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Focus Ausgabe 48 vom 24. November 2003 Seite 166 bis 172 - Titel:
"Neue deutsche Arbeitsleere." Das Heilbronner Arbeitsamt
soll im Laborversuch die marode Arbeitslosigkeitsverwaltung heilen.
"Es wird eine freundliche Festung werden. Die Masse ohne Job
muss künftig draußen bleiben." - so heißt
es in der Headline und im Opener der fast 5-seitigen Focus-Reportage
von Josef Seitz und Peter Ganser.
Dass gerade im Heilbronner Arbeitsamt der Laborversuch für
das "Arbeitsamt der Zukunft" durchgeführt wird, hat
schon fast Tradition. Auch beim "Arbeitsamt 2000" war
das Arbeitsamt Heilbronn eines von vier bundesweiten Modellämtern,
wo die Instrumente einer zukunftsfähigen Arbeitsmarktpolitik
getestet werden sollten.
Schön wäre es gewesen, wenn auch der Focus-Bericht auf
sachlicherer Ebene das Engagement der Arbeitsämter und deren
Mitarbeiter vor Ort stärker gewürdigt hätte. Denn
auch dort können bei allem Engagement nicht die Arbeitsplätze
geschaffen werden, die derzeit in der Industrie fehlen. Und die
Zurückhaltung der Unternehmer bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze
hängt zum einen von den Gegebenheiten des Marktes und den politischen
Rahmenbedingungen ab.
Das Arbeitsamt Heilbronn liegt inmitten einer der wachstumsstärksten
und dynamischsten Regionen Deutschlands. Hier sind die Konjunkturmotoren
Automobil und Maschinenbau zu Hause. Hier ist die Arbeitslosigkeit
noch am niedrigsten im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet. Aber
auch hier in der Region Heilbronn-Franken heißt es: Die Arbeitslosigkeit
stieg in den letzten Monaten kräftig an. 6,9% zeigt die Statistik
und man muss auch hier etwas tun, um die Jobmaschine für die
breite Masse wieder in Gang zu bringen.
Verwunderlich aber bezeichnend für die Region, dass gleichzeitig
die Unternehmer der Region klagen, dass qualifizierte Fachkräfte
- vor allem in technischen Bereichen - fehlen und diese derzeit
nicht aus der eigenen Region rekrutiert werden können.
"Schaffige" und "tüftelige" Menschen packen
an und warten nicht ab bis ihnen ihr Schicksal wieder gutes bringt.
Sie wollen ihres Glückes eigener Schmied sein.
Und in dieses Bild passt auch das Arbeitsamt Heilbronn als Partner
des Laborversuchs "Arbeitsamt der Zukunft". Auch hier
zeigen Führung und Mitarbeiter Engagement und eisernen Willen,
um in Deutschland zu mehr Beschäftigung und zu qualifizierten
Vermittlungen zu kommen. Nur so kann wird die Region Heilbronn-Franken
auch weiterhin zu den Wachstumsregionen in Deutschland gehören.
Hier in Heilbronn-Franken ist die Bevölkerung zwischen 1973
und 2001 um über 22 Prozent gewachsen, als fast alle Regionen
in Deutschland Menschen verloren haben. In dieser Region wurden
im gleichen Zeitraum über 36 Prozent neue Industriearbeitsplätze
geschaffen - im ländlichen Hohenlohe gar über 50 Prozent.
Der Export der Unternehmen wuchs um gar 1.139 Prozent und die Anzahl
der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe wuchs mit 12, 4
Prozent ebenfalls am stärksten in ganz Baden-Württemberg.
Und während alle anderen Regionen in Baden-Württemberg
einen negativen Betriebsgründungssaldo haben (Reutlingen -37,7%,
Nordschwarzwald -36%, Stuttgart -17%), so wurden in Heilbronn-Franken
zwischen 1973 und 2001 drei Prozent mehr Betriebe gegründet
als geschlossen wurden. Mit 2,8 bzw. 1,9 Prozent wurde nur in der
Region Bodensee-Oberschwaben und am Südlichen Oberrhein ein
positiver Saldo erreicht.
Ob SC (Service-Center), VAM (Virtueller Arbeitsmarkt) oder PSA
(Personal-Service-Agentur) - in Heilbronn entsteht die neue Arbeitsmarktverwaltung,
bei der das präzise Profiling des Kunden den Vermittlungserfolg
nachhaltig erhöhen und die Arbeitsgeber zufriedener stimmen
soll. Hier in Heilbronn entsteht die Zukunft des Arbeitsmarktes.
Hier werden Richtlinien und Handlungsalternativen erarbeitet und
Weichen für die Zukunft des Arbeitsmarktes in Deutschlands
gestellt.
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