Die großen Marken der Region - die kennt jeder. Es gibt
aber auch die weniger bekannten, die aber in ihrer Branche eine
gewichtige Rolle spielen. Und hier ist es wie bei den Großen:
Vom Gerätebauer bis zu Nahrungsmitteln wird das gesamte Konsumspektrum
abgedeckt.
Lange Jahre waren sie allerhöchstens Gemeinderäten und
Konferenz-Veranstaltern bekannt: Bei Beyerdynamic in
Heilbronn werden seit Jahrzehnten so genannte Konferenzsysteme
hergestellt.
Nun versucht das 80 Jahre alte Unternehmen, auch die Elektro-Fachmärkte
zurückzuerobern. Erste Erfolge gibt es bereits: Seine Hifi-Kopfhörer
schneiden bei den Tests der Fachzeitschriften stets mindestens
so gut ab wie die Konkurrenz etwa von Sennheiser.
Wer nicht unbedingt Massivholzmöbel kaufen will und sich mit
Spanplatten und künstlichem Furnier zufrieden gibt, der greift
oft bei Rauch zu. Die Freudenberger zählen zu den Großen
der Spanplattenmöbel-Branche. Unter der Konsumflaute haben
sie trotzdem zu leiden, im Stammwerk am Main sind derzeit 1380
Mitarbeiter beschäftigt und somit 120 weniger als vor einem
Jahr.
Die Nummer eins der deutschen Parkettschleifmaschinen-Hersteller
ist in Güglingen ansässig: Bei Lägler wird Hightech
für dieses spezielle Handwerks-Segment produziert. Im gleichen
Stadtteil ist einer der größeren Heizkessel-Produzenten
Deutschlands ansässig. Zugegeben, Rotex kann sich mit den
Branchenriesen Buderus, Viessmann oder Junkers nicht gerade messen,
hat sich aber seinen Platz erkämpft. Zumal das Unternehmen
auch mit Plastik-Öltanks und Surfbrettern erfolgreich ist.
Apropos Trendsport: Die absolute Szene-Marke der Snowboarder heißt
Pogo - und wird in Handarbeit in einer Zwei-Mann-Firma in Löwenstein
hergestellt. Dort leben die Chefs ihren Sport noch selbst, statt
mit einem schnieken Dienstwagen zum Golfplatz fahren sie lieber
mit einem VW-Bus voller Boards zum Testen in die verschneiten Alpen.
Ein wenig in Vergessenheit geraten ist die Gartenschlepper-Kultmarke
der Nachkriegszeit. Dennoch: In den Agria-Werken in Möckmühl
werden heute noch motorisierte Geräte für Landwirte und
Hobbygärtner hergestellt. Allerdings mittlerweile in kleinerem
Umfang.
Golden Toast kommt - tja, woher denn nun? Von Barilla, also von
Kamps, also von - wer die Packung studiert, liest es dort immer
wieder: Zimmermann. Diese Bäckerei gehört zwar zum Nudel-
und Brötchenkonzern, backt aber ihre Weißbrot-Scheiben
auch unter eigenem Namen. Unter anderem in Crailsheim mit gut 300
Beschäftigten.
Die Firma: winzig. Das Produkt: banal. Und doch ist Linco nicht
nur Heilbronner Industrie-Urgestein - die Wurzeln reichen bis ins
18. Jahrhundert zurück -, sondern mit seinen Hefewürfeln
aus deutschen Supermärkten und Kühen nicht wegzudenken.
Führend in Sachen saure Gurken ist Hengstenberg. Das Esslinger
Familienunternehmen bezieht gut ein Drittel seiner Ernte von Feldern
rund um Bad Friedrichshall. Dort steht auch eine der drei eigenen
Konservenfabriken.
Ein beeindruckendes Wachstum hat in den vergangenen Jahren die
Marke Aqua Römer hingelegt. Abgefüllt wird das Mineralwasser
in Mainhardt in den Löwensteiner Bergen von der Göppinger
Brunnen-Union. Erst im Frühjahr ging die dritte Werkserweiterung
in Betrieb. Nun können mehr als 350 Millionen Flaschen pro
Jahr abgefüllt werden. Die Brunnen-Union hat es auf diese
Weise zur Nummer zwei in Baden-Württemberg gebracht.
Zumindest in Baden-Württemberg von Bedeutung ist auch die
Hohenloher Molkerei eG mit Sitz in Schwäbisch Hall. Milch,
Joghurt und Quark der Genossenschaft unter der Marke Hofgut findet
sich mittlerweile in vielen Supermärkten des Landes.
Deutschlandweit zu kriegen sind Produkte der Brackenheimer Naturata
Spielberger AG. Hinter Erzeugern wie Rapunzel und Allos gehört
der Mittelständler zu den Großen der Bio-Nahrungsmittel-Hersteller.
Schließlich noch zwei Produzenten, deren Produkte sich bei
vielen großen Lebensmittel-Ketten finden, bei denen der Käufer
aber so gut wie nie aufs Etikett guckt: Kartoffeln und Zwiebeln
kommen häufig von Wild. Die Eppinger packen in einem hochmodernen
Werk an der Stadtgrenze mit 70 Mitarbeitern das ganze Jahr lang
ab. Wenn gerade keine regionalen Knollen verarbeitet werden können,
kaufen sie in Ägypten zu. Große Vorräte legt hingegen
die Frießinger Mühle in Bad Wimpfen an. Sie beliefert
den deutschen Einzelhandel mit Mehl aller Art, mal unter dem eigenen
Namen, meist aber als Handelsmarke. Und Hand aufs Herz: Wer liest
da schon genau auf der Packung nach?
Quelle: Heilbronner Stimme von Heiko Fritze www.stimme.de
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