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Standort-Studie: Südwesten das stärkste Bundesland

     
 
 

13.8.2004

Baden-Württemberg überholt Bayern

 

Baden-Württemberg überholt an der Spitze den ewigen Konkurrenten Bayern. Das Ländle kann auf die beste Arbeitsmarktlage und die besten Standortbedingungen verweisen - was zum Beispiel in der bundesweit höchsten Patentaktivität zum Ausdruck kommt. Die Zahl der Straftaten liegt mit 5456 Delikten je 100.000 Einwohner so niedrig wie in keinem anderen Bundesland. Zum Vergleich: In Berlin sind es mehr als dreimal so viel.

Der Südwesten glänzt mit guter Bildungspolitik und hält das Geld zusammen. Baden-Württemberg erreicht bei der wirtschaftlichen Dynamik Platz 7 in Deutschland. Das ist das Ergebnis des Bundesländer-Rankings der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche. Diese wissenschaftliche Vergleichsstudie zur wirtschaftlichen Entwicklung der 16 deutschen Bundesländer, die von einem Forscherteam unter Leitung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH erstellt wurde, legt den Fokus explizit auf die Dynamik: Sie vergleicht die ordnungs- und wirtschaftspolitische Entwicklung in den Jahren 2001 bis 2003.
Dabei werden bewusst keine Bestandsgrößen, sondern nur die Veränderungen in dem Bemessungszeitraum berücksichtigt. So ist zum Beispiel die Veränderung der Arbeitslosenquote - und nicht ihre absolute Höhe - für die wissenschaftliche Beurteilung ausschlaggebend.

Die Stärken des Bundeslandes Baden-Württemberg:


1. Einwohner
Während die Einwohnerzahlen in den meisten Ländern rückläufig sind oder stagnieren, wird eine Steigerung um 1,1 Prozent erreicht.

2. Erwerbstätige
Zwar sinkt auch dort die Zahl der Erwerbstätigen, doch geringer als anderswo um 0,7 Prozent. Nur Niedersachsen ist besser mit einer Quote von 0,5 Prozent. Im Bestandsranking erzielt Baden-Württemberg im Bereich Arbeitsmarkt allerdings Bestnoten
(niedrigste Arbeitslosenquote (6,1%) und die zweitbeste Arbeitsplatzversorgung (70,7%)).

3. Bildung
Die Bildungsausgaben je Einwohner stiegen seit 2001 um 39 Euro. Das ist unter allen Bundesländern der höchste Anstieg.

4. Studienberechtigte
In keinem anderen Bundesland ist die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulreife so stark gestiegen. Der Wert ist von 2000 bis 2002 um 3,4 Prozent gestiegen. Die Zweitplatzierten, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Schleswig Holstein, schafften nur
2,1 Prozent.

5. Schuldenstand
Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt, jedoch geringer als in den meisten anderen Bundesländern - um 275 Euro. Nur Sachsen steht besser da: Dort wurde jeder Bewohner in den vergangenen zwei Jahren statistisch mit 232 Euro mehr belastet.

Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel begrüßte die Ergebnisse der neuesten Studie der IW Consult GmbH und der GWS GmbH in Zusammenarbeit mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der Wirtschaftswoche zum Ranking der Länder in Deutschland. "Die Verbesserung unserer schon sehr guten Position des Vorjahres und das Erreichen des ersten Platzes ist eine deutliche Bestätigung für unsere erfolgreiche Standortpolitik", so der Ministerpräsident am Mittwoch (11. August 2004) in Stuttgart. Als Gewinner des Gesamtrankings belege Baden-Württemberg bei allen Einzelindikatoren Plätze unter den ersten drei, bei den Arbeitsmarkt- und den Standortindikatoren sogar jeweils den ersten Platz (siehe Grafik).

Die herausragenden Stärken des Landes lägen in seiner Beschäftigungsentwicklung und den daraus resultierenden Ergebnissen auf dem Arbeitsmarkt, betonte der Ministerpräsident. "Kein Land hat in den zurückliegenden Jahren die großen Probleme auf dem Arbeitsmarkt besser bewältigt als Baden-Württemberg. Dies hängt primär mit der langfristig ausgerichteten Bildungs- und Forschungspolitik des Landes zusammen", erläuterte Erwin Teufel. Die aktuelle Studie belege für Baden-Württemberg eine hervorragende Entwicklung bei den Bildungsausgaben je Einwohner; hier erreiche das Land den höchsten Anstieg unter allen Ländern in Deutschland. Untermauert werde dieser positive Tatbestand durch eine hohe Zahl von Schulabgängern mit Hochschulreife.

Im Untersuchungsbereich "Standort" profitiere das Land zudem von seiner hohen Forschungsintensität und einer sehr guten Drittmittelausstattung der Hochschulen. Eine nicht unerwartete Folge dieser Anstrengungen seien die außerordentlich regen Patentaktivitäten der Forscher im Land.

Außerdem habe Baden-Württemberg die Entwicklung seiner Pro-Kopf-Verschuldung weitaus besser im Griff als die meisten anderen Länder in Deutschland. "Die gute Lage und die optimistische Grundstimmung in Baden-Württemberg zeigen sich letztlich auch in einer Abstimmung mit den Füßen", so Erwin Teufel. "Während die Einwohnerzahlen in den meisten Ländern rückläufig sind oder stagnieren, hatte Baden-Württemberg in den vergangenen beiden Jahren eine Zunahme der Bevölkerungszahl um 1,1 Prozent".

Es liege auf der Hand, dass Baden-Württemberg als der Gewinner des "Gesamt-Rankings" beim in der Studie ebenfalls aufgestellten "Dynamik-Ranking" nur einen Mittelplatz einnehmen kann, stellte der Ministerpräsident klar. Ausgehend von einem bereits hohen Niveau der Zielerreichung seien zusätzliche wirtschaftliche Verbesserungen viel schwieriger zu realisieren als bei größerer Rückständigkeit. Für eine weitere Stärkung des Standorts sei es aber wichtig, die in der Studie aufgezeigten Schwachpunkte Baden-Württembergs bei der Verschlankung der Verwaltung und den öffentlichen Investitionen vollends wettzumachen.

Für eine dauerhaft positive Entwicklung des Landes sei vor allem die Nachhaltigkeit der Politik entscheidende Voraussetzung. "Einen hohen Lebensstandard und eine sichere Zukunft für unsere Kinder können wir nur auf einer stabilen Grundlage der wirtschaftlich relevanten Standortfaktoren erreichen. Diese aktuelle Untersuchung hat erneut bestätigt, dass Baden-Württemberg für die langfristigen Herausforderungen hervorragend aufgestellt ist", betonte Ministerpräsident Erwin Teufel.



 
         
 
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