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Der Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim wurde am 22. September
1986 gegründet. Er versteht sich als ein Prädikat, das
dem Fecht-Club Tauberbischofsheim nach Maßgabe bestimmter
sportlicher Leistungsanforderungen (z.B. Anzahl von Kadersportlern,
räumliche Anbindung an Universitäten etc.) verliehen wurde.
Als einer von 20 Stützpunkten in Deutschland ist auch der Olympiastützpunkt
Tauberbischofsheim eine reine Serviceeinrichtung, die für die
Betreuung der Spitzensportler im täglichen Training zur Verfügung
steht.
Mittlerweile ist der OSP Tauberbischofsheim von seiner ursprünglichen
Monostruktur abgewichen und betreut nun auch Kaderathleten anderer
Sportarten wie zum Beispiel Tischtennis, Tennis, Schwimmen oder
Radfahren. Die Hauptausrichtung besteht jedoch, laut Vereinbarung
mit dem Deutschen Sportbund, in der Konzentration auf die Sportart
Fechten in all ihren olympischen Disziplinen.
Bei der Nachwuchs-WM in Plovdiv hätte sie fast noch das Wichtigste
verpasst: Bei der Dopingprobe "lief es nicht wie erwünscht",
so dass Carolin Wutz (FC Tauberbischofsheim) von ihren Mannschaftskolleginnen
Maria Bartkowski (FC Tauberbischofsheim) und Monika Golebiewski
(Bonn) für die Siegerehrung noch eilig herbeigerufen werden
musste. Einige Minuten später strahlte aber die Junioren-Florettmannschaft
der Damen gemeinsam vom Siegerpodest, und zwar vom zweiten Sockel,
um genau zu sein. Sieger wurde Russland, das im Finale den Deutschen
mit 45:21 nicht den Hauch einer Chance ließ. Mit dieser Silbermedaille
gelang dem deutschen Team am letzten Tag der Nachwuchs-WM in Plovdiv
noch ein versöhnlicher Abschluss. Vergessen konnte aber auch
dieser zweite Platz das schlechte Abschneiden der schwarz-rot-goldenen
Equipe nicht machen. "Nein, mit dieser WM bin ich nicht zufrieden",
resümierte der deutsche Delegationsleiter Claus Janka.
Mit den "Mädels", wie Janka das Florett-Team liebevoll
nannte, war der Sportchef des Deutschen Fechterbundes aber zufrieden:
"Sie haben gezeigt, was sie können." Oh ja, das haben
sie, wenngleich Sven Todt (FC Tauberbischofsheim), verantwortlicher
Damenflorett-Trainer bei dieser WM, eingesteht: "Als wir unseren
Lauf gesehen haben, war klar, dass wir eine Medaille holen können."
"Die Medaille war unsere Motivation", meinte Carolin Wutz.
Maria Bartkowski, in diesem Wettkampf die positive Überraschung
schlechthin, gab aber auch zu, dass der Druck auf dem Team schon
groß war: "Allen war klar, dass wir die letzten Hoffnung
auf eine Medaille sind.
"Die kleine, wuselige Bartkowski hatte nach ihrem Einzelaus
im 32er-Feld noch beklagt, dass ihr fechterisch noch so viel fehle.
Doch davon war bei der Mannschaft nichts zu sehen. "Sie war
heute die Schlüsselfechterin", lobte Trainer Todt. Die
Athletin des FC Tauberbischofsheim gewann bis zum Finalkampf alle
ihre neun Einzelgefechte mit einer sagenhaften Bilanz von "plus
22 Treffern". Doch auch sie bekam im letzten "Fight"
gegen Russland ihre Grenzen aufgezeigt: "Da hatte ich keinen
Plan.
"Nach den Siegen gegen Rumänien (45:23) und gegen China
(45:24) kam es im Halbfinale darauf an, die Franzosen zu schlagen.
"In diesem Gefecht liegt der Schlüssel zur Medaille",
wusste Sven Todt schon vor dem Vergleich mit den Franzosen. Bei
einer Niederlage gegen die "L'Equipe Tricolore" wäre
man auf Italien getroffen, das derzeit im Damenflorett, zusammen
mit den Russen, eine Sonderposition einnimmt. Doch dazu kam es nicht,
weil die Deutschen in einem dramatischen Kampf ihr Potenzial abriefen
und letztlich verdient mit 45:42 siegten.
Maria Bartkowski war es dabei vorbehalten, zum Schlussgefecht gegen
die amtierenden Weltmeisterin Ujlaky mit 39:38 zu übernehmen.
Und die FC-Athletin ließ sich von nichts beirren und fuhr
den Sieg in den sicheren Hafen. "Dass ich gegen die Weltmeisterin
gewonnen habe, freut mich doppelt", strahlte Bartkowski.
Freilich war auch sie gegen die Russen machtlos. Lediglich Carolin
Wutz gelang es im Finale, ein Gefecht mit 5:4 zu gewinnen. Der Rest
ist mit einem Wort beschrieben: chancenlos. Natürlich wurde
am Abend noch gefeiert, wie Carolin Wutz versprach. Nicht aber,
bevor sie ihre Dopingprobe korrekt beendet hatte.
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