|
Die rasante Aufwärtsentwicklung bei der Waldenburger R. Stahl
AG hält an. Der Geschäftsbereich Explosionsschutz hat
den Umsatz in den ersten neun Monaten um über 16 Prozent gesteigert.
Bei der Fördertechnik findet eine Verlagerung des Umsatzes
hin zu ertragreicheren Produkten statt.
Das Waldenburger Wetter mag zwar herbstlich sein, über dem
Geschäft des Hohenloher Unternehmens scheint zurzeit aber
die Sonne. Obwohl die Umsätze im Heimatmarkt Deutschland weiterhin
rückläufig sind, legt das Unternehmen nach neun Monaten
glänzende Zahlen vor: Im Konzern ist der Umsatz demnach um
elf Prozent auf 181 Millionen Euro gestiegen, in Explosionsschutz
sogar um 16 Prozent auf 95,3 Millionen Euro. Auch das Ergebnis
ist in die Höhe geschnellt: Vor Steuern (und nach den in der
Fördertechnik angefallenen Restrukturierungsaufwendungen)
verbuchen die Waldenburger ein Ergebnis von 4,1 Millionen Euro
- vor Jahresfrist hatte das Unternehmen gerade die Verlustzone
verlassen.
Besser als geplant schnitt dabei auch die Fördertechnik ab,
sagt Schomaker. Dort hatte das Unternehmen sogar mit rückläufigen
Umsätzen gerechnet, weil auf wenig profitables Geschäft
bewusst verzichtet worden sei. "Der Markt hat unser Angebot
mit anspruchsvollen und kundenindividuellen Lösungen wesentlich
schneller als erwartet angenommen." Wichtig ist für den
Vorstandsvorsitzenden auch, dass die Mitarbeiter die Restrukturierung
- wie berichtet sollen in der Fördertechnik bis 2006 knapp
90 Stellen wegfallen - mittragen. Erste Auswirkungen der Restrukturierung,
unter anderem verzichteten die Beschäftigten auf gewisse Lohnbestandteile,
seien in den jüngsten Quartalszahlen bereits spürbar.
Die Hohenloher profitieren beim Auftragseingang von den hohen Ölpreisen: "Wir
merken, dass unsere Kunden investieren, um den letzten Tropfen
herauszuholen", sagt Schomaker. Mittelfristig rechnet er mit
weiteren Zuwächsen, weil die hohen Marktpreise Investitionen
in neue Förderanlagen nach sich ziehen werden - die wiederum
mit explosionsgeschützten Schaltungen ausgestattet werden
müssen.
Trotz des weiterhin "herausfordernden Umfelds" mit einem
schwachen Dollar und den hohen Stahlpreisen rechnet Schomaker für
das Gesamtjahr unverändert mit einem Umsatzplus von deutlich
mehr als fünf Prozent und einer "deutlich überproportionalen" Ergebnissteigerung.
Den Vorjahresgewinn, der im Wesentlichen aus dem vierten Quartal
stammte, hat das Unternehmen ja bereits übertroffen.
Unterdessen hat die Neckarsulmer TDS AG bekannt gegeben, dass
ihre Tochter BFD künftig die Personalabrechnung der rund 2200
Mitarbeiter des Waldenburger Unternehmens übernehmen wird.
Sechs Stahlianer erhalten in diesem Zusammenhang das Angebot, nach
Neckarsulm zu wechseln wo sie Kern einer neuen BFD-Niederlassung
werden sollen, über die auch andere Kunden in der Region betreut
werden können. "Wir waren da nicht wirtschaftlich",
begründet Schomaker den Outsourcing-Schritt bei der Abrechnung.
Eine weitergehende Auslagerung der Personalabteilung lehnt er allerdings
ab: "Personalarbeit ist für mich eine absolute Kernkompetenz."
|