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Delegation aus Oberösterreich informierte sich über
die interkommunalen Kooperation in der Region Heilbronn-Franken.
Wettbewerb
zwischen den Regionen kann zum Wohle der Wirtschaft durch Transparenz
und direkten Kontakt entschärft werden.
Die Besichtigung interkommunaler Gewerbeparks, der Innovationsfabrik
Heilbronn, Informationen über die Entwicklung der regionalen
Gewerbeflächen, touristische Zusammenhänge und Gespräche
unter Kollegen – das waren die wesentlichen Programmpunkte
beim Besuch der oberösterreichischen Delegation von Landräten,
Bürgermeistern, Regionalmanagern und Vertretern der Wirtschaftskammern.
Organisiert hatte dies die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken
GmbH (WHF), die sich sehr stark für den Aufbau von regionalen
Netzwerke in Europa engagiert.
Schon beim abendlichen Rundgang durch die Gassen Schwäbisch
Halls und beim Vortrag von Karl-Heinz Ehrmann, dem Geschäftsführer
der W.I.H. Hohenlohe und der Touristikgemeinschaft Hohenlohe
+ Schwäbisch Hall e.V. wurde den Gästen aus Oberösterreich
eines klar: interkommunale Zusammenarbeit, Transparenz und Zielstrebigkeit
sind neben der Wirtschaftskraft der Region Heilbronn-Franken
Alleinstellungsmerkmale der Region und Gründe, für
die wirtschaftliche Dynamik.
Seit nunmehr über drei Jahren ist der WHF-Geschäftsführer
Steffen Schoch damit beschäftigt, auf deutscher und europäischer
Ebene Netzwerke zu ähnlich strukturierten Region wie der eigenen
aufzubauen. „Zunächst müssen wir Vertrauen schaffen
und uns dann gegenseitig ergänzen“, so Schoch. Er sieht
zwar den harten Wettbewerb zwischen den Regionen der aber durch
den direkten Kontakt entschärft werden und für die Unternehmen
gewinnbringend eingesetzt werden kann. „Es geht heute nicht
darum, sich gegenseitig Unternehmen abzuwerben. Vielmehr sehe ich
es als die Hauptaufgabe der Wirtschaftsförderung Bestandspflege
bei den ansässigen Unternehmen zu betreiben und diese auf
Erweiterungsmärkte aufmerksam zu machen“, betont Schoch
der sowohl in der Schweiz, wie auch in Österreich, Italien,
Frankreich und Spanien funktionierende Partner aufgetan hat.
Beim Besuch der Gäste aus Oberösterreich stand vor allem
die Information über interkommunale Kooperationen und Gewerbeparks
im Vordergrund. Das GiF in Bad Friedrichshall, eine gemeinsame
Initiative des Landkreis Heilbronn, der Städte Bad Friedrichshall
und Neckarsulm sowie der AUDI AG zeigt vorbildhaft, wie die Zulieferer
des Automobilherstellers unmittelbar vor den Toren der Produktionsbänder
ihre Bauteile konfektionieren um „Just-in-Time“ oder „Just-in-Sequence“ am
Band zu sein. „Teilweise haben die Unternehmen nur 70 Minuten
Vorlaufzeit“, berichtet der Bad Friedrichshaller Bürgermeister
a.D. Peter Knoche, der sich als Geschäftsführer des Gewerbeparks
engagiert.
Unter dem Kürzel “GiF” entstand der Industriepark
1995/1996 am nördlichen Audi-Werkstor. Als Werkleiter Otto
Lindner im Jahre 1994 Bürgermeister Peter Knoche (Bad Friedrichshall),
Oberbürgermeister Volker Blust (Neckarsulm) sowie Landrat
Klaus Czernuska (Heilbronn) ins Werk einlud, da stand die Entwicklung
eines aus kommunaler Hand mit geförderten Industrieparks für
Zulieferer auf dem Programm. Es war nicht einfach, diese Idee in
den kommunalen Gremien durchzusetzen. Letztendlich fand sie aber
doch die notwendigen Mehrheiten, weil dadurch der Unterländer
Audi-Standort gefestigt, Arbeitsplätze gesichert, geschaffen
wurden. So konnten Audi, der Landkreis und die beiden Städte
bereits 1996 den Industriepark für Audi-Zulieferbetriebe einweihen.
Nach zwei Erweiterungen und dem Kauf und Umbau eines ehemaligen
Baumarkts in Neckarsulm verfügt die GiF jetzt über insgesamt
36.600 m² Hallen- und Büroflächen. Kostenpunkt:
25 Millionen €. Finanziert mit Einlagen der Gesellschafter,
sowie mit Landes- und mit Kapitalmarktmitteln.
Aktuell sind über 530 Mitarbeiter bei den im GiF ansässigen
Firmen
beschäftigt. Die Gesellschafter (70 Prozent halten die Städte
und
der Landkreis, 30 Prozent die Audi AG) freuen sich heute über
die gute Entwicklung des Unternehmens.
“ Zwar war es den Kommunen damals nicht ohne weiteres möglich,
mit öffentlichen Mitteln unternehmerische Risiken einzugehen”,
sagt der ehemalige Bürgermeister und heutige Geschäftsführer
der GIF, Peter Knoche. Doch die Erkenntnis, dass veränderte
wirtschaftliche Bedingungen auch kommunale Engagements über
die Schaffung reiner öffentlicher Infrastruktur hinaus notwendig
machen, wurde, so Knoche, bereits 1995 erkannt und von den zuständigen
Rechtsaufsichtsbehörden akzeptiert. “Durch
das gute Zusammenspiel von Kommunen und Unternehmen
konnten wir neue Arbeitsplätze schaffen”, bilanziert
Knoche.
Seit Anfang der 90er Jahre bündeln die Kommunen Kupferzell,
Künzelsau und Waldenburg im Gewerbepark Hohenlohe ihre Interessen.
Ziel ist es, dass große und zusammenhängende Flächen
mit guter Straßenanbindung direkt an der Autobahn A 6 angeboten
werden können. „Derzeit werden 225 Hektar Gewerbeflächen
verwaltet“, berichtet Verbandsvorsitzender Bürgermeister
Volker Lenz aus Künzelsau der darin eine wichtige Investition
in die Zukunft sieht. Dank des hohen Anspruchs an die Gestaltung
und Pflege des Gewerbeparks und die gezielte Auswahl von Technologie
orientierten und innovativen Unternehmen sei es gelungen, hier
gerade regional bedeutenden Unternehmen Möglichkeiten zur
Entwicklung zu bieten, so Lenz. Er verweißt auf dabei auf
R. Stahl, Ziehl-Abegg, Würth Elektronik, Schraubenwerk Gaisbach
oder das Bauunternehmen Wolff & Müller.
In Oberösterreich stünden solche Kooperationen noch
am Anfang, berichteten die Delegationsteilnehmer. Ein Grund: Die
hohen Grundstückspreise im Raum Linz würden den Spielraum
der Kommunen einschränken. Auch das Konkurrenzdenken zwischen
den Gemeinden stünde den Kooperationen oft im Wege.
Diesen Standortvorteil sollte die Region Heilbronn-Franken im
Rahmen ihrer Vermarktungs- und Ansiedlungsgespräche nutzen.
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