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Netzwerk der Regionen ist keine Einbahnstraße

     
 
 

11.10.2004


 

Delegation aus Oberösterreich informierte sich über die interkommunalen Kooperation in der Region Heilbronn-Franken. Wettbewerb zwischen den Regionen kann zum Wohle der Wirtschaft durch Transparenz und direkten Kontakt entschärft werden.

Die Besichtigung interkommunaler Gewerbeparks, der Innovationsfabrik Heilbronn, Informationen über die Entwicklung der regionalen Gewerbeflächen, touristische Zusammenhänge und Gespräche unter Kollegen – das waren die wesentlichen Programmpunkte beim Besuch der oberösterreichischen Delegation von Landräten, Bürgermeistern, Regionalmanagern und Vertretern der Wirtschaftskammern. Organisiert hatte dies die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF), die sich sehr stark für den Aufbau von regionalen Netzwerke in Europa engagiert.

Schon beim abendlichen Rundgang durch die Gassen Schwäbisch Halls und beim Vortrag von Karl-Heinz Ehrmann, dem Geschäftsführer der W.I.H. Hohenlohe und der Touristikgemeinschaft Hohenlohe + Schwäbisch Hall e.V. wurde den Gästen aus Oberösterreich eines klar: interkommunale Zusammenarbeit, Transparenz und Zielstrebigkeit sind neben der Wirtschaftskraft der Region Heilbronn-Franken Alleinstellungsmerkmale der Region und Gründe, für die wirtschaftliche Dynamik.

Seit nunmehr über drei Jahren ist der WHF-Geschäftsführer Steffen Schoch damit beschäftigt, auf deutscher und europäischer Ebene Netzwerke zu ähnlich strukturierten Region wie der eigenen aufzubauen. „Zunächst müssen wir Vertrauen schaffen und uns dann gegenseitig ergänzen“, so Schoch. Er sieht zwar den harten Wettbewerb zwischen den Regionen der aber durch den direkten Kontakt entschärft werden und für die Unternehmen gewinnbringend eingesetzt werden kann. „Es geht heute nicht darum, sich gegenseitig Unternehmen abzuwerben. Vielmehr sehe ich es als die Hauptaufgabe der Wirtschaftsförderung Bestandspflege bei den ansässigen Unternehmen zu betreiben und diese auf Erweiterungsmärkte aufmerksam zu machen“, betont Schoch der sowohl in der Schweiz, wie auch in Österreich, Italien, Frankreich und Spanien funktionierende Partner aufgetan hat.

Beim Besuch der Gäste aus Oberösterreich stand vor allem die Information über interkommunale Kooperationen und Gewerbeparks im Vordergrund. Das GiF in Bad Friedrichshall, eine gemeinsame Initiative des Landkreis Heilbronn, der Städte Bad Friedrichshall und Neckarsulm sowie der AUDI AG zeigt vorbildhaft, wie die Zulieferer des Automobilherstellers unmittelbar vor den Toren der Produktionsbänder ihre Bauteile konfektionieren um „Just-in-Time“ oder „Just-in-Sequence“ am Band zu sein. „Teilweise haben die Unternehmen nur 70 Minuten Vorlaufzeit“, berichtet der Bad Friedrichshaller Bürgermeister a.D. Peter Knoche, der sich als Geschäftsführer des Gewerbeparks engagiert.

Unter dem Kürzel “GiF” entstand der Industriepark 1995/1996 am nördlichen Audi-Werkstor. Als Werkleiter Otto Lindner im Jahre 1994 Bürgermeister Peter Knoche (Bad Friedrichshall), Oberbürgermeister Volker Blust (Neckarsulm) sowie Landrat Klaus Czernuska (Heilbronn) ins Werk einlud, da stand die Entwicklung eines aus kommunaler Hand mit geförderten Industrieparks für Zulieferer auf dem Programm. Es war nicht einfach, diese Idee in den kommunalen Gremien durchzusetzen. Letztendlich fand sie aber doch die notwendigen Mehrheiten, weil dadurch der Unterländer Audi-Standort gefestigt, Arbeitsplätze gesichert, geschaffen wurden. So konnten Audi, der Landkreis und die beiden Städte bereits 1996 den Industriepark für Audi-Zulieferbetriebe einweihen. Nach zwei Erweiterungen und dem Kauf und Umbau eines ehemaligen Baumarkts in Neckarsulm verfügt die GiF jetzt über insgesamt 36.600 m² Hallen- und Büroflächen. Kostenpunkt: 25 Millionen €. Finanziert mit Einlagen der Gesellschafter, sowie mit Landes- und mit Kapitalmarktmitteln.

Aktuell sind über 530 Mitarbeiter bei den im GiF ansässigen Firmen beschäftigt. Die Gesellschafter (70 Prozent halten die Städte und der Landkreis, 30 Prozent die Audi AG) freuen sich heute über die gute Entwicklung des Unternehmens.

“ Zwar war es den Kommunen damals nicht ohne weiteres möglich, mit öffentlichen Mitteln unternehmerische Risiken einzugehen”, sagt der ehemalige Bürgermeister und heutige Geschäftsführer
der GIF, Peter Knoche. Doch die Erkenntnis, dass veränderte wirtschaftliche Bedingungen auch kommunale Engagements über die Schaffung reiner öffentlicher Infrastruktur hinaus notwendig machen, wurde, so Knoche, bereits 1995 erkannt und von den zuständigen Rechtsaufsichtsbehörden akzeptiert. “Durch das gute Zusammenspiel von Kommunen und Unternehmen konnten wir neue Arbeitsplätze schaffen”, bilanziert Knoche.

Seit Anfang der 90er Jahre bündeln die Kommunen Kupferzell, Künzelsau und Waldenburg im Gewerbepark Hohenlohe ihre Interessen. Ziel ist es, dass große und zusammenhängende Flächen mit guter Straßenanbindung direkt an der Autobahn A 6 angeboten werden können. „Derzeit werden 225 Hektar Gewerbeflächen verwaltet“, berichtet Verbandsvorsitzender Bürgermeister Volker Lenz aus Künzelsau der darin eine wichtige Investition in die Zukunft sieht. Dank des hohen Anspruchs an die Gestaltung und Pflege des Gewerbeparks und die gezielte Auswahl von Technologie orientierten und innovativen Unternehmen sei es gelungen, hier gerade regional bedeutenden Unternehmen Möglichkeiten zur Entwicklung zu bieten, so Lenz. Er verweißt auf dabei auf R. Stahl, Ziehl-Abegg, Würth Elektronik, Schraubenwerk Gaisbach oder das Bauunternehmen Wolff & Müller.

In Oberösterreich stünden solche Kooperationen noch am Anfang, berichteten die Delegationsteilnehmer. Ein Grund: Die hohen Grundstückspreise im Raum Linz würden den Spielraum der Kommunen einschränken. Auch das Konkurrenzdenken zwischen den Gemeinden stünde den Kooperationen oft im Wege.

Diesen Standortvorteil sollte die Region Heilbronn-Franken im Rahmen ihrer Vermarktungs- und Ansiedlungsgespräche nutzen.

Investors' Link Standortangebote in der Region
 
         
 
Unbenanntes Dokument

Die Region bietet Gaumen-Freuden für jeden Geschmack: Dass Heilbronn-Franken top ist, zeigt sich auch in den Gourmetführern. Ob Michelin, Varta, Gault Millau, Aral oder Feinschmecker - die Gastronomie der Region ist mit zahlreichen Kochlöffeln, Kochmützen und Sternen ausgezeichnet.