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Baden-Württemberg überholt an der Spitze den ewigen Konkurrenten
Bayern. Das Ländle kann auf die beste Arbeitsmarktlage und
die besten Standortbedingungen verweisen - was zum Beispiel in der
bundesweit höchsten Patentaktivität zum Ausdruck kommt.
Die Zahl der Straftaten liegt mit 5456 Delikten je 100.000 Einwohner
so niedrig wie in keinem anderen Bundesland. Zum Vergleich: In Berlin
sind es mehr als dreimal so viel.
Der Südwesten glänzt mit guter Bildungspolitik und hält
das Geld zusammen. Baden-Württemberg erreicht bei der wirtschaftlichen
Dynamik Platz 7 in Deutschland. Das ist das Ergebnis des Bundesländer-Rankings
der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche.
Diese wissenschaftliche Vergleichsstudie zur wirtschaftlichen Entwicklung
der 16 deutschen Bundesländer, die von einem Forscherteam unter
Leitung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult
GmbH erstellt wurde, legt den Fokus explizit auf die Dynamik: Sie
vergleicht die ordnungs- und wirtschaftspolitische Entwicklung in
den Jahren 2001 bis 2003.
Dabei werden bewusst keine Bestandsgrößen, sondern nur
die Veränderungen in dem Bemessungszeitraum berücksichtigt.
So ist zum Beispiel die Veränderung der Arbeitslosenquote -
und nicht ihre absolute Höhe - für die wissenschaftliche
Beurteilung ausschlaggebend.
Die Stärken des Bundeslandes Baden-Württemberg:
1. Einwohner
Während die Einwohnerzahlen in den meisten Ländern rückläufig
sind oder stagnieren, wird eine Steigerung um 1,1 Prozent erreicht.
2. Erwerbstätige
Zwar sinkt auch dort die Zahl der Erwerbstätigen, doch geringer
als anderswo um 0,7 Prozent. Nur Niedersachsen ist besser mit einer
Quote von 0,5 Prozent. Im Bestandsranking erzielt Baden-Württemberg
im Bereich Arbeitsmarkt allerdings Bestnoten
(niedrigste Arbeitslosenquote (6,1%) und die zweitbeste Arbeitsplatzversorgung
(70,7%)).
3. Bildung
Die Bildungsausgaben je Einwohner stiegen seit 2001 um 39 Euro.
Das ist unter allen Bundesländern der höchste Anstieg.
4. Studienberechtigte
In keinem anderen Bundesland ist die Zahl der Schulabgänger
mit Hochschulreife so stark gestiegen. Der Wert ist von 2000 bis
2002 um 3,4 Prozent gestiegen. Die Zweitplatzierten, Rheinland-Pfalz,
das Saarland und Schleswig Holstein, schafften nur
2,1 Prozent.
5. Schuldenstand
Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt, jedoch geringer als in den
meisten anderen Bundesländern - um 275 Euro. Nur Sachsen steht
besser da: Dort wurde jeder Bewohner in den vergangenen zwei Jahren
statistisch mit 232 Euro mehr belastet.
Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin
Teufel begrüßte die Ergebnisse der neuesten Studie der
IW Consult GmbH und der GWS GmbH in Zusammenarbeit mit der Initiative
Neue Soziale Marktwirtschaft und der Wirtschaftswoche zum Ranking
der Länder in Deutschland. "Die Verbesserung unserer schon
sehr guten Position des Vorjahres und das Erreichen des ersten Platzes
ist eine deutliche Bestätigung für unsere erfolgreiche
Standortpolitik", so der Ministerpräsident am Mittwoch
(11. August 2004) in Stuttgart. Als Gewinner des Gesamtrankings
belege Baden-Württemberg bei allen Einzelindikatoren Plätze
unter den ersten drei, bei den Arbeitsmarkt- und den Standortindikatoren
sogar jeweils den ersten Platz (siehe Grafik).
Die herausragenden Stärken des Landes lägen in seiner
Beschäftigungsentwicklung und den daraus resultierenden Ergebnissen
auf dem Arbeitsmarkt, betonte der Ministerpräsident. "Kein
Land hat in den zurückliegenden Jahren die großen Probleme
auf dem Arbeitsmarkt besser bewältigt als Baden-Württemberg.
Dies hängt primär mit der langfristig ausgerichteten Bildungs-
und Forschungspolitik des Landes zusammen", erläuterte
Erwin Teufel. Die aktuelle Studie belege für Baden-Württemberg
eine hervorragende Entwicklung bei den Bildungsausgaben je Einwohner;
hier erreiche das Land den höchsten Anstieg unter allen Ländern
in Deutschland. Untermauert werde dieser positive Tatbestand durch
eine hohe Zahl von Schulabgängern mit Hochschulreife.
Im Untersuchungsbereich "Standort" profitiere das Land
zudem von seiner hohen Forschungsintensität und einer sehr
guten Drittmittelausstattung der Hochschulen. Eine nicht unerwartete
Folge dieser Anstrengungen seien die außerordentlich regen
Patentaktivitäten der Forscher im Land.
Außerdem habe Baden-Württemberg die Entwicklung seiner
Pro-Kopf-Verschuldung weitaus besser im Griff als die meisten anderen
Länder in Deutschland. "Die gute Lage und die optimistische
Grundstimmung in Baden-Württemberg zeigen sich letztlich auch
in einer Abstimmung mit den Füßen", so Erwin Teufel.
"Während die Einwohnerzahlen in den meisten Ländern
rückläufig sind oder stagnieren, hatte Baden-Württemberg
in den vergangenen beiden Jahren eine Zunahme der Bevölkerungszahl
um 1,1 Prozent".
Es liege auf der Hand, dass Baden-Württemberg als der Gewinner
des "Gesamt-Rankings" beim in der Studie ebenfalls aufgestellten
"Dynamik-Ranking" nur einen Mittelplatz einnehmen kann,
stellte der Ministerpräsident klar. Ausgehend von einem bereits
hohen Niveau der Zielerreichung seien zusätzliche wirtschaftliche
Verbesserungen viel schwieriger zu realisieren als bei größerer
Rückständigkeit. Für eine weitere Stärkung des
Standorts sei es aber wichtig, die in der Studie aufgezeigten Schwachpunkte
Baden-Württembergs bei der Verschlankung der Verwaltung und
den öffentlichen Investitionen vollends wettzumachen.
Für eine dauerhaft positive Entwicklung des Landes sei vor
allem die Nachhaltigkeit der Politik entscheidende Voraussetzung.
"Einen hohen Lebensstandard und eine sichere Zukunft für
unsere Kinder können wir nur auf einer stabilen Grundlage der
wirtschaftlich relevanten Standortfaktoren erreichen. Diese aktuelle
Untersuchung hat erneut bestätigt, dass Baden-Württemberg
für die langfristigen Herausforderungen hervorragend aufgestellt
ist", betonte Ministerpräsident Erwin Teufel.

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