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7.6.2004
Roto setzt neue Standards in Funktionalität
und Qualität
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Während viele Zulieferer der Baubranche drastische Umsatzeinbrüche
zu beklagen haben, trotzt die Roto Bauelemente GmbH mit Innovationskraft,
Produkten, die neue Standards bezüglich Funktionalität
und Qualität setzen, und kompromissloser Kundenorientierung
dem Negativ-Trend.
"Andere sind gut - wir sind besser", lautet das selbstbewusste
Credo der Unternehmensspitze. Der Gesamtkonzern hat sich mit weltweit
über 3200 Beschäftigten, zehn Produktionsstätten
im In- und Ausland, einem Nettoumsatz von rund 450 Millionen Euro
im Jahr 2003 und einem hervorragenden Vertriebsnetz sehr gut positioniert.
Roto Frank steht im Bereich Bauelemente mit seinem Kerngeschäft
"Wohndachfenster" auf Platz zwei der Weltmarktführerschaft,
doch in Sachen Qualität, Service, Umweltschutz und Funktionalität
sind die Produkte des Unternehmens unangefochten "Spitze".
Ein besonders erfreulicher Aspekt für die Menschen der Region
ist, dass das Werk in Edelfingen zum zentralen Standort des Geschäftsbereiches
Bauelemente ausgebaut wird. Nachdem im vergangenen Jahr bereits
50 neue Mitarbeiter eingestellt wurden, sollen in diesem Jahr weitere
40 Beschäftigte folgen.
In einem Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten erläutert
der Konzern-Vorstand des Bereichs "Bauelemente", Erich
Rosenkranz, die Entwicklung des Unternehmens und das "Erfolgsgeheimnis"
Leistungs- und Innovationsvorsprung.
FN: Wann, wo und durch wen erfolgte die Unternehmensgründung?
Rosenkranz: Der Tüftler und Erfinder Wilhelm Frank gründete
das Unternehmen 1935 in Stuttgart und leitete es bis zu seinem Tod
1990.
FN: Welche Ideen und Produkte haben maßgeblich zur positiven
Unternehmensentwicklung beigetragen?
Rosenkranz: Ausgangspunkt des Schaffens von Wilhelm Frank war eine
revolutionäre Idee: der Roto N Dreh-Kipp-Beschlag, mit dem
ein Fenster nicht nur zu drehen, sondern auch zu kippen ist. Das
war eine Weltneuheit. Auf der Leipziger Messe 1937 stellte der Erfinder
dann eine weitere Weltneuheit vor, die Roto-Bodentreppe, die auch
heute noch Maßstäbe setzt und zum Gattungsbegriff wurde.
Bereits 1938 entwickelte Wilhelm Frank eine Drehkipp-Beschlag-Technik
mit Zweigriff-Bedienung. Ein weiterer Meilenstein war 1968 die Entwicklung
der ersten Dachfensterkonstruktion zum Klappen. Mit diesen herausragenden
Ideen und zahlreichen weiteren entwickelte sich das Unternehmen
hervorragend.
FN: Nennen Sie die wichtigsten Geschäftsbereiche des Konzerns.
Rosenkranz: Der Konzern ist in zwei Geschäftsbereichen organisiert:
die "Baube-schlagtechnik" mit Fenster-, Tür- und
Fensterladenbeschlägen sowie Schlössern und der Bereich
"Bauelemente" mit Wohndachfenstern, Bodentreppen, Solaranlagen
und Photovoltaik. Die beiden Geschäftsbereiche sind ergebnisverantwortliche
Profit-Center.
FN: Wie viele Produktionsstandorte hat der Konzern?
Rosenkranz: Zehn Standorte, davon drei in Deutschland, nämlich
Leinfelden-Echterdingen, Bad Mergentheim und Neusäß,
zwei in Ungarn und weitere in Polen, der Slowakei, in den USA und
in China.
FN: Wann wurde der Standort Edelfingen gegründet und welche
Produkte werden hier gefertigt?
Rosenkranz: Die Roto Bauelemente GmbH Bad Mergentheim wurde 1982
gegründet. Hier werden Kunststoff-Wohndachfenster, Zubehör,
Isolierglasfenster, Eindeckrahmen, Solarsysteme und INTRO Tauschfenster
produziert.
FN: Was zeichnet diesen Standort aus?
Rosenkranz: Der Standort zeichnet sich durch hohe Produktivität
und Automatisierung sowie eine durchgängige Lean Management
Organisation aus. Durch den Ausbau als zentraler Standort des Geschäftsbereiches
Bauelemente erfährt Bad Mergentheim-Edelfingen eine wesentliche
Aufwertung und ist für folgende Funktionen verantwortlich:
Vertriebsleitung, Forschung und Entwicklung, Produktmanagement,
Strategischer Einkauf, Spartencontrolling, Qualitätsmanagement,
Strategische Produktionsentwicklung, Marketing und Logistik.
FN: Welchen Anteil am Konzernumsatz hat der Standort Edelfingen
und wie viele Mitarbeiter sind hier beschäftigt?
Rosenkranz: Der Umsatzanteil 2003 betrug 58,3 Millionen Euro und
350 Mitarbeiter sind hier tätig. Wir haben die Zahl der Beschäftigten
2003 um 50 Mitarbeiter erhöht und werden auch in diesem Jahr
weitere 40 neue Mitarbeiter einstellen, wenn wir ausreichend qualifiziertes
Personal bekommen.
FN: Welche Marktanteile haben ihre wichtigsten Produktsegmente?
Rosenkranz: Im Bereich Baubeschlagtechnik ist Roto Frank Weltmarktführer.
Im Geschäftsbereich Bauelemente mit den Produkten Wohndachfenster,
Sonnenschutz sowie kompletten Solarsystemen zählen wir zu den
führenden Herstellern. Speziell auf die Wohndachfenster bezogen,
die für den Standort Bad Mergentheim herausragende Bedeutung
haben, sind wir beim Umsatz und Absatz die "Nummer zwei"
weltweit, in Qualität und Technologie jedoch führend.
FN: Erläutern Sie dies näher.
Rosenkranz: Unsere Produktentwicklungen sind so fortschrittlich,
dass sich die Mitbewerber an den von uns gesetzten Maßstäben
orientieren. So bieten wir das einzige auf dem Markt erhältliche
Wohndachfenster auf Maß nach Kundenwunsch gefertigt mit Klapp-Schwing-Mechanik
für den Austausch alter Dachfenster aller Fabrikate. Wir haben
das einzige auf dem Markt erhältliche Niedrigenergie-Fenster
mit Klapp-Schwing-Mechanik entwickelt. Zusätzlich schützen
unsere Niedrigenergie-Dachfenster vor Elektrosmog. Ich könnte
noch zahlreiche weitere Beispiele aufführen.
FN: Welche Bedeutung hat der Auslandsumsatzanteil für Roto
Bauelemente?
Rosenkranz: Während der Markt in Deutschland auf hohem Niveau
stagniert, bietet das Auslandsgeschäft großes Wachstumspotential.
Der Auslandsumsatzanteil liegt heute bei 45 Prozent.
FN: Welchen Stellenwert haben technische Innovationen und Produktentwicklungen
für das Unternehmen?
Rosenkranz: Wie die aufgeführten Beispiele zeigen, haben wir
den Anspruch in un-serem Marktsegment Leistungsführer zu werden.
Deshalb investieren wie sehr viel in Forschung und Entwicklung.
FN: Welche Bedeutung hat die Qualifizierung der Mitarbeiter für
Ihr Unternehmen?
Rosenkranz: Die Qualifizierung der Mitarbeiter steht bei einem saisonabhängigen
und vor allem aufstrebenden Unternehmen an vorderster Stelle. Produktqualität
und bestmöglicher Kundenservice stehen im direkten Zusammenhang
mit dem Einsatz gut qualifizierter Mitarbeiter. Durch einen gesicherten
Informationsfluss sowie durch den stetigen Qualifizierungsprozess
ist der Mitarbeiter auch auf lange Sicht motiviert und in der Lage,
Verantwortung für seinen Bereich zu übernehmen und diesen
und somit auch das Unternehmen weiterzuentwickeln. Neben umfangreichen
Produkt- und Einbauschulungen in unserem Schulungszentrum finden
regelmäßige bedarfsorientierte interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen
statt.
FN: Wie erreicht Roto Frank bestmögliche Qualitäts- und
Servicestandards?
Rosenkranz: Dies erfordert neben der Qualifizierung umfangreiche
Information und systematische Planung. Ganz wesentlich ist Identifikation
aller Beteiligten mit den Veränderungen und die Bereitschaft
zu neuem Denken und Handeln.
FN: Welches Erfolgsrezept hat das Unternehmen?
Rosenkranz: Flache Hierarchien mit der Übernahme von Verantwortung
durch Mit-arbeiter aller Ebenen sowie die Bereitschaft zu Flexibilität,
insbesondere auch in der Arbeitszeit. Alle Unternehmensbereiche
sind in Teams organisiert.
FN: Wie wirkt sich dies aus?
Rosenkranz: Die Teams bewirken kontinuierliche Kommunikation in
allen Bereichen, so dass ein durchgängiges Informationssystem
gewährleistet ist.
FN: Welche Vorteile bietet dies den Mitarbeitern und dem Unternehmen?
Rosenkranz: Zielorientiertes Arbeiten wird optimiert. Daneben setzen
wir ein flexib-les Arbeitszeit- und leistungsorientiertes Entlohnungsmodell
um. Die Transparenz in allen Bereichen schafft bei den Mitarbeitern
Einsicht in Notwendigkeiten und motiviert. Auch für unsere
Kunden setzen wir das Prinzip der "Gläsernen Fabrik"
um. Sie können sich im Rahmen von Kundenschulungsveranstaltungen
vor Ort über Produktion und Produkte informieren.
FN: Welchen Stellenwert hat der Umweltschutz bei der Produktentwicklung?
Rosenkranz: Sehr hohen. So bestehen unsere Kunststoff-Wohndachfenster
aus sor-tenreinem Kunststoff, der problemlos recycelt und dem Fertigungszyklus
wieder zu-geführt werden kann.
FN: Wie entwickelt sich der Absatz von Solarsystemen und Photovoltaikanlagen
und wie beurteilen Sie die Entwicklungsmöglichkeiten dieser
Sparte?
Rosenkranz: Dieser Zukunftsmarkt wird für unser Unternehmen
überragende Be-deutung gewinnen und deshalb investieren wir
viel in die Forschung und Entwick-lung. Wir können schon heute
Komplettlösungen von Solarsystemen und Wohndach-fenstern auf
höchstem Niveau anbieten. Die Kraftwerke der Zukunft werden
sich auf den Hausdächern befinden. Hier gibt es hervorragende
Perspektiven.
FN: Welche Chancen und Perspektiven hat der Produktionsstandort
Deutschland im Rahmen der wirtschaftlichen Globalisierung?
Rosenkranz: Entgegen vieler Unkenrufe glaube ich an die Zukunft
des Produktions-standorts Deutschland. Wir müssen uns wieder
auf unsere Stärken, wie Leistungsbereitschaft, Qualitäts-
und Technologievorsprung besinnen. Die Verlagerung von arbeitsintensiven
Prozessen in Niedriglohnländer wird zwar weiter anhalten, weil
sonst die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen verloren ginge,
dies ist jedoch keine Schwächung des Technologiestandortes.
Generell müssen wir in Deutschland die Einstellung zurückgewinnen,
für den Standort kämpfen zu wollen.
FN: Wie schätzen Sie die künftige Entwicklung Ihres Unternehmens
ein?
Rosenkranz: Sehr positiv. Die Roto Bauelemente GmbH hat im vergangenen
Jahr ein Umsatzwachstum von zehn Prozent erreicht und auch in diesem
Jahr rechnen wir wieder mit ähnlichen Wachstumsraten. Unsere
Produkte haben signifikante, beweisbare Nutzervorteile und deshalb
wird uns dies auch gelingen.
FN: Vielen Dank für dieses Gespräch. Martin Herrmann
Quelle: © Fränkische Nachrichten - 19.05.2004
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