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Erst die Erbswurst hat die Marke Knorr groß gemacht

     
 
 

30.11.2004


 

Sie war der eigentliche Grund, warum der britisch-niederländische Unilever-Konzern im Jahr 2000 den amerikanischen Lebensmittelhersteller Bestfoods kaufte: die Marke Knorr. Der Nachname des Firmengründers aus Heilbronn gehört nämlich zum Klangvollsten, was Marketingfachleute weltweit zu bieten haben.

Am Anfang war's ein einfacher Name. Knorr. So unspektakulär, dass die Familie auf ein ganz anderes Symbol setzte, als Marken in den 1870er Jahren modern wurden: Auf den mit allerlei positiven Werten gefüllten Bienenkorb. Bis in die vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts blieb der Bienenkorb in verschiedenen Varianten Teil des Markenauftritts. Obwohl der Name Knorr, und selbst der bis heute übliche schwungvolle Schreibschriftzug, bereits seit 1889 paralell verwendet wurde, wie Dagmar Depta, die in Heilbronn die Knorr-Schätze im Firmenarchiv hütet, erzählt. Auch die Knorr-Farben Rot und Grün, die bis heute Teil des Auftritts sind, wurden damals erstmals verwendet.

Erst 1913 wurde der Schriftzug als Markenzeichen eingetragen. Über zahllose Zwischenschritte hat sich das Markenbild seither mehr oder weniger gezielt weiterentwickelt. Einige Nebenmarken wie der Hahn, der bis 1952 verwendet wurde, sind wieder verschwunden. Übrigens: Auch das Heilbronner Käthchen war einst einst ein Teil der Knorr-Markenwelt - als Nudelsuppe.

Mit der Erbswurst hat der Name Knorr den Siegeszug angetreten, der ihn milliardenschwer hat werden lassen: Mehr als 20 Milliarden Dollar hat sich Unilever die Marke und das dazugehörige Unternehmen kosten lassen. Mit der Leichtigkeit, mit der früher die Marke geführt und entwickelt wurde, ist es nicht erst vorbei, seit sich die Spezialisten von Unilever darum kümmern. Bis ins kleinste Detail ist in einer 42-seitigen Markenbibel festgeschrieben, was erlaubt ist - und vor allem, was nicht. "Das ist Teil der Transformation von Knorr in eine wahrhaft globale Marke", wie es in dem Vorwort zu der Broschüre heißt.

Wer jetzt glaubt, dass sich irgendein schlauer Kopf im stillen Kämmerlein das neue Logo ausgedacht hat, der irrt gewaltig. Ein ganzes Jahr lang hat sich ein Projektteam mit der Wiedergeburt der Marke befasst, Knorrianer aus Deutschland und fünf weitere Ländern von Brasilien bis zur Türkei und Polen waren daran beteiligt, die Ergebnisse wurden von Marktforschern in sechs weiteren Ländern überprüft. Dass irgendwann einmal so ein Aufwand mit seinem Namen betrieben würde, das hätte sich der alte Herr mit dem unspektakulären Namen Knorr mit Sicherheit nie und nimmer träumen lassen.

Quelle: Heilbronner Stimme von Manfred Stockburger www.stimme.de

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