| Erstmalig wurden Porsche
Saugmotoren auf 4.0 Liter Hubraum und mehr erweitert. Die Heilbronner
Motorenschmiede KORO erreichte Runderekord auf der Nordschleife. Das
Unternehmen KORO hat seine Heimat in der Innovationsfabrik Heilbronn,
einer der größten Brutkästen für innovative Unternehmensgründer
in Süddeutschland inmitten der dynamischen Region Heilbronn-Franken.
"Die Mobilitätsbranche spielt in der Region Heilbronn-Franken
eine bedeutende Rolle", betont Steffen Schoch, Geschäftsführer
der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH. Rings um das große
AUDI-Werk in Neckarsulm, wo die A 2, A 6 und A 8-Modelle gebaut
werden und wo sich ein weltweit führendes Leichtbauzentrum
im Automobilbau entwickelt hat, finden sich auch eine große
Anzahl an Zulieferern und Dienstleistern wider, die dieser innovationstreibenden
Branche zuliefern. Eines dieser Unternehmen ist die KORO automotive
engineering GmbH, die ihre Heimat in der Innovationsfabrik Heilbronn
gefunden hat und in einem innovativen und dynamischen Umfeld Motoren
entwickelt.
Mehrleistung sollte ausschließlich aus der Tiefe des Hubraums
resultieren. Denn nur so sind die konstruktiven Nachteile eines
turbounterstützten Aggregats auszuschließen. Mit dieser
Philosophie überzeugt die KORO AG nicht nur die Tester von
AutoBild Test&Tuning bei der Vorlage der Rundenrekord-Fabelzeit
von 1:39,65 auf dem Ring in Oschersleben, sondern auch eine ständige
wachsende Fangemeinde von Porsche GT3-Fahrern. Im Gegensatz zu vielen
anderen, die es vergeblich versucht haben, ist es der Truppe um
Unternehmenschef Erwin Korostenski gelungen, den im Original über
3,6 Liter Hubraum verfügenden Porsche GT3 auf 4,6 Liter auszubauen
und damit das Leistungspotential des Sportlers um über 100
PS zu steigern.
Entscheidendes Kriterium für die neue Bestzeit für Straßen
zugelassene Fahrzeuge auf dem Ring in Oschersleben ist jedoch weniger
die reine Motormehrleistung, sondern das zur Verfügung stehende
breite Drehzahlband. Parallel zur hohen Literleistung von 104 PS
präsentiert sich der KORO-Porsche damit als elastischer Langhuber
mit einem maximalen Drehmoment von 500 Nm bei 5.200 U/min, der nicht
nur die Schaltarbeit erleichtert, sondern durch sein zeitnahes Ansprechverhalten
aus den Kurven heraus enorme Beschleunigungswerte aufzeigt.
Während der in Oschersleben präsentierte Bolide trotz
der Straßenzulassung eher die Charakteristik eines Rennfahrzeugs
verkörpert, hat die Mannschaft um Erwin Korostenski eine völlig
andere Klientel ins Auge gefasst: "Wir bieten zunächst
einmal allen GT3 Fahrern ein völlig neues, authentisches Leistungsgefühl
in ihrem Porsche," formuliert Korostenski seinen Anspruch.
"Sicherlich ist der GT3-Kunde grundsätzlich schon ein
eher sportlich orientierter Autofahrer. Deshalb haben wir unsere
Leistungserweiterungen zunächst auf diese Klientel abgestimmt".
Dennoch braucht der Kunde trotz Umbau nicht auf den fabrikatsüblichen
Komfort zu verzichten. Auch äußerlich unterscheidet sich
der KORO-Porsche kaum vom Original. Aber spätestens mit dem
Anlassen des Motors und dem Brabbeln der hochgezüchteten sechs
Zylinder meint man das Wort "Nordschleife" aus dem fauchenden
Aggregat herauszuhören.
Technisch bietet KORO mit seinen drei erhältlichen Ausbaustufen
- 4.0l, 4.4l und 4.6l - eine auf den ersten Blick zwar simple, aber
gerade deshalb geniale Lösung. Während der 4,0 Liter-Ausbau
die rund 40 Mehr-PS aus größeren und vor allem technisch
neu entwickelten und konstruierten Zylinderbüchsen holt, greift
bei der 4,4 Liter-Version schon eine komplexe Kombination aus Büchse,
Kurbelwelle, Pleuel und Kolben. Dafür stellt dieses Aggregat
dann auch rund 70 zusätzliche Pferdestärken zur Verfügung.
Die Top-Speed von 324 km/h wird dann lediglich von der 480 PS-starken,
330 km/h schnellen 4,6 Liter-Version übertroffen, die ebenfalls
über die patentierten Büchsen und Kurbelwelle verfügt.
Noch interessanter als die Vmax-Daten sind für den sportlichen
Fahrer die Beschleunigungswerte. Zwischen 4,0 und 4,3 Sekunden verstreichen
je nach Ausbaustufe bis zum Erreichen der 100 km/h-Schwelle und
auch die schon nach 11,7 Sekunden erreichten 200 km/h bei der 4.6
Liter Version ist lediglich Durchgangsstation auf dem Weg zur 300
km/h-Marke.
Im Vergleich zu technisch weniger anspruchsvollen Turbo-Leistungsteigerungen
verhalten sich die Preise für den Motorumbau bei KORO eher
moderat. Pro zusätzliche Pferdestärke sind in der 4.0
Liter-Version 512 € fällig, beim 4.6 Liter-Ausbau sind
es 486 €. Der Kunde erhält mit jedem Motor ein individuelles
Prüfstandsprotokoll und damit ein Zertifikat über das
tatsächliche Leistungsniveau seines GT3.
|