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Mit innovativen Ideen neue Qualitäts-Standards setzen

     
 
 

6.12.2004


 

Ein Unternehmen aus dem Taubertal sorgt rund um den Globus für die richtige Temperatur: Die LAUDA DR. R. WOBSER GMBH & CO. KG ist der weltweit führende Hersteller der Temperier- und Messtechnik.

Durch Erkennen einer Marktchance, konsequente Entwicklungsarbeit, Weitblick und ausgezeichnetes unternehmerisches Können hat sich aus dem Einmannbetrieb des Physikers Dr. Rudolf Wobser ein mittelständisches Top-Unternehmen mit fast 220 Mitarbeitern entwickelt.

In den vergangenen zehn Jahren wurde der Umsatz um 50 Prozent gesteigert und wird in diesem Jahr rund 27 Millionen Euro erreichen. Das Unternehmen ist in 70 Ländern aktiv. Exzellente Technik von hoher Qualität und kundennahe Beratung sind die Erfolgsmaximen des typischen Familienunternehmens. Im FN-Unternehmensportrait erläutern die beiden Geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Gerhard Wobser und Dr. Gunther Wobser die Entwicklung des Unternehmens hin zum Weltmarktführer, die Entwicklungschancen und die besondere Verbundenheit zur Region.

Vom Einmannbetrieb zur Marktführerschaft - Drei Generationen Pioniergeist eines Mittelständlers

Die Erfolgsgeschichte des mittelständischen Unternehmens LAUDA DR. R. WOBSER GMBH & CO. KG ist untrennbar mit der Tatkraft von drei Generationen der Familie Wobser verwoben. Der aus Dresden stammende Physiker Dr. Rudolf Wobser wurde, nach seiner Flucht aus der DDR, auf der Suche nach einem Standort für seinen Einmannbetrieb in Lauda fündig und gründete dort 1956 das MESSGERÄTE-WERK LAUDA.

Hier begann er Thermostate zur Erzeugung konstanter Temperaturen zu entwickeln und unter dem Namen MGW LAUDA zu verkaufen. Die qualitativ und technologisch fortschrittlichen Produkte ließen die Nachfrage schnell ansteigen.

Die Stärke des Unternehmens lag schon in den Anfangsjahren in der Produktentwicklung und der effizienten Baukastenfertigung. Diese Vorteile kombinierte das Familienunternehmen in den vergangenen Jahren immer stärker mit überzeugenden Serviceleistungen und Komplettlösungen, die nach Kundenwünschen entwickelt werden. Der Techniker Karlheinz Wobser und der Naturwissenschaftler Dr. Gerhard Wobser repräsentierten die zweite Unternehmergeneration.

Nach dem Tod ihres Vaters Dr. Rudolf Wobser im Jahre 1977 übernahmen sie gemeinsam die Unternehmensführung und schrieben die Erfolgsgeschichte des Betriebes fort. Seit 1997 arbeitet auch der älteste Sohn von Dr. Gerhard Wobser, Dr. Gunther Wobser, im Unternehmen. Der Diplom-Kaufmann unterstützte zunächst als Marketingleiter die erfolgreiche Entwicklung des Temperierspezialisten.

Mit dem Ausscheiden von Karlheinz Wobser zum Jahreswechsel 2002/2003 wurde Dr. Gunther Wobser zum Geschäftsführenden Gesellschafter bestellt. Die Weiterführung des Unternehmens in der dritten Generation ist gesichert.

Dr. Gunther Wobser betreut schwerpunktmäßig den umsatzstärksten Bereich der Laborthermostate, Dr. Gerhard Wobser die Heiz- und Kühlsysteme sowie die Messgeräte. Über ihre unternehmerische Tätigkeit hinaus hat sich die Familie Wobser durch persönliches und finanzielles Engagement in zahlreichen Vereinen und Organisationen verdient gemacht.

Interview

FN: Welche Meilensteine stehen an der fast 50-jährigen Wegstrecke Ihres Unternehmens?

Dr. Gerhard Wobser: Alle wichtigen Entwicklungen aufzuzählen ist kaum möglich. Nur einige Beispiele: Die ersten in Serie gefertigten Thermostate ließen die Umsätze ab 1959 kräftig steigen. Ab 1964 lieferten wir auch industrielle Heiz- und Kühlsysteme für Technikum und Produktion. Wegweisend waren vor allem die zahlreichen Innovationen, die aus unserem Hause kamen. So entwickelten wir 1967 das erste Tensiometer und die erste Filmwaage. Wir begannen 1971 mit der Markteinführung des weltweit ersten automatischen Kapillar-Viskositätsmesssystems und stellten 1982 den ersten Thermostaten mit Mikroprozessortechnik vor. Diese Aufzählung ließe sich noch lange fortführen.

FN: Wer sind Ihre Kunden?
Dr. Gunther Wobser: Unsere Temperier- und Messtechnik bietet optimale Präzision für Wissenschaft, Labor und Industrie. Sie werden in vielen Bereichen der Chemie, Biologie, Physik, Medizin, für Produktion, Technikum und weiteren Aufgabenbereichen eingesetzt.

FN: Was ist Ihre Unternehmensphilosophie?

Dr. Gerhard Wobser: LAUDA versteht sich als marktorientiertes Technologieunternehmen, bei dem der Kundennutzen an erster Stelle steht.

FN: Wie haben Sie sich im Markt positioniert?

Dr. Gunther Wobser: Wir zählen in der Temperier- und Messtechnik zu den Vorreitern in Sachen Qualität, Service und Innovation, Praxisnähe im Detail, kontinuierliche technische Weiterentwicklung und ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein. Unsere Produktpalette genügt höchsten Ansprüchen.

FN: Wie erreichen Sie optimale Produktqualität?

Dr. Gerhard Wobser: LAUDA Geräte sind das Ergebnis systematisch geplanter Produktentwicklung. Sie zeichnen sich durch einen hohen technischen Stand und lange Lebensdauer aus. Das Design ist geprägt von ergonomischen Kenntnissen und wirtschaftlichen Herstellungsverfahren. Aber die Produktqualität allein entscheidet nicht über den Markterfolg, maßgebend ist die gesamte Prozesskette.

FN: Erläutern Sie dies näher.

Dr. Gerhard Wobser: Weltweite Märkte bedingen internationale Qualitätsanforderungen, die gerade im Pharmabereich weit über die konventionelle Dokumentation der Produktqualität hinausgehen. Gefragt sind kompetente Partner, die mit Know-how und Erfahrung die Kundenanforderungen termingerecht umsetzen und bei der Prozessvalidierung unterstützen. Unser Team steht den Kunden von der Konzepterstellung über die Fertigung und Inbetriebnahme bis hin zur Betreuung während der gesamten Betriebsdauer von Anlagen zur Verfügung.

FN: Welche Produktionsschwerpunkte hat Ihr Unternehmen?

Dr. Gunther Wobser: Schwerpunkte des Lieferprogramms sind mit einem Umsatzanteil von fast zwei Dritteln die LAUDA Thermostate und Umlaufkühler. Diese Geräte halten Flüssigkeiten mit hoher Konstanz exakt auf einer bestimmten Temperatur. Unsere Temperiergeräte garantieren über den weiten Bereich von minus 100 bis plus 400 Grad Celsius eine hohe Temperaturkonstanz von bis zu fünf tausendstel Grad.

FN: Wo werden diese Thermostate eingesetzt?

Dr. Gunther Wobser: Nahezu jedes Labor benötigt einen Thermostaten - ob im Bereich der Chemie, Physik, Biologie, Medizin, der Ingenieurwissenschaften oder für eine der vielen Spezialaufgaben. Die Einsatzmöglichkeiten von Thermostaten sind also sehr vielfältig und unterschiedlich. Entsprechend umfassend ist die von uns angebotene Produktpalette, die von sehr kleinen Geräten bis zu großen Aggregaten reicht. Sie wird von keinem anderen Hersteller der Welt übertroffen.

FN: Welche weiteren Produkte werden von Ihnen gefertigt?

Dr. Gerhard Wobser: LAUDA Heiz- und Kühlsysteme erzeugen wie die Thermostate konstante Temperaturen, erreichen aber wesentlich höhere Heiz-, Kühl- und Pumpenleistungen. Die Anwendungsgebiete liegen vorwiegend in der chemischen und pharmazeutischen Verfahrenstechnik sowie in der Umwelttechnik. Auch in der Messtechnik gehört unser Unternehmen im Bereich Tensiometer und Viskositätsmesssysteme zu den führenden Anbietern. Daneben betreiben wir eine eigene Pulverbeschichtung, die auch von anderen Unternehmen gern genutzt wird.

FN: Das klingt alles sehr kompliziert. Wie entstehen solche Produkte?

Dr. Gerhard Wobser: Alle unsere Produkte werden durch die eigene Entwicklungsabteilung konstruiert. Die Innovationen von LAUDA zeichnen sich aus durch den konsequenten Einsatz von Mikroprozessoren, neuartigen Sensoren, hochwertigen Werkstoffen, Pumpenentwicklungen sowie durch modernste Hard- und Software. Dies bedingt natürlich hochspezialisierte und motivierte Fachkräfte.

FN: Welchen Stellenwert haben Ihre Mitarbeiter vor diesem Hintergrund?

Dr. Gunther Wobser: Unsere Mitarbeiter sind ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Deshalb schaffen wir bestmögliche Voraussetzungen, um die Leistungsbereitschaft und das Engagement der Beschäftigten zu fördern.

FN: Welche konkreten Maßnahmen sind dies?

Dr. Gunther Wobser: Da unsere Produkte einen hohen Spezialisierungsgrad aufweisen, sind wir sehr stark auf Mitarbeiter mit spezifischen Kenntnissen angewiesen. Deshalb steht bei uns die Aus- und Fortbildung mit an vorderster Stelle. Wir haben eine sehr hohe Ausbildungsquote von zwölf Prozent. LAUDA bietet Ausbildungsplätze im kaufmännischen und technischen Bereich. Wir kooperieren mit den entsprechenden Schulen und Berufsakademien der Region. Bis heute wurden über 300 Menschen bei LAUDA ausgebildet und sehr viele sind dem Unternehmen als Mitarbeiter treu geblieben. Dies zeigt die starke Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternehmen.

FN: Wie schätzen Sie die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmensstandorts Deutschland in den kommenden Jahren ein?

Dr. Gerhard Wobser: Neben dem Know-how der Arbeitskräfte wird vor allem deren Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten über die Chancen des Unternehmensstandorts Deutschland entscheiden. Wir sind in diesem Bereich sehr weit fortgeschritten und werden mit unseren Beschäftigten eine flexible Arbeitszeitregelung mit einem Zeitkorridor von 300 Stunden vereinbaren. Das sichert den Unternehmensstandort.

FN: Welche Zukunftsaussichten prognostizieren Sie für Ihr Unternehmen?

Dr. Gunther Wobser: Wir sehen sehr gute Wachstumschancen in den internationalen Märkten. Durch den kontinuierlichen Ausbau unserer Produktpalette und eine Ausweitung der Vertriebsaktivitäten werden wir unsere sehr gute Marktposition weiter ausbauen. Diese Woche haben wir in Frankreich unsere erste eigene Vertretung gegründet. Das ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung.

FN: Vielen Dank für dieses Gespräch. Martin Herrmann

Quelle: Fränkische Nachrichten – 27.11.2004

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Massimo
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„...der Spagat zwischen globalem Denken und lokalem Handeln von den Menschen hier außerordentlich gut vollzogen wird. Die ausgeprägte Verbundenheit mit der Region und zugleich die intensive und unerlässliche Globalisierung der Unternehmensaktivitäten sind in der Region Heilbronn-Franken keine Gegensätze, sondern ergänzen sich und erzeugen wertschöpfende Synergien.“

 

Massimo de Vivo, Personalreferent,
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