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Wittenstein-Produkte lassen Herzen höher schlagen

     
 
 

7.6.2004


Eine Erfolgsgeschichte, wie aus dem Lehrbuch

 

Die Produkte dieses Unternehmens lassen Herzen schlagen, sorgen für Antrieb, bringen Menschen in die Höhe, lassen gar abheben und geben gleichzeitig Sicherheit.

Eine Erfolgsgeschichte, wie aus dem Lehrbuch für Unternehmensführung: Weltmarktführer, jährlich zweistellige Zuwachsraten, hoch motivierte Mitarbeiter und glänzende Zukunftsperspektiven. Klingt nach einem phantastischen "Märchenunternehmen" und ist doch Realität: die WITTENSTEIN AG. Das FN-Unternehmensportrait des Monats November skizziert Unternehmensentwicklung, Produkte, Tätigkeitsbereiche, stellt den "Macher" vor und erläutert ein wesentliches "Erfolgsgeheimnis": Menschen motivieren und qualifizieren.

Die Produkte des Igersheimer Hightech-Unternehmens sind überall dort zu finden, wo äußerst präzise angetrieben, gesteuert und geregelt werden muss. Über 750 Mitarbeiter entwickeln, produzieren und vertreiben weltweit Planetengetriebe, elektromechanische Antriebssysteme sowie AC-Servosysteme und -Motoren, die als Antrieb für Herzpumpen, in Formel-1-Autos, im Airbus A 380, maschinenraumlosen Aufzügen oder unterschiedlichen Werkzeugmaschinen Anwendung finden. Hightech-Produktion in Vollendung.

Der Anfang - die Nähmaschine

Der Weg der WITTENSTEIN gruppe vom Nähmaschinen-Hersteller zum weltweiten Komplettanbieter von Systemlösungen im Bereich der elektromechanischen Servoantriebssysteme begann 1949 bei Heidenheim mit der Gründung der Firma DEWITTA durch Bruno Dähn und Walter Wittenstein, dem Vater des heutigen Firmeninhabers. Schwerpunkt des kleinen Unternehmens war die Herstellung von Doppelkettenstichmaschinen zum Nähen von Handschuhen.

Der Unternehmensstandort wurde 1952 aus Platzgründen nach Bad Mergentheim verlegt und 1963 folgte der Umzug nach Igersheim. Die Produktion der Handschuhnähmaschinen florierte, bis in den 70er Jahren immer weniger Damen Handschuhe trugen. Die Produktpalette wurde um Schussapparate für Stahlnägel, Maschinen zum Füllen und Verschließen von Dosen und vieles Weitere ergänzt.

Eine völlige Neuausrichtung des Fertigungs- und Produktionsprogramms kam mit dem Einstieg von Manfred Wittenstein in den elterlichen Betrieb 1979. Auf der Suche nach Marktchancen und Produkten mit Alleinstellungsmerkmalen fand er das "unternehmerische Ei des Kolumbus": spielarme Planetengetriebe, bei denen drei kleine Zahnräder ein größeres umkreisen wie Planeten einen Fixstern. Bei deren Herstellung konnte er sich auf erfahrene Mitarbeiter und bewährte Produktionstechniken verlassen, denn schon bei der Herstellung von Nähmaschinen musste äußerst präzise gearbeitet werden.

Neuer Stern Planetengetriebe

Zum Meilenstein für die neue Produktreihe wurde die Vorstellung des ersten hochpräzisen Planetengetriebes von WITTENSTEIN bei der Hannover Messe 1983. Dieses Produkt war so erfolgreich, dass kurz darauf eine eigenständige Firma, die alpha getriebebau GmbH, als Tochterunternehmen gegründet wurde. An Präzision und Qualität waren die Planetengetriebe des Unternehmens nicht zu überbieten und für die WITTENSTEIN gruppe begann eine Periode stetigen Wachstums, die bis heute anhält.

Erweiterungsbauten in Igersheim folgte Mitte der 90er Jahre der Bau modernster Produktions- und Verwaltungsbauten in Igersheim-Harthausen. Dort befindet sich auch das neue Logistikzentrum. Getriebegehäuse, Antriebswellen oder Motorantriebswellen werden immer noch in Igersheim hergestellt. In nur drei Jahren, bis 1999, wurde die Nutzfläche verdoppelt, ein Schulungs- und Kommunikationszentrum sowie eine zweite Logistik- und dritte Montagehalle gebaut.

Ein Ende des Produktions- und Bau-Booms ist nicht abzusehen. Erst im Januar 2003 kaufte WITTENSTEIN weitere fünf Hektar Fläche hinzu.

Neue Standards gesetzt

Die neuen Generationen von Planetengetrieben des Tochterunternehmens alpha getriebebau sind das Herz zahlreicher Antriebssysteme. Sie werden in Rennwagen der Formel 1 ebenso eingesetzt, wie in Robotern des Automobilbaus, in der Verpackungs- und Halbleitertechnik, Druck- und Werkzeugmaschinen, Simulatoren von Filmstudios oder Zeppelin-Luftschiffen mit denen Touristen über den Bodensee gefahren werden. Im Bereich Haltbarkeit und Qualität haben die alpha-Produkte neue Standards gesetzt. Ein weiteres wichtiges Produktionsfeld sind hocheffiziente Aufzugsantriebe für Lifte, die keinen Maschinenraum mehr benötigen.

Aber die Produkte von WITTENSTEIN treiben nicht nur Roboter und Maschinen an, sie sorgen auch beim menschlichen Herz für den richtigen Rhythmus. Herzkranken wird ein neuartiges Herzunterstützungssystem implantiert, das von einem Miniaturmotor des Unternehmens angetrieben wird. Dieser arbeitet ohne mechanische Lager, der Rotor schwebt frei in einem Magnetfeld, so dass Wärmeentwicklung und Verschleiß nahezu ausgeschlossen sind.

Durch Integration der Komponenten, Miniaturisierung und Entwicklung intelligenter Systeme entwickelte sich WITTENSTEIN auch zum Spezialisten für die Luft- und Raumfahrttechnik. Ein wichtiger Schritt hierzu war die Zertifizierung durch das Luftfahrtbundesamt. Als zugelassener Betrieb für die Herstellung und Instandhaltung von Luftfahrtgeräten liefert WITTENSTEIN aerospace & simulation unter anderem Türantriebe für den neuen Airbus A 380. Wachstum entgegen dem Trend

WITTENSTEIN ist in den vergangenen Jahren entgegen dem allgemeinen Trend im Maschinenbau stark gewachsen. Die Unternehmensgruppe erzielte in den zurückliegenden acht Geschäftsjahren regelmäßig zweistellige Zuwachsraten. In den beiden vergangenen Geschäftsjahren wurden 200 neue Mitarbeiter eingestellt, die Beschäftigtenzahl in Deutschland wurde innerhalb der letzten dreieinhalb Jahre verdoppelt. Die Erfolgsgaranten der WITTENSTEIN AG sind
Technologiekompetenz und Innovationskraft.

Mit der grundlegenden Ausrichtung auf intelligente, mechanotronische Antriebssysteme und der Verschmelzung von Mikro- und Makrotechnologien werden die Grundkompetenzen sukzessive weiterentwickelt.

Mit Weitsicht und Innovationsgeschick setzen die Mitarbeiter des Unternehmens Entwicklungs-Trends. Der Umsatzanteil an WITTENSTEIN-Produkten, die jünger als fünf Jahre sind, liegt bei 85 Prozent. Jeder zehnte Euro wird in Forschung und Entwicklung investiert, mehr als 12 Prozent der Mitarbeiter sind in diesem Bereich tätig.

Erfolg durch Motivation

"Unser Unternehmenserfolg ist das Ergebnis von hoch motivierten und qualifizierten Mitarbeitern, die gut informiert, in hohem Maße selbstständig, in Teams ihre Arbeit gestalten. Jeder Mitarbeiter ist Manager. Ich bin davon überzeugt, dass Motivation, Qualifikation, Information und eigeninitiatives Arbeiten unverzichtbare Bedingungen für Spitzenleistung und Innovation sind", erläutert Manfred Wittenstein einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmensphilosophie.

Die Führungsstrukturen bei WITTENSTEIN sind so angelegt, dass sie schnelle und unkomplizierte Entscheidungen ermöglichen und dem Einzelnen möglichst umfassenden Handlungsspielraum eröffnen. Hauptziel ist es, die Eigenverantwortung der Mitarbeiter in allen Bereichen, von der Produktion bis zum Management, zu stärken. "Wir haben Facharbeiter, die einen kleinen Betrieb im Betrieb leiten. Sie sollen selbst entscheiden und sich nicht ständig absichern müssen. Das Wollen der Leute ist unbezahlbar," sagt Manfred Wittenstein.

Voraussetzung für diese Art des Arbeitens ist ein enges Kommunikationsnetz. Neben der Nutzung moderner Kommunikationsmittel, wie Intranet und interner Mails, gibt es Kommunikationsecken in allen Montagehallen und Verwaltungsgebäuden, die Führungskräfte verbringen die Frühstückspausen mit Mitarbeitern aller Bereiche, damit Themen in ungezwungener Atmosphäre besprochen werden können.

Zur Mitarbeiter-Motivation trägt auch bei, dass in allen Bereichen für ein positives Arbeitsklima Sorge getragen wird. Dazu gehört die kostenlose Nutzung eines hervorragend ausgestatteten Fitnessstudios, einer Firmen-Bibliothek, die Möglichkeit die Firmenkantine für private Feiern buchen zu können, frei geschaltete Getränkeautomate, Feste für Kinder und Familienangehörige der Mitarbeiter, Kunstausstellungen, Filmwochen und Vieles mehr. Diese Maßnahmen führen neben einer Motivierung auch zu hervorragender Identifikation der Mitarbeiter mit "ihrem" Unternehmen.

Innovation durch Qualifikation

Das Unternehmen investiert große Summen in die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter. Die Ausbildungsquote von WITTENSTEIN liegt bei über 10 Prozent. Alle Beschäftigten haben die Möglichkeiten an zahlreichen betriebsinternen Seminaren und Trainee-Programmen teilzunehmen. Für intensive Weiterbildungsmöglichkeiten wurden die WITTENSTEIN akademie eingerichtet. In der Veranstaltungsreihe "WITTENSTEIN meets Wissenschaft" organisiert das Unternehmen Vorträge und Diskussionsforen mit Wissenschaftlern des Bereichs innovativer Antriebslösungen.

Mit dem "Cyber Motion Park" initiierte Manfred Wittenstein ein Pilotprojekt. WITTENSTEIN stellt Existenzgründern aus dem Bereich Antriebstechnik rund 800 Quadratmeter Büro-, Forschungs- und Produktionsflächen zur Verfügung. Manfred Wittenstein: "Unser Cyber Motion Park soll eine Startrampe für junge Unternehmen sein. Es geht darum, eine Keimzelle neuer Ideen, dynamischer Prozesse und innovativer Lösungen zu schaffen, um Komponenten für einen Personal Roboter zu entwickeln und damit Impulse für die Entwicklung der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken zu geben".

Manfred Wittenstein und sein Unternehmen: Ein Glücksfall für die Region. Martin Herrmann

Quelle © Fränkische Nachrichten

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Genießer-Radroute Heilbronn-Franken
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Überblick
Etappe 1:
Talheim - Bad Wimpfen
Etappe 2:
Bad Wimpfen - Buchen
Etappe 3:
Buchen - Wertheim
Etappe 4:
Talheim - Bad Wimpfen
Etappe 5:
Bad Mergentheim - Öhringen
Etappe 6:
Öhringen - Talheim