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Gerade zu Weihnachten finden viele Teddy´s eine neue Heimat
bei „Teddybärenpflegemüttern und –vätern“.
Es gibt wohl kaum ein Kind, das ohne diese Begleiter aufgewachsen
ist. Aber wo werden die Teddy´s geboren? Ganz in der Nähe
von Heilbronn bei Fa. Clemens. Seit über 50 Jahren entstehen
hier Spieltiere.
Als Hans Clemens 1948 mit seiner Familie nach Kirchardt / Baden
kam, stand er - wie viele Menschen seiner Generation - infolge
des Zweiten Weltkrieges buchstäblich vor dem "Nichts".
Trotzdem: Der neu erwachte Optimismus dieser Zeit, die der Aufbruch
in jene als "Wirtschaftswunder" in die Geschichte eingegangene
Epoche war, erfasste auch den Unternehmer Hans Clemens.
Mit der Gründung eines Einzelhandelsgeschäftes für
Glas, Porzellan und Geschenkartikel begann zugleich die "Wiedergeburt" des
unvergessenen, von allen geliebten Teddybärs: So groß war
die Nachfrage, dass sich Hans Clemens frühzeitig auf die Produktion
der ersten "Nachkriegs-Teddys" spezialisierte.
Heute sind diese in mühevoller Handarbeit aus alten Wehrmachtsdecken
gefertigten Einzelstücke begehrte Sammelobjekte - und Relikte
einer vergangenen Zeit. Denn mit den wachsenden Aufgaben wuchs
auch das neue Unternehmen: Mitarbeiter wurden fest angestellt und
das Produktionsprogramm auf eine Vielzahl von Plüschspieltieren
erweitert - der "Durchbruch" war geschafft.
Die Clemens-Philosophie, Qualität, Phantasie und unverwechselbares
Design in allen Erzeugnissen konsequent zu verwirklichen, half
dem Unternehmen, auch Krisenzeiten nahezu unbeschadet zu überstehen.
Heute gehört die Hans Clemens GmbH - inzwischen an die zweite
Generation übergeben - zu den großen Plüschtierfabriken
in Deutschland.
Eines hat sich seit "damals" nicht geändert: Liebling
Nummer eins aller Kinder ist - und bleibt - der Teddybär.
Und weil er untrennbar mit der Geschichte des Unternehmens verbunden
ist, trägt jedes Spieltier das rote Clemens-Dreieck mit dem
Symbol des Teddybären.
Ein Teddybär plaudert aus dem Nähkästchen
oder: Die Entstehung eines Teddys
Da sitzt er, der Brumm-Teddybär, und lugt listig hinter einem
schleifengeschmückten Paket hervor, neben ihm die gummibärchenverzierte
Torte, der Holzring mit den Geburtstagskerzen, dazu viele weitere
Päckchen. Das Geburtstagskind entdeckt ihn sofort und schließt
ihn stürmisch in die Arme. Es drückt das Gesicht ins
weiche Fell, streichelt Bäuchlein und Tatzen, zupft an der
Halsschleife. Nach einem in bestimmtem Ton verkündeten "Dich
mag ich!" klemmt sich das Kind den Plüschbären unter
den Arm und setzt die Besichtigung des Gabentisches gemeinsam mit
ihm fort.
Während Eltern und Großeltern zuschauen, erinnert sich
die Mutter daran, wie sie beim Einkauf zwischen verschiedenen Teddybären-Arten
schwankte, zwischen verschiedenen Größen und Farben,
und wie sie schließlich dieses Exemplar auswählte. War
es nicht so gewesen, dass gerade jener Teddy ihr genau in die Augen
geblickt hatte? Nun, wie auch immer, die Entscheidung ist offenkundig
richtig ausgefallen. So ganz ohne war der Preis ja nicht, doch
der Name CLEMENS-SPIELTIERE bürgt für Qualität,
daran erinnert sich die Mutter noch aus ihrer eigenen Kindheit.
Allerdings hat sich das Aussehen der Plüschtiere gewandelt,
und ihr Innenleben wird auch nicht mehr aus Holzwolle bestehen
wie bei den Spielgefährten noch einer Generation zuvor. Wie
werden heute eigentlich Teddys gemacht, etwa am Fließband?
Jetzt beugt sich das Geburtstagskind vor und bläst die sieben
Kerzen aus. Teddy blickt über seine Schultern zur Mutter und
zwinkert ihr zu: "Nachher erzähl' ich's Ihnen!"
Ich heiße Teddy und stamme aus dem Hause CLEMENS-SPIELTIERE.
Im Unterschied zu meinen gleichnamigen Brüdern habe ich ein
honigfarbenes Fell. Es gibt uns auch in braun, weiß, grün
und in den Größen 10 - 120 Zentimeter. CLEMENS-SPIELTIERE
fertigt viele verschiedene Bärenarten, z.B. den "Nostalgie
Teddybär", den "Brummbär", den "Panda",
den "Babybär" oder "Baumwollbär" und
die "Designer-Sammler-Bären". Vor allem im Vergleich
zu den Traditionsbären gehören wir Babybären zu
den besonders weichen Knuddel- und Schmusebären. Man sagt
uns nach, unser Schmunzeln sei unnachahmlich und verleihe uns das "gewisse
Etwas". Nun, das will ich aber auch hoffen! Wir Babybären
haben unser Selbstbewusstsein und dazu auch einen Stolz, den bei
manchen Menschen ein Adelstitel, bei uns Plüschtieren aber
die Abstammung aus einem Hause verleiht, das in der ganzen Welt
bekannt ist und das seit über vierzig Jahren Teddybären
herstellt.
Am Anfang eines jeden Plüschtieres stehen die Idee und der
Entwurf auf dem Papier. Viele kritische Überlegungen werden
angestellt, ehe die ersten Handmuster (also die Umsetzung der Zeichnung
in Plüsch) genäht werden, und schließlich das Tier
in Serie geht.
Für uns Teddys hat man einen waschmaschinenfesten Webplüsch
ausgewählt. Damit bleiben feuchtklebrige Liebesbeweise ohne
Folgen. Und auch die Spuren vom letzten gemeinsamen Kakaotrinken
lassen sich tilgen. Dass unser Fell schwer entflammbar ist, versteht
sich von selbst.
Ä
hnlich wie ein kompliziert geschnittenes Kleid bestehen wir aus
vielen Schnitteilen: zwei Pfotensohlen, zwei Tatzeninnenteilen,
zwei Armen, usw. Wenn Sie uns genau untersuchen, werden Sie es
herausbekommen: jeder von uns ist aus zwanzig Plüschstückchen
zusammengesetzt. Bei Florlängen von mehr als acht Millimetern
müssen die Stücke einzeln per Hand geschnitten werden.
Zuvor wird mittels eines von Hand geführten Siebdruckes das
Schnittmuster auf lange Stoffbahnen übertragen. Da unser Plüsch
einen relativ kurzen Flor hat, können die Teile ausnahmsweise
ausgestanzt werden.
Jeweils getrennt voneinander werden die Teile für Kopf, Arme,
Beine und Körper von links zusammengenäht. Eine Näherin
bei Clemens lernt bis zu sechs Monate lang und beherrscht dann
das Nähen von fünf oder sechs Tieren. "Alte Hasen" bringen
es auf ein Repertoire von X verschiedenen Tieren.
Die Herstellung eines Plüschtieres unterscheidet sich ganz
wesentlich von den anderen Spielwaren. Sind bei Puppen z.B. die
kupfernen Gießformen für Kopf, Rumpf, Arme und Beine
zur Zufriedenheit ausgefallen, so können damit beliebig viele
Vinyl-Einzelteile produziert werden, die man anschließend
zusammensetzt, bemalt, mit Haaren versieht und einkleidet. Jede
Puppe, die die Vinylabteilung nach der Qualitätskontrolle
verlässt, ist mit ihren Schwestern identisch und entspricht
genau den Vorstellungen ihres Designers.
Wenn beim Nähen eines Plüschtieres ein Mohair- oder
Webplüschstück nur um weniges verrutscht oder wenn die
Nahtlinie um eine Winzigkeit abweicht, so hat der Teddy zwei verschieden
lange Arme oder ein zu tief angesetztes Ohr. Ähnliches gilt
für das Einsetzen der Augen, das Aufzeichnen des Lächelns
und das Stopfen.
Gerade auf die Füllung kommt es an, sonst kann der Bär
zu hager oder eventuell zu mollig ausfallen. Sie sehen also, wie
viel an Disziplin bei der Arbeit und wie viele Qualitätskontrollen
notwendig sind, damit jedes einzelne Plüschtier genau wie
das Handmuster ausfällt.
Eine Näherin rattert nun nicht etwa jeden Tag ausschließlich
Nähte von Bärenbeinen oder -rümpfen, sondern fertigt
alle notwendigen Teile selbst, die anschließend gewendet
werden.
Nachdem von Hand die Nase gestickt ist, werden die Augen eingesetzt.
Diese so genannten Sicherheitsaugen aus einem hochwertigen Kunststoff
sind derart in der Kopf-Plüschhülle befestigt, dass kein
Kind sie herauspulen kann.
Bis jetzt bestanden wir Teddys nur aus einzelnen, schlaffen Fellsäckchen,
die nun in der Stopferei endlich Form bekommen. Kopf, Arme und
Beine werden nacheinander über ein Rohr gestülpt, durch
dessen Öffnung die Schaumstoff-Schnitzel mittels Pressluft
eingeblasen werden. Geschickt wird die Hülle hin und her gewendet,
und unter den Händen der Arbeiterin entsteht ein wohlgeformter
Bären-Charakterkopf.
In der nächsten Abteilung befestigt man mittels Achs-, Klemm-
und Körperscheiben Kopf, Arme und Beine an dem noch schlaffen
Körper, der anschließend an der Blasmaschine seine gesunde,
gemütliche Bauchfülle erhält. Die Einblasstelle
wird per Hand zugenäht.
Nun stellen wir schon recht ansehnliche Kerlchen dar, doch vielleicht
lässt sich noch hie und da etwas verbessern! Zunächst
werden mit einer kräftigen Bürste alle Nähte ausgekratzt,
alle Floreinschlüsse aufgerichtet. Danach erhalten wir - sofern
noch nötig - eine Idealfigur: mit Hilfe einer langen Nadel
können "Fettpölsterchen" dorthin verschoben
werden, wo sie der Designer vorgesehen hat. Auch Falten lassen
sich glätten, oder der Gesichtsausdruck kann beeinflusst werden.
In der Abteilung Malerei erhalten wir unser typisches Bären-Make-up.
Ein Luftpinsel (sehr feine Spritzdüse) zeichnet Schnauze,
Augenwinkel und Mundpartie.
Bei der "Garnierung" bindet man uns eine Halsschleife
um und verleiht uns - nach abschließender Qualitätskontrolle
- gleichsam als Auszeichnung die bekannte Clemens-Dreiecksmarke",
die den Hersteller und das Herstellerland nennt.
Sehen Sie, so entstehen Teddys.
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