von 300 t jährlich. Mit einer neuen Kühlschmiertechnik auf Basis von polymerisiertem Wasser wird eine Verdoppelung der Nutzungszeit erreicht. Angesichts dieser Leistungen wird Eberhard sicher dem Anspruch von einer Investition in die Zukunft mehr als gerecht.
Tradition und Fortschritt - die Historie
Die Kombination der Geschäftsbereiche mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, sie erklärt sich aber mit einem Blick auf die Historie: 1933 gründeten die Brüder Eugen und Willi Eberhard ein Unternehmen zur Herstellung von elektrischen Sicherungsautomaten. Nach Kriegsende wurden Waffeleisen und Kochplatten hergestellt. Produkte, die in dieser Zeit sehr gefragt waren - und Produkte, über die vielfältige Kontakte in der Elektrohändlerbranche geknüpft wurden. Die guten Geschäftsbeziehungen ermutigten dazu, ein Handelsprogramm für den Elektroeinzelhändler aufzubauen. Der Grundstein für den Elektrofachgroßhandel EBERHARD und das Küchenstudio EBERHARD war gelegt.
Die mechanische Fertigung musste sich neu orientieren, da die Nachfrage für Waffeleisen und Kochplatten zurückging. 1962 wurde mit der Produktion des ersten eigenen Artikels für den Werkzeug- und Formenbau begonnen: dem Zylinderstift. Die zunehmenden Beziehungen zu diesem Kundenkreis öffnete den Blick für weitere Möglichkeiten. EBERHARD stieg mehr und mehr in den Markt für Komponenten im Werkzeug- und Formenbau ein und entwickelte sich zu einem der führenden europäischen Hersteller in diesem Bereich.
Diese Diversifikation ging einher mit einer ausgeprägten Spezialisierung der Bereiche und einem weitgehend unabhängigen Agieren in den jeweiligen Märkten und führte so zum Erfolg für das Gesamtunternehmen.
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