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Werkleiterwechsel am Audi Standort Neckarsulm
       
 
 

6.4.2004

Otto Lindner überreicht seinem Nachfolger Jürgen Lunemann ein Aluminiumlenkrad

  Nach fast 11 Jahren an der Spitze des Neckarsulmer AUDI-Werkes wechselt Otto Lindner ins Stammwerk nach Ingolstadt. Über 2 Millionen Autos wurde unter seiner Führung produziert und dazu über 2,6 Mrd. Euro in den Standort investiert. Der Standort Neckarsulm konnte seine weltweit führende Leichtbaukompetenz ausbauen.

"Ich wünsche den Neckarsulmer Mitarbeitern weiterhin Selbstbewusstsein, großen Pioniergeist und Leistungsfähigkeit, damit das Audi Werk für den Konzern und für die Region auch zukünftig ein attraktiver Partner bleibt", sagte Otto Lindner beim Empfang im Neckarsulmer Audi Werk anlässlich des Werkleiterwechsels. Lindner (55) ist seit 1. April 2004 neuer Leiter des Audi Stammwerks Ingolstadt. Seinem Nachfolger Jürgen Lunemann (51) überreichte er den Generalschlüssel und ein Aluminiumlenkrad als Symbol für ein gutes Gelingen beim "Steuern" des Neckarsulmer Werkes. "Ich freue mich auf meine neue Aufgabe in Neckarsulm und sehe dies als eine neue Herausforderung in meinem Berufsleben", sagte Lunemann.

"Otto Lindner verkörperte den Dauererfolg bei Audi Neckarsulm", erklärte Landrat Klaus Czernuska. Es sei es ihm gelungen, den Neckarsulmer Kampf- und Pioniergeist erneut zu wecken. "Die Erfolge des Werkes haben das Selbstbewusstsein der ganzen Region wachsen lassen", so Czernuska. Lindner sei mit seinen außergewöhnlichen kommunikativen Fähigkeiten Förderer und Botschafter des Wirtschaftsraum Heilbronn-Franken gewesen. Regional engagierte sich Lindner unter anderem als Vollversammlungsmitglied der IHK, als Beirat der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Heilbronn und als Mitglied der Bürgerinitiative Pro Region Heilbronn-Franken e.V.

Der Landrat zeigte sich froh, dass der Wechsel ohne zeitliche Unterbrechung erfolgte und mit Jürgen Lunemann ein Nachfolger mit hoher fachlicher Qualifikation und großer Erfahrung benannt wurde: "Sie kennen Audi, als es noch Audi NSU hieß. Sie haben Audi aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln erlebt und die Audi Entwicklung in der ganzen Welt begleitet", sagte Czernuska.

Für die großen Verdienste, die Lindner sich für das Werk und den Wirtschaftsstandort Neckarsulm erworben hat, würdigte ihn Oberbürgermeister Volker Blust mit der Ehrenmedaille der Stadt. "Damit soll der Dank für sein großes Engagement und die gute Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht werden", so das Stadtoberhaupt zu dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats. Dem Werk unter der neuen Leitung von Lunemann wünschte er eine erfolgreiche Zukunft: "Möge sich das Neckarsulmer Werk positiv entwickeln und das gute Verhältnis zwischen Werkleitung und Stadtverwaltung fortsetzen", so Blust.

"Gemeinsam mit der Neckarsulmer Belegschaft gelang es Otto Lindner die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts in den letzten Jahren deutlich zu stärken. Heute ist unser Neckarsulmer Werk im gesamten VW-Konzern unbestritten die ‚Nummer 1' in puncto Leichtbaukompetenz. Die hervorragende Produktqualität unserer Fahrzeuge wird überall anerkannt", sagte Betriebsratsvorsitzender Norbert Rank. Mit dem neuen Werkleiter Jürgen Lunemann werde der Betriebsrat alles tun, um diese Position weiter auszubauen. "Denn die Kompetenz der Neckarsulmer Belegschaft sichert auch zukünftig die Arbeitsplätze hier am Standort", so Rank.

Lindner leitete seit 1. Juni 1993 das Neckarsulmer Werk. In mehr als zehn Jahren wurden knapp zwei Millionen Automobile am Standort produziert. Audi investierte mehr als 2,6 Milliarden Euro in das Werk Neckarsulm. Die Mitarbeiterzahl wuchs von 9.800 auf heute rund 13.700 Beschäftigte. In der Region entstanden durch die Einführung der Modultechnik rund 2.000 neue Arbeitsplätze bei Audi-Zulieferanten. Wichtigste strategische Meilensteine waren der Aufbau standortspezifischer Kompetenzen (z.B. Produktion von Premiummodellen mit Aluminiumkarosserie oder das konsequente Umweltmanagement), die Umsetzung moderner Organisationskonzepte in der Fertigung (z.B. Gruppenarbeit), der Ausbau der Modellpalette am Standort Neckarsulm und damit verbundene Investitionen in Produktionsgebäude und Anlagen (z.B. die Lackiererei mit 300 Millionen Euro als größte Einzelinvestition in der Neckarsulmer Werksgeschichte).

Jürgen Lunemann war zuletzt Vorsitzender der Geschäftsleitung der 100-prozentigen Audi Tochter AUDI HUNGARIA MOTOR Kft. in Györ, die im Jahr 2003 mit mehr als 5.000 Mitarbeitern rund 1,335 Millionen Motoren produzierte und mehr als 32.000 Audi TT montierte. Vor elf Jahren wurde die Audi Hungaria gegründet. Sie ist mit 1,7 Milliarden Euro größter Investor Ungarns, größter Exporteur und vom Umsatz her das zweitgrößte Unternehmen des Landes. Das Werk gilt als modernster und effizientester Standort für die Motorenproduktion.

In der Unternehmenszentrale in Ingolstadt sind rund 31.000 Mitarbeiter tätig. Das Ingolstädter Werk produziert die Modellreihen A3, A4/A4 Avant sowie den Sportwagen Audi TT im Verbund mit Györ. Das Produktionsvolumen betrug 2003 knapp 477.000 Fahrzeuge.

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