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Snowboards, Kopfhörer, Hefewürfel: Region ist Spitze

     
 
 

30.11.2004


 

Die großen Marken der Region - die kennt jeder. Es gibt aber auch die weniger bekannten, die aber in ihrer Branche eine gewichtige Rolle spielen. Und hier ist es wie bei den Großen: Vom Gerätebauer bis zu Nahrungsmitteln wird das gesamte Konsumspektrum abgedeckt.

Lange Jahre waren sie allerhöchstens Gemeinderäten und Konferenz-Veranstaltern bekannt: Bei Beyerdynamic in Heilbronn werden seit Jahrzehnten so genannte Konferenzsysteme hergestellt. Nun versucht das 80 Jahre alte Unternehmen, auch die Elektro-Fachmärkte zurückzuerobern. Erste Erfolge gibt es bereits: Seine Hifi-Kopfhörer schneiden bei den Tests der Fachzeitschriften stets mindestens so gut ab wie die Konkurrenz etwa von Sennheiser.

Wer nicht unbedingt Massivholzmöbel kaufen will und sich mit Spanplatten und künstlichem Furnier zufrieden gibt, der greift oft bei Rauch zu. Die Freudenberger zählen zu den Großen der Spanplattenmöbel-Branche. Unter der Konsumflaute haben sie trotzdem zu leiden, im Stammwerk am Main sind derzeit 1380 Mitarbeiter beschäftigt und somit 120 weniger als vor einem Jahr.

Die Nummer eins der deutschen Parkettschleifmaschinen-Hersteller ist in Güglingen ansässig: Bei Lägler wird Hightech für dieses spezielle Handwerks-Segment produziert. Im gleichen Stadtteil ist einer der größeren Heizkessel-Produzenten Deutschlands ansässig. Zugegeben, Rotex kann sich mit den Branchenriesen Buderus, Viessmann oder Junkers nicht gerade messen, hat sich aber seinen Platz erkämpft. Zumal das Unternehmen auch mit Plastik-Öltanks und Surfbrettern erfolgreich ist.

Apropos Trendsport: Die absolute Szene-Marke der Snowboarder heißt Pogo - und wird in Handarbeit in einer Zwei-Mann-Firma in Löwenstein hergestellt. Dort leben die Chefs ihren Sport noch selbst, statt mit einem schnieken Dienstwagen zum Golfplatz fahren sie lieber mit einem VW-Bus voller Boards zum Testen in die verschneiten Alpen.

Ein wenig in Vergessenheit geraten ist die Gartenschlepper-Kultmarke der Nachkriegszeit. Dennoch: In den Agria-Werken in Möckmühl werden heute noch motorisierte Geräte für Landwirte und Hobbygärtner hergestellt. Allerdings mittlerweile in kleinerem Umfang.

Golden Toast kommt - tja, woher denn nun? Von Barilla, also von Kamps, also von - wer die Packung studiert, liest es dort immer wieder: Zimmermann. Diese Bäckerei gehört zwar zum Nudel- und Brötchenkonzern, backt aber ihre Weißbrot-Scheiben auch unter eigenem Namen. Unter anderem in Crailsheim mit gut 300 Beschäftigten.

Die Firma: winzig. Das Produkt: banal. Und doch ist Linco nicht nur Heilbronner Industrie-Urgestein - die Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück -, sondern mit seinen Hefewürfeln aus deutschen Supermärkten und Kühen nicht wegzudenken.

Führend in Sachen saure Gurken ist Hengstenberg. Das Esslinger Familienunternehmen bezieht gut ein Drittel seiner Ernte von Feldern rund um Bad Friedrichshall. Dort steht auch eine der drei eigenen Konservenfabriken.

Ein beeindruckendes Wachstum hat in den vergangenen Jahren die Marke Aqua Römer hingelegt. Abgefüllt wird das Mineralwasser in Mainhardt in den Löwensteiner Bergen von der Göppinger Brunnen-Union. Erst im Frühjahr ging die dritte Werkserweiterung in Betrieb. Nun können mehr als 350 Millionen Flaschen pro Jahr abgefüllt werden. Die Brunnen-Union hat es auf diese Weise zur Nummer zwei in Baden-Württemberg gebracht.

Zumindest in Baden-Württemberg von Bedeutung ist auch die Hohenloher Molkerei eG mit Sitz in Schwäbisch Hall. Milch, Joghurt und Quark der Genossenschaft unter der Marke Hofgut findet sich mittlerweile in vielen Supermärkten des Landes.

Deutschlandweit zu kriegen sind Produkte der Brackenheimer Naturata Spielberger AG. Hinter Erzeugern wie Rapunzel und Allos gehört der Mittelständler zu den Großen der Bio-Nahrungsmittel-Hersteller.

Schließlich noch zwei Produzenten, deren Produkte sich bei vielen großen Lebensmittel-Ketten finden, bei denen der Käufer aber so gut wie nie aufs Etikett guckt: Kartoffeln und Zwiebeln kommen häufig von Wild. Die Eppinger packen in einem hochmodernen Werk an der Stadtgrenze mit 70 Mitarbeitern das ganze Jahr lang ab. Wenn gerade keine regionalen Knollen verarbeitet werden können, kaufen sie in Ägypten zu. Große Vorräte legt hingegen die Frießinger Mühle in Bad Wimpfen an. Sie beliefert den deutschen Einzelhandel mit Mehl aller Art, mal unter dem eigenen Namen, meist aber als Handelsmarke. Und Hand aufs Herz: Wer liest da schon genau auf der Packung nach?

Quelle: Heilbronner Stimme von Heiko Fritze www.stimme.de

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