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Der Begriff "Familie" muss wieder in den Fokus der Gesellschaft
rücken. Dies ist die zentrale Botschaft der Auftaktveranstaltung "Familienfreundliche
Gemeinden - Eckpfeiler einer starken Region", die gestern
in Heilbronn stattfand. Ziel war, die Bedeutung sozialer Infrastrukturen
für die Zukunftssicherung aufzuzeigen.
"Leere Kindergärten - volle Altersheime." Auf diese
einfache Formel brachte Dr. Ekkehard Hein die demographische Zeitenwende,
die sich seit Jahren "auf leisen Sohlen" vollziehe. Obwohl
die Region Heilbronn-Franken dank der Zuwanderung besser dastehe
als der Rest der Republik, befinde sich der Raum zwischen Wertheim
und Lauffen, Eppingen und Crailsheim in einer demographischen Falle: "Heute
leben in der Region 66 000 Kinder, in 15 Jahren werden es 21 000
weniger sein. Das sind so viele wie Eppingen Einwohner hat",
zeigte der Direktor des Regionalverbandes Heilbronn-Franken im "Haus
der Wirtschaft" die Dramatik auf.
Die Auswirkungen auf eine kleine Gemeinde wie Untergruppenbach,
die am Modellversuch des Bundesbauministeriums im Kampf gegen den
demographischen Wandel teilnimmt, legte Bürgermeister Joachim
Weller dar: "Unsere Einwohnerzahl ist von 1996 bis 2002 nur
um sechs Menschen gewachsen, und von den 7600 Untergruppenbachern
sind nicht einmal 1500 Kinder unter 18 Jahre alt." Die Folge:
Leerstehende Kindergartengruppen und stumme Grundschul-Klassenzimmer.
Und dies, obwohl in Untergruppenbach in den vergangenen drei Jahren über
2500 neue Arbeitsplätze entstanden sind.
Mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit in den Kommunen, die Verbesserung
der Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
untrennbar mit der Idee der Bürgergesellschaft verbunden,
sind denn für Ekkehard Hein und Joachim Weller zentrale Merkmale
einer Wohlfühlgemeinde. "Der Weg dorthin muss gewollt
sein", nimmt Ministerialdirigent Günter Mächtle
vom Sozialministerium vor allem die Bürgermeister in die Pflicht: "Familienfreundlichkeit
muss ihre eigene Sache sein."
Kleine Gesten, um mehr Familienfreundlichkeit in eine Gemeinde
wie Untergruppenbach zu holen, zeigte Weller auf: Ein Sektempfang
für Brautpaare, ein Stofftier für Familien, die Nachwuchs
bekommen haben, oder Pampers-Rabatte bei der Müllabfuhr: "Das
klingt banal, doch auch hieran kann man Kinderfreundlichkeit messen."
Die "Investition in Humankapital", die Qualität
des Lernortes und die Synchronisation von Arbeitswelt und Familie
sind für IHK-Präsident Günter Steffen wichtige Meilensteine,
um die Region in einer sich schnell verändernden Welt erfolgreich
zu positionieren.
Lust auf Kinder zu schaffen, indem sie im Stadtbild wieder sichtbar
werden, dazu fordert Harald Augenstein, Geschäftsführer
der Akademie für Information und Management Heilbronn (AIM),
auf. Ehrenamtliches Engagement von Eltern für Eltern ist für
Bürgermeisterin Sabine Eckert-Viereckel ein Baustein, um Familienfreundlichkeit
zu fördern. In Neuenstein initiierte sie das Projekt "Familie
im Zentrum".
Quelle: Heilbronner Stimme von Joachim Friedl
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