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Region Heilbronn-Franken bekommt eine Hochschule

     
 
 

16.8.2004

Die erste Steinbeis-Studienfiliale wird im Heilbronner Neckarturm eröffnet

 

Im Heilbronner Neckarturm eröffnet die Stuttgarter Steinbeis-Stiftung mit Mitteln des Lidl-Gründers Dieter Schwarz ihre erste Studienfiliale. Die künftigen Absolventen sollen dort sogar bald den Doktortitel erwerben können.

Millionenzuschüsse aus der Kasse des Lidl-Gründers Dieter Schwarz ermöglichen es: Die Steinbeis-Hochschule Berlin eröffnet ihre erste baden-württembergische Studienfiliale im Unterland. Die künftigen Absolventen sollen dort sogar bald den Doktortitel erwerben können.

Mit seinen 68 Jahren hätte sich Johann Löhn natürlich längst aufs Altenteil zurückziehen können. Aber der Professor mit den zwei Doktortiteln und den vielen Ämtern denkt nicht an den Ruhestand. Im Gegenteil: Jetzt will der rührige baden-württembergische Regierungsbeauftragte für Technologietransfer auch noch die Bildungslandschaft im Südwesten bereichern. Vom nächsten Jahr an sollen ehrgeizige Manager, Jungakademiker sowie Absolventen von Fachhochschulen und Berufsakademien aus dem Südwesten in Heilbronn nach noch höheren akademischen Weihen greifen dürfen. Ihre Diplome wird ihnen Löhn allerdings aus Berlin zuschicken.

Die geplante "Steinbeis Business School Heilbronn" ist das vorerst jüngste Husarenstück des umtriebigen Physik- und Informatikprofessors, der in Baden-Württemberg seit 1982 vor allem hinter den politischen Kulissen nachhaltig Strippen zieht. Damals war der gebürtige Hamburger noch Rektor der Fachhochschule Furtwangen, aber Ministerpräsident Lothar Späth schuf für ihn erstmals in der Republik den Posten eines "Regierungsbeauftragten für Technologietransfer". Ein Jahr später musste ihn der Vorstand der 1971 gegründeten Stuttgarter Steinbeis-Stiftung für Wirtschaftsförderung zähneknirschend als neuen Vorsitzenden akzeptieren. Aber seither wird über Löhn zumindest öffentlich weder gespottet noch gestritten.

Inzwischen hat er zur Freude der Industrie die Steinbeis-Stiftung zu einem Netzwerk mit 565 Transferzentren und 4000 Experten ausgebaut. Und seit einiger Zeit zeigt Löhn aller Welt auch, wie sogar Bildung effizient und angeblich völlig unabhängig vom Staat vermittelt werden kann.

"Wir bekommen kein Geld aus öffentlichen Töpfen", versichert Johann Löhn in seiner Eigenschaft als Präsident der Steinbeis-Hochschule Berlin. "Aber wir sind erfolgreich." Vor sechs Jahren wurde die hundertprozentige Tochter der Stuttgarter Steinbeis-Stiftung in Berlin als Privatuni gegründet und gilt seitdem als Vorzeigemodell. Die staatlich anerkannte Hochschule hat sich auf berufsbegleitende Studiengänge für künftige Masters, Bachelors und Doktoren spezialisiert und damit offenbar in der Wirtschaft einen Nerv getroffen. Derzeit werden 924 Studenten von mehr als 300 Lehrkräften auf eine beschleunigte Karriere vorbereitet. Bisher gab es nur in Limburg eine Filiale. Jetzt bekommt auch Heilbronn eine.

"Wir wollen was tun für die Region Heilbronn-Franken", kommentiert Präsident Löhn die Absicht, von April 2005 an in einem Heilbronner Bürohochhaus auf zwei angemieteten Etagen die ersten 100 bis 150 Studenten aus Baden-Württemberg Beruf begleitend zu unterrichten. In zwei bis drei Jahren sollen es 350 und sechs Dutzend Dozenten sein - aber laut Löhn "kann der Standort beliebig ausgedehnt werden". Dass Heilbronn zum Zug kam, ist dem reichsten Bürger der Stadt zu verdanken. Der Milliardär Dieter Schwarz, Besitzer von Lidl und Kaufland, will das Institut und die Stipendiaten mit jährlich zwei Millionen Euro fördern.

Im Stuttgarter Wissenschaftsministerium wird das Projekt als "sehr sinnvoll" begrüßt. Mit der baden-württembergischen Bildungspolitik habe das aber nichts zu tun, betont ein Sprecher der Behörde: "Das ist eine Einrichtung nach Berliner Recht". Übrigens nicht die einzige, deren Gründerväter im Südwesten beheimatet sind. Auch Daimler-Chrysler hat seine firmeneigene Hochschule nicht in Stuttgart, sondern in Berlin.

Quelle Stuttgarter Zeitung vom 11. Mai 2004 von Wieland Schmid

 
         
 

Heilbronn-Franken...

„Die Region Heilbronn-Franken steht in Deutschland mit an der Spitze der Bundesliga für kleine

Wirtschaftswunder.“
Dr. Michael Rogowski, ehemaliger BDI-Präsident
Bundesverband der Deutschen Industrie

"Eine Stärke der Menschen in dieser Region ist ihr Wissen und Ihre Kompetenz. Beides versetzt sie in die Lage,

neue Technologien und Prozesse zu beherrschen und damit den Standort Heilbronn-Franken wirtschaftlich attraktiv und bekannt zu machen."
Jürgen Lunemann,
Werkleiter, AUDI AG, Neckarsulm
AUDI AG