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Weltmeister und Olympiasieger aus der Region
     
 
 

10.4.2004

WM-Silbermedaille für Florettdamen aus Tauberbischofsheim

 

Der Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim wurde am 22. September 1986 gegründet. Er versteht sich als ein Prädikat, das dem Fecht-Club Tauberbischofsheim nach Maßgabe bestimmter sportlicher Leistungsanforderungen (z.B. Anzahl von Kadersportlern, räumliche Anbindung an Universitäten etc.) verliehen wurde. Als einer von 20 Stützpunkten in Deutschland ist auch der Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim eine reine Serviceeinrichtung, die für die Betreuung der Spitzensportler im täglichen Training zur Verfügung steht.

Mittlerweile ist der OSP Tauberbischofsheim von seiner ursprünglichen Monostruktur abgewichen und betreut nun auch Kaderathleten anderer Sportarten wie zum Beispiel Tischtennis, Tennis, Schwimmen oder Radfahren. Die Hauptausrichtung besteht jedoch, laut Vereinbarung mit dem Deutschen Sportbund, in der Konzentration auf die Sportart Fechten in all ihren olympischen Disziplinen.

Bei der Nachwuchs-WM in Plovdiv hätte sie fast noch das Wichtigste verpasst: Bei der Dopingprobe "lief es nicht wie erwünscht", so dass Carolin Wutz (FC Tauberbischofsheim) von ihren Mannschaftskolleginnen Maria Bartkowski (FC Tauberbischofsheim) und Monika Golebiewski (Bonn) für die Siegerehrung noch eilig herbeigerufen werden musste. Einige Minuten später strahlte aber die Junioren-Florettmannschaft der Damen gemeinsam vom Siegerpodest, und zwar vom zweiten Sockel, um genau zu sein. Sieger wurde Russland, das im Finale den Deutschen mit 45:21 nicht den Hauch einer Chance ließ. Mit dieser Silbermedaille gelang dem deutschen Team am letzten Tag der Nachwuchs-WM in Plovdiv noch ein versöhnlicher Abschluss. Vergessen konnte aber auch dieser zweite Platz das schlechte Abschneiden der schwarz-rot-goldenen Equipe nicht machen. "Nein, mit dieser WM bin ich nicht zufrieden", resümierte der deutsche Delegationsleiter Claus Janka.

Mit den "Mädels", wie Janka das Florett-Team liebevoll nannte, war der Sportchef des Deutschen Fechterbundes aber zufrieden: "Sie haben gezeigt, was sie können." Oh ja, das haben sie, wenngleich Sven Todt (FC Tauberbischofsheim), verantwortlicher Damenflorett-Trainer bei dieser WM, eingesteht: "Als wir unseren Lauf gesehen haben, war klar, dass wir eine Medaille holen können."

"Die Medaille war unsere Motivation", meinte Carolin Wutz. Maria Bartkowski, in diesem Wettkampf die positive Überraschung schlechthin, gab aber auch zu, dass der Druck auf dem Team schon groß war: "Allen war klar, dass wir die letzten Hoffnung auf eine Medaille sind.

"Die kleine, wuselige Bartkowski hatte nach ihrem Einzelaus im 32er-Feld noch beklagt, dass ihr fechterisch noch so viel fehle. Doch davon war bei der Mannschaft nichts zu sehen. "Sie war heute die Schlüsselfechterin", lobte Trainer Todt. Die Athletin des FC Tauberbischofsheim gewann bis zum Finalkampf alle ihre neun Einzelgefechte mit einer sagenhaften Bilanz von "plus 22 Treffern". Doch auch sie bekam im letzten "Fight" gegen Russland ihre Grenzen aufgezeigt: "Da hatte ich keinen Plan.

"Nach den Siegen gegen Rumänien (45:23) und gegen China (45:24) kam es im Halbfinale darauf an, die Franzosen zu schlagen. "In diesem Gefecht liegt der Schlüssel zur Medaille", wusste Sven Todt schon vor dem Vergleich mit den Franzosen. Bei einer Niederlage gegen die "L'Equipe Tricolore" wäre man auf Italien getroffen, das derzeit im Damenflorett, zusammen mit den Russen, eine Sonderposition einnimmt. Doch dazu kam es nicht, weil die Deutschen in einem dramatischen Kampf ihr Potenzial abriefen und letztlich verdient mit 45:42 siegten.

Maria Bartkowski war es dabei vorbehalten, zum Schlussgefecht gegen die amtierenden Weltmeisterin Ujlaky mit 39:38 zu übernehmen. Und die FC-Athletin ließ sich von nichts beirren und fuhr den Sieg in den sicheren Hafen. "Dass ich gegen die Weltmeisterin gewonnen habe, freut mich doppelt", strahlte Bartkowski.

Freilich war auch sie gegen die Russen machtlos. Lediglich Carolin Wutz gelang es im Finale, ein Gefecht mit 5:4 zu gewinnen. Der Rest ist mit einem Wort beschrieben: chancenlos. Natürlich wurde am Abend noch gefeiert, wie Carolin Wutz versprach. Nicht aber, bevor sie ihre Dopingprobe korrekt beendet hatte.

Fechtclub Tauberbischofsheim