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Ein Unternehmen aus dem Taubertal sorgt rund um den Globus für
die richtige Temperatur: Die LAUDA DR. R. WOBSER GMBH & CO.
KG ist der weltweit führende Hersteller der Temperier- und
Messtechnik.
Durch Erkennen einer Marktchance, konsequente Entwicklungsarbeit,
Weitblick und ausgezeichnetes unternehmerisches Können hat
sich aus dem Einmannbetrieb des Physikers Dr. Rudolf Wobser ein
mittelständisches Top-Unternehmen mit fast 220 Mitarbeitern
entwickelt.
In den vergangenen zehn Jahren wurde der Umsatz um 50 Prozent gesteigert
und wird in diesem Jahr rund 27 Millionen Euro erreichen. Das Unternehmen
ist in 70 Ländern aktiv. Exzellente Technik von hoher Qualität
und kundennahe Beratung sind die Erfolgsmaximen des typischen Familienunternehmens.
Im FN-Unternehmensportrait erläutern die beiden Geschäftsführenden
Gesellschafter Dr. Gerhard Wobser und Dr. Gunther Wobser die Entwicklung
des Unternehmens hin zum Weltmarktführer, die Entwicklungschancen
und die besondere Verbundenheit zur Region.
Vom Einmannbetrieb zur Marktführerschaft - Drei Generationen
Pioniergeist eines Mittelständlers
Die Erfolgsgeschichte des mittelständischen Unternehmens LAUDA
DR. R. WOBSER GMBH & CO. KG ist untrennbar mit der Tatkraft
von drei Generationen der Familie Wobser verwoben. Der aus Dresden
stammende Physiker Dr. Rudolf Wobser wurde, nach seiner Flucht
aus der DDR, auf der Suche nach einem Standort für seinen
Einmannbetrieb in Lauda fündig und gründete dort 1956
das MESSGERÄTE-WERK LAUDA.
Hier begann er Thermostate zur Erzeugung konstanter Temperaturen
zu entwickeln und unter dem Namen MGW LAUDA zu verkaufen. Die qualitativ
und technologisch fortschrittlichen Produkte ließen die Nachfrage
schnell ansteigen.
Die Stärke des Unternehmens lag schon in den Anfangsjahren
in der Produktentwicklung und der effizienten Baukastenfertigung.
Diese Vorteile kombinierte das Familienunternehmen in den vergangenen
Jahren immer stärker mit überzeugenden Serviceleistungen
und Komplettlösungen, die nach Kundenwünschen entwickelt
werden. Der Techniker Karlheinz Wobser und der Naturwissenschaftler
Dr. Gerhard Wobser repräsentierten die zweite Unternehmergeneration.
Nach dem Tod ihres Vaters Dr. Rudolf Wobser im Jahre 1977 übernahmen
sie gemeinsam die Unternehmensführung und schrieben die Erfolgsgeschichte
des Betriebes fort. Seit 1997 arbeitet auch der älteste Sohn
von Dr. Gerhard Wobser, Dr. Gunther Wobser, im Unternehmen. Der
Diplom-Kaufmann unterstützte zunächst als Marketingleiter
die erfolgreiche Entwicklung des Temperierspezialisten.
Mit dem Ausscheiden von Karlheinz Wobser zum Jahreswechsel 2002/2003
wurde Dr. Gunther Wobser zum Geschäftsführenden Gesellschafter
bestellt. Die Weiterführung des Unternehmens in der dritten
Generation ist gesichert.
Dr. Gunther Wobser betreut schwerpunktmäßig den umsatzstärksten
Bereich der Laborthermostate, Dr. Gerhard Wobser die Heiz- und
Kühlsysteme sowie die Messgeräte. Über ihre unternehmerische
Tätigkeit hinaus hat sich die Familie Wobser durch persönliches
und finanzielles Engagement in zahlreichen Vereinen und Organisationen
verdient gemacht.
Interview
FN: Welche Meilensteine stehen an der fast 50-jährigen Wegstrecke
Ihres Unternehmens?
Dr. Gerhard Wobser: Alle wichtigen Entwicklungen aufzuzählen
ist kaum möglich. Nur einige Beispiele: Die ersten in Serie
gefertigten Thermostate ließen die Umsätze ab 1959 kräftig
steigen. Ab 1964 lieferten wir auch industrielle Heiz- und Kühlsysteme
für Technikum und Produktion. Wegweisend waren vor allem die
zahlreichen Innovationen, die aus unserem Hause kamen. So entwickelten
wir 1967 das erste Tensiometer und die erste Filmwaage. Wir begannen
1971 mit der Markteinführung des weltweit ersten automatischen
Kapillar-Viskositätsmesssystems und stellten 1982 den ersten
Thermostaten mit Mikroprozessortechnik vor. Diese Aufzählung
ließe sich noch lange fortführen.
FN: Wer sind Ihre Kunden?
Dr. Gunther Wobser: Unsere Temperier- und Messtechnik bietet optimale
Präzision für Wissenschaft, Labor und Industrie. Sie
werden in vielen Bereichen der Chemie, Biologie, Physik, Medizin,
für Produktion, Technikum und weiteren Aufgabenbereichen eingesetzt.
FN: Was ist Ihre Unternehmensphilosophie?
Dr. Gerhard Wobser: LAUDA versteht sich als marktorientiertes Technologieunternehmen,
bei dem der Kundennutzen an erster Stelle steht.
FN: Wie haben Sie sich im Markt positioniert?
Dr. Gunther Wobser: Wir zählen in der Temperier- und Messtechnik
zu den Vorreitern in Sachen Qualität, Service und Innovation,
Praxisnähe im Detail, kontinuierliche technische Weiterentwicklung
und ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein. Unsere Produktpalette
genügt höchsten Ansprüchen.
FN: Wie erreichen Sie optimale Produktqualität?
Dr. Gerhard Wobser: LAUDA Geräte sind das Ergebnis systematisch
geplanter Produktentwicklung. Sie zeichnen sich durch einen hohen
technischen Stand und lange Lebensdauer aus. Das Design ist geprägt
von ergonomischen Kenntnissen und wirtschaftlichen Herstellungsverfahren.
Aber die Produktqualität allein entscheidet nicht über
den Markterfolg, maßgebend ist die gesamte Prozesskette.
FN: Erläutern Sie dies näher.
Dr. Gerhard Wobser: Weltweite Märkte bedingen internationale
Qualitätsanforderungen, die gerade im Pharmabereich weit über
die konventionelle Dokumentation der Produktqualität hinausgehen.
Gefragt sind kompetente Partner, die mit Know-how und Erfahrung
die Kundenanforderungen termingerecht umsetzen und bei der Prozessvalidierung
unterstützen. Unser Team steht den Kunden von der Konzepterstellung über
die Fertigung und Inbetriebnahme bis hin zur Betreuung während
der gesamten Betriebsdauer von Anlagen zur Verfügung.
FN: Welche Produktionsschwerpunkte hat Ihr Unternehmen?
Dr. Gunther Wobser: Schwerpunkte des Lieferprogramms sind mit einem
Umsatzanteil von fast zwei Dritteln die LAUDA Thermostate und Umlaufkühler.
Diese Geräte halten Flüssigkeiten mit hoher Konstanz
exakt auf einer bestimmten Temperatur. Unsere Temperiergeräte
garantieren über den weiten Bereich von minus 100 bis plus
400 Grad Celsius eine hohe Temperaturkonstanz von bis zu fünf
tausendstel Grad.
FN: Wo werden diese Thermostate eingesetzt?
Dr. Gunther Wobser: Nahezu jedes Labor benötigt einen Thermostaten
- ob im Bereich der Chemie, Physik, Biologie, Medizin, der Ingenieurwissenschaften
oder für eine der vielen Spezialaufgaben. Die Einsatzmöglichkeiten
von Thermostaten sind also sehr vielfältig und unterschiedlich.
Entsprechend umfassend ist die von uns angebotene Produktpalette,
die von sehr kleinen Geräten bis zu großen Aggregaten
reicht. Sie wird von keinem anderen Hersteller der Welt übertroffen.
FN: Welche weiteren Produkte werden von Ihnen gefertigt?
Dr. Gerhard Wobser: LAUDA Heiz- und Kühlsysteme erzeugen wie
die Thermostate konstante Temperaturen, erreichen aber wesentlich
höhere Heiz-, Kühl- und Pumpenleistungen. Die Anwendungsgebiete
liegen vorwiegend in der chemischen und pharmazeutischen Verfahrenstechnik
sowie in der Umwelttechnik. Auch in der Messtechnik gehört
unser Unternehmen im Bereich Tensiometer und Viskositätsmesssysteme
zu den führenden Anbietern. Daneben betreiben wir eine eigene
Pulverbeschichtung, die auch von anderen Unternehmen gern genutzt
wird.
FN: Das klingt alles sehr kompliziert. Wie entstehen solche Produkte?
Dr. Gerhard Wobser: Alle unsere Produkte werden durch die eigene
Entwicklungsabteilung konstruiert. Die Innovationen von LAUDA zeichnen
sich aus durch den konsequenten Einsatz von Mikroprozessoren, neuartigen
Sensoren, hochwertigen Werkstoffen, Pumpenentwicklungen sowie durch
modernste Hard- und Software. Dies bedingt natürlich hochspezialisierte
und motivierte Fachkräfte.
FN: Welchen Stellenwert haben Ihre Mitarbeiter vor diesem Hintergrund?
Dr. Gunther Wobser: Unsere Mitarbeiter sind ein wesentlicher Schlüssel
zum Erfolg. Deshalb schaffen wir bestmögliche Voraussetzungen,
um die Leistungsbereitschaft und das Engagement der Beschäftigten
zu fördern.
FN: Welche konkreten Maßnahmen sind dies?
Dr. Gunther Wobser: Da unsere Produkte einen hohen Spezialisierungsgrad
aufweisen, sind wir sehr stark auf Mitarbeiter mit spezifischen
Kenntnissen angewiesen. Deshalb steht bei uns die Aus- und Fortbildung
mit an vorderster Stelle. Wir haben eine sehr hohe Ausbildungsquote
von zwölf Prozent. LAUDA bietet Ausbildungsplätze im
kaufmännischen und technischen Bereich. Wir kooperieren mit
den entsprechenden Schulen und Berufsakademien der Region. Bis
heute wurden über 300 Menschen bei LAUDA ausgebildet und sehr
viele sind dem Unternehmen als Mitarbeiter treu geblieben. Dies
zeigt die starke Identifikation der Beschäftigten mit dem
Unternehmen.
FN: Wie schätzen Sie die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmensstandorts
Deutschland in den kommenden Jahren ein?
Dr. Gerhard Wobser: Neben dem Know-how der Arbeitskräfte wird
vor allem deren Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten über
die Chancen des Unternehmensstandorts Deutschland entscheiden.
Wir sind in diesem Bereich sehr weit fortgeschritten und werden
mit unseren Beschäftigten eine flexible Arbeitszeitregelung
mit einem Zeitkorridor von 300 Stunden vereinbaren. Das sichert
den Unternehmensstandort.
FN: Welche Zukunftsaussichten prognostizieren Sie für Ihr
Unternehmen?
Dr. Gunther Wobser: Wir sehen sehr gute Wachstumschancen in den
internationalen Märkten. Durch den kontinuierlichen Ausbau
unserer Produktpalette und eine Ausweitung der Vertriebsaktivitäten
werden wir unsere sehr gute Marktposition weiter ausbauen. Diese
Woche haben wir in Frankreich unsere erste eigene Vertretung gegründet.
Das ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung.
FN: Vielen Dank für dieses Gespräch. Martin Herrmann
Quelle: Fränkische Nachrichten – 27.11.2004
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