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"Verkehr ist das Schmiermittel der Gesellschaft"

     
 
 

15.01.05


 

Wegweisende Beschlüsse für eine starke Region Heilbronn-Franken hat die Verbandsversammlung des Regionalverbandes mit der Aktualisierung des Entwurfs für den Regionalplan gefasst. Das Papier, das 2006 rechtskräftig wird, ist erheblich verbindlicher für die Kommunen als bislang. Ein Schwerpunkt ist der Verkehr.

" Der Verkehr ist das Schmiermittel der Gesellschaft", stimmte Verbandsdirektor Dr. Ekkehard Hein am Freitag in Weinsberg-Gellmersbach in die Thematik ein und schnitt zwei erkennbare Trends an:

Seit 1995 ist eine Stagnation im Personenverkehr erkennbar.
Die Zuwachsraten des Güterverkehrs auf unseren Straßen machen keinen Spaß mehr. Sie liegen zwischenzeitlich bei plus 100 Prozent.

Vor diesem Hintergrund steht im Entwurf des neuen Regionalplans der sechsspurige Ausbau der A 6 ganz oben auf der Prioritätenliste. Bestandteile sind aber auch neue Autobahn-Anschlussstellen zwischen Bad Rappenau und Untereisesheim und bei Öhringen sowie der sechsspurige Ausbau westlich und östlich an A 3-Anschlussstelle bei Wertheim-Bettingen.
Zur Verbesserung der Situation im Schienenverkehr enthält der Regionalplan, der im nächsten halben Jahr mit den Kommunen in der Region Heilbronn-Franken noch im Detail abgestimmt wird, unter anderem folgende Forderungen:

Schließung der seit Ende des Zweiten Weltkriegs eingleisigen Lücke bei Möckmühl-Züttlingen auf der Strecke Heilbronn-Würzburg.
Zweigleisiger Ausbau des Streckenabschnitts Schwäbisch Hall-Hessental/Backnang.
Anbindung der Region an das Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz und an den Flughafen Stuttgart durch das Projekt "Stuttgart 21".
Umsetzung des Integralen Taktfahrplans Baden-Württemberg.
Schließung der Elektrifizierungslücke zwischen Öhringen-Cappel und Schwäbisch Hall-Hessental auf der Bahnstrecke Heilbronn-Schwäbisch Hall.

Beim öffentlichen Personennahverkehr enthält der Regionalplan 2006 zwei mutige Inhalte:

Um die Stadtbahn bis Künzelsau fahren zu lassen, wird eine ehemalige Schienentrasse für dieses Vorhaben gesichert.
Einführung des Stadtbahnsystems im Raum Untergruppenbach, Abstatt, Ilsfeld und Beilstein.

Verabschiedet hat sich der Regionalverband nach wie vor nicht vom Bau eines Verkehrslandeplatzes im Raum Heilbronn. Der Regionalplan sieht hierin ein "Prüf-Objekt".

Keinesfalls als Wunsch, sondern als klares Bekenntnis versteht die Verbandsversammlung die Forderung, den Neckar als Binnenwasserstraße langfristig in seiner Leistungsfähigkeit zu erhalten. Grundvoraussetzungen dafür sind der Ausbau der momentan 105 Meter langen Schleusenkammern für die 135-Meter-Binnenschiffsklasse, die Erhöhung der Neckarbrücken, damit Containerschiffe passieren können, und die Einrichtung eines Container-Umschlagplatzes im Heilbronner Hafen.

Während die Verbandsmitglieder Dr. Lothar Barth (CDU/OB Bad Mergentheim) und Harald Friese (SPD/Heilbronn) die Verkehrsplanung in der Region lobten, lehnte Armin Waldbüßer (ÖDP/Grüne/Obersulm) das Konzept ab: "Der Ausbau der Stadtbahn ist wichtiger als der A 6-Ausbau und die Schiene hat mehr Bedeutung als die Luftfahrt."

Quelle Joachim Friedl, Heilbronner Stimme vom 15.01.2005

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