| Nach fast 11 Jahren an der
Spitze des Neckarsulmer AUDI-Werkes wechselt Otto Lindner ins Stammwerk
nach Ingolstadt. Über 2 Millionen Autos wurde unter seiner Führung
produziert und dazu über 2,6 Mrd. Euro in den Standort investiert.
Der Standort Neckarsulm konnte seine weltweit führende Leichtbaukompetenz
ausbauen.
"Ich wünsche den Neckarsulmer Mitarbeitern weiterhin
Selbstbewusstsein, großen Pioniergeist und Leistungsfähigkeit,
damit das Audi Werk für den Konzern und für die Region
auch zukünftig ein attraktiver Partner bleibt", sagte
Otto Lindner beim Empfang im Neckarsulmer Audi Werk anlässlich
des Werkleiterwechsels. Lindner (55) ist seit 1. April 2004 neuer
Leiter des Audi Stammwerks Ingolstadt. Seinem Nachfolger Jürgen
Lunemann (51) überreichte er den Generalschlüssel und
ein Aluminiumlenkrad als Symbol für ein gutes Gelingen beim
"Steuern" des Neckarsulmer Werkes. "Ich freue mich
auf meine neue Aufgabe in Neckarsulm und sehe dies als eine neue
Herausforderung in meinem Berufsleben", sagte Lunemann.
"Otto Lindner verkörperte den Dauererfolg bei Audi Neckarsulm",
erklärte Landrat Klaus Czernuska. Es sei es ihm gelungen, den
Neckarsulmer Kampf- und Pioniergeist erneut zu wecken. "Die
Erfolge des Werkes haben das Selbstbewusstsein der ganzen Region
wachsen lassen", so Czernuska. Lindner sei mit seinen außergewöhnlichen
kommunikativen Fähigkeiten Förderer und Botschafter des
Wirtschaftsraum Heilbronn-Franken gewesen. Regional engagierte sich
Lindner unter anderem als Vollversammlungsmitglied der IHK, als
Beirat der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Heilbronn und
als Mitglied der Bürgerinitiative Pro Region Heilbronn-Franken
e.V.
Der Landrat zeigte sich froh, dass der Wechsel ohne zeitliche Unterbrechung
erfolgte und mit Jürgen Lunemann ein Nachfolger mit hoher fachlicher
Qualifikation und großer Erfahrung benannt wurde: "Sie
kennen Audi, als es noch Audi NSU hieß. Sie haben Audi aus
den unterschiedlichsten Blickwinkeln erlebt und die Audi Entwicklung
in der ganzen Welt begleitet", sagte Czernuska.
Für die großen Verdienste, die Lindner sich für
das Werk und den Wirtschaftsstandort Neckarsulm erworben hat, würdigte
ihn Oberbürgermeister Volker Blust mit der Ehrenmedaille der
Stadt. "Damit soll der Dank für sein großes Engagement
und die gute Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht werden",
so das Stadtoberhaupt zu dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats.
Dem Werk unter der neuen Leitung von Lunemann wünschte er eine
erfolgreiche Zukunft: "Möge sich das Neckarsulmer Werk
positiv entwickeln und das gute Verhältnis zwischen Werkleitung
und Stadtverwaltung fortsetzen", so Blust.
"Gemeinsam mit der Neckarsulmer Belegschaft gelang es Otto
Lindner die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts in den letzten
Jahren deutlich zu stärken. Heute ist unser Neckarsulmer Werk
im gesamten VW-Konzern unbestritten die Nummer 1' in puncto
Leichtbaukompetenz. Die hervorragende Produktqualität unserer
Fahrzeuge wird überall anerkannt", sagte Betriebsratsvorsitzender
Norbert Rank. Mit dem neuen Werkleiter Jürgen Lunemann werde
der Betriebsrat alles tun, um diese Position weiter auszubauen.
"Denn die Kompetenz der Neckarsulmer Belegschaft sichert auch
zukünftig die Arbeitsplätze hier am Standort", so
Rank.
Lindner leitete seit 1. Juni 1993 das Neckarsulmer Werk. In mehr
als zehn Jahren wurden knapp zwei Millionen Automobile am Standort
produziert. Audi investierte mehr als 2,6 Milliarden Euro in das
Werk Neckarsulm. Die Mitarbeiterzahl wuchs von 9.800 auf heute rund
13.700 Beschäftigte. In der Region entstanden durch die Einführung
der Modultechnik rund 2.000 neue Arbeitsplätze bei Audi-Zulieferanten.
Wichtigste strategische Meilensteine waren der Aufbau standortspezifischer
Kompetenzen (z.B. Produktion von Premiummodellen mit Aluminiumkarosserie
oder das konsequente Umweltmanagement), die Umsetzung moderner Organisationskonzepte
in der Fertigung (z.B. Gruppenarbeit), der Ausbau der Modellpalette
am Standort Neckarsulm und damit verbundene Investitionen in Produktionsgebäude
und Anlagen (z.B. die Lackiererei mit 300 Millionen Euro als größte
Einzelinvestition in der Neckarsulmer Werksgeschichte).
Jürgen Lunemann war zuletzt Vorsitzender der Geschäftsleitung
der 100-prozentigen Audi Tochter AUDI HUNGARIA MOTOR Kft. in Györ,
die im Jahr 2003 mit mehr als 5.000 Mitarbeitern rund 1,335 Millionen
Motoren produzierte und mehr als 32.000 Audi TT montierte. Vor elf
Jahren wurde die Audi Hungaria gegründet. Sie ist mit 1,7 Milliarden
Euro größter Investor Ungarns, größter Exporteur
und vom Umsatz her das zweitgrößte Unternehmen des Landes.
Das Werk gilt als modernster und effizientester Standort für
die Motorenproduktion.
In der Unternehmenszentrale in Ingolstadt sind rund 31.000 Mitarbeiter
tätig. Das Ingolstädter Werk produziert die Modellreihen
A3, A4/A4 Avant sowie den Sportwagen Audi TT im Verbund mit Györ.
Das Produktionsvolumen betrug 2003 knapp 477.000 Fahrzeuge.
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