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Hohenloher Landwirte sind Spitze bei der Produktion von Biogas.
Zwischen Jagst und Kocher wird seit mehr als 15 Jahren mit moderner
Technik diese umweltfreundliche Energie aus Gülle gewonnen.
Hier stehen rund 65 der etwa 2.000 Anlagen in Deutschland: Damit
findet sich in Hohenlohe die wahrscheinlich höchste Dichte
von Biogasproduzenten in Europa.
Wie plane ich meine Anlage, und wie betreibe ich sie gewinnbringend?
Wie kann ich die Verfahrenstechnik verbessern, welche Fördermöglichkeiten
gibt es? Solche Fragen diskutierten (Mitte Januar 2004) bei einem
zweitägigen Biogasseminar 29 Landwirte, die aus ganz Deutschland
zum Erfahrungsaustausch in das Energie-Zentrum nach Wolpertshausen
(Landkreis Schwäbisch Hall) gekommen waren. Dazu gab es in
der Wolpertshäuser Biogasanlage Einblicke in die Praxis. "Unsere
Schulung für Landwirte, die in ihrem Betrieb Biogas erzeugen
wollen, hat Modellcharakter, künftig werden wir weitere Betreiberschulungen
anbieten", erläutert W.I.H. Geschäftsführer
Karl-Heinz Ehrmann. Diese Biogas-Betreiberschulung sei bereits die
sechste Tagung in einer Veranstaltungsreihe zur nachhaltigen Energienutzung,
die von den Wirtschaftsförderungsgesellschaften (WFG) des Hohenlohekreises,
des Landkreises Schwäbisch Hall und des Raums Heilbronn getragen
werde.
"Die Biogas-Seminare sind weitere Mosaiksteine im Angebot
des Energie-Zentrums, das zu einem Informations- und Bildungszentrum
für den Energiebereich ausgebaut werden soll", ergänzt
Werner Schmidt, Geschäftsführer der WFG Schwäbisch
Hall, der Trägerin jener Einrichtung. Die Initiative ist eingebunden
in das vom Bundesverbraucherministerium geförderte Projekt
"Hohenlohe aktiv - Partnerschaft für ländliche Regionalentwicklung."
Konzipiert haben das Seminar zwei ausgewiesene Biogas-Experten:
Michael Köttner vom Internationalen Biogas und Bioenergie Kompetenzzentrum
(IBBK) in Kirchberg/Jagst und Gottfried Gronbach vom Vellberger
Biogasanlagen-Hersteller NOVATECH. "Immer mehr Landwirte sehen
in der Biogasproduktion ein zusätzliches finanzielles Standbein
und planen eine Anlage", weiß Gronbach, "weshalb
es einen enormen Informationsbedarf für das nötige Know-How
gibt", ergänzt Köttner. Die Produktion von Biogas
ist ideal, um Gülle und Mist, auf Stilllegungsflächen
angebautes Grüngut und andere organische Substrate umweltfreundlich
und gewinnbringend zu verwerten. Das Material wird in großen
Behältern vergoren, wobei energiereiches Methangas entsteht.
Dieses lässt sich ähnlich vielseitig nutzen, wie Erdgas
und in Blockheizkraftwerken zu Wärmeenergie und Strom umwandeln.
Die selbst gewonnene Heizwärme entlastet das Energie-Budget
des Hofes; seinen Biogas-Strom verkauft der Landwirt an das örtliche
E-Werk. Dafür erhält er momentan rund 10 Cent pro Kilowattstunde.
"Mit der längst fälligen Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
hofft die Branche auf eine bessere Vergütung und damit auf
noch mehr Anreiz, in eine Biogasanlage zu investieren", so
Köttner. Auch die schleppenden und teils praxisfremden Genehmigungsverfahren
würden viele interessierte Landwirte abschrecken, kritisiert
Gronbach. Nicht zuletzt deshalb werde in Deutschland bislang nur
rund ein Prozent des Biogaspotenziales genutzt. Würden alle
Möglichkeiten dieser erneuerbaren, nicht klimaschädlichen
Energie ausgeschöpft, so Gronbach, ließen sich enorme
Mengen an Erdöl und Erdgas einsparen, bis zu 120.000 neue Arbeitsplätze
schaffen und zwei Kernkraftwerke ersetzen.
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