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Weinbau Leiss und WG Brackenheim unter den TOP 10

     
 
 

18.01.05


 

Unter mehr als 3.500 Weinen zu den Top 10 der deutschen Weingüter zu gehören, das ist schon was. Weinbau Leiss aus Gellmersbach und die WG Brackenheim im Herzen von Deutschlands „Rotweinregion Nr. 1“ gehören dazu.

Mehr als 3.500 Weine aus 34 Ländern stellten sich im Wettstreit um Medaillen den Juroren beim vierten großen internationalen Weinpreis MUNDUS VINI im September 2004. 160 Juroren wurden aus 33 Ländern zum Weintesten an die Deutsche Weinstraße eingeflogen. Es wurde geschnüffelt und geschlürft, gerechnet und gepunktet. Ingesamt wurden mehr als 400 Medaillen an deutsche Erzeuger vergeben: sechs Mal Großes Gold, 108 Mal Gold und 297 Mal Silber. Einmal mehr der Beweis, dass die deutschen Winzer den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Zum Vergleich: insgesamt wurden 13 Große Gold., 286 Gold- und 819 Silbermedaillen vergeben.

Zwei Weingüter – ein privater und eine Genossenschaft – gehören mit zu den TOP 10 der Deutschen Weingüter. Neben den Weingütern Königin Victoriaberg (Rheingau), Schloss Reinhartshausen (Rheingau), Mugler (Mittelhart/Pfalz)und Knobloch (Rheinhessen), der Bergsträsser Winzer eG (Hessische Bergstraße) gehören auch die Weingüter Juliusspital (Franken), Karl Pfaffmann (Pfalz/Südliche Weinstrasse) und der Wein- und Sekthof Wilhelmshof (Franken) mit dazu.

Zwei aus der Region Heilbronn-Franken, der Deutschen Rotweinregion Nr.1 haben es auch ganz nach oben geschafft. Das Weingut Gerhard Leiss aus Gellmersbach und die Weingärtner-Genossenschaft Brackenheim.


Weingärtner-Genossenschaft Brackenheim

Im Herzen von Württemberg liegt die Weinbaugemeinde Brackenheim – mit über 800 Hektar Rebfläche die größte im Ländle und dazu noch größte Lemberger-Metropole Deutschlands. Hier wurde auch der erste deutsche Bundespräsident Theodor Heuss geboren und hat seine Doktorarbeit über den „Weinbau am Neckar“ geschrieben.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1925 dreht sich für so manchen ansässigen Wengerter alles um die Genossenschaft. Derzeit liefern etwa 500 Wengerter Traubenmaterial von rund 380 Hektar Rebfläche ab – der Fokus liegt auf roten Sorten.

Rund achteinhalb Millionen Liter Wein können im modernen Keller lagern. Das bedeutet ein hohes Maß an Logistik und Kontrolle. Die Technik auf der einen Seite steht die Philosophie des Hauses gegenüber. „Bei uns wird die Qualitätsphilosophie nicht nur kommuniziert, sondern auch umgesetzt“, berichtet Hermann Alt, seit 1968 Geschäftsführer des Unternehmens und ergänzt: „Zum einen werden unsere Mitglieder zur Qualität verpflichtet, zum anderen werden die angelieferten Trauben optimal zu Wein verarbeitet.“

Die Brackenheimer waren übrigens die erste Genossenschaft Deutschlands, die mit dem Ausbau von Weinen in Barriques begonnen hat. Ziel von Hermann Alt ist es, den Barriquekeller um 100 Fässer zu erweitern.

Großes Gold ging an den 2003 Brackenheimer Wolfsaugen Riesling Eiswein, der in der Nase Ananas, Pfirsich, Apfel und Honig dazu Marzipan und Kräuter aufs Schönste vereint. Im Mund treffen Pfirsisch, roter Apfel, Honig, Mango und abgeriebene Orangenschale aufeinander. Ein kräftiger säurebetonter Eiswein maskuliner Art.

WG Brackenheim

Weingut Gerhard Leiss Gellmersbach

„Wir leben die Gastlichkeit – das ist meine ganze Philosophie“, sagt Gerhard Leiss, der großen Wert auf Kundenbindung legt. So werden 97 Prozent der Weine ab Hof verkauft, was auch an der Besenwirtschaft liegt, die von der Familie sechs Wochen im Jahr betrieben wird.

Hier stehen regionale Schwäbische Spezialitäten auf der Karte, die alle selbst hergestellt werden. Seit Generationen macht Familie Leiss Weine im württembergischen Gellmersbach im Landkreis Heilbronn. 1959 wurde vom gemischten Betrieb auf den Weinbau umgestellt. Heute werden elf Hektar mit 13 Rebsorten bewirtschaftet, allen voran der Trollinger mit 25 Prozent, gefolgt von 23 Prozent Riesling. Zwölf Prozent fallen auf Lemberger, gefolgt von sieben Prozent Grauburgunder und fünf Spätburgunder. Der Rotweinanteil liegt derzeit bei 70 Prozent. Gerhard Leiss rechnet jedoch mit Zuwächsen bei den weißen Sorten.

„Wir betreiben intensiven Weinbau“, berichtet der Lemberger-Liebhaber. Naturnaher Anbau mit Teilzeitbegrünung und Stroh, dazu Düngung aus eigenem Kompost halten das Ökosystem Weinberg intakt. Die Trauben werden ausschließlich von Hand gelesen, behutsam gekeltert und langsam vergoren. Die Weine sind fruchtbetont, elegant und strotzen voll Energie und Kraft.

Probieren Sie die 2003 Gellmersbacher Dezberg Riesling Spätlese feinherb, die mit Großem Gold ausgezeichnet wurde und insgesamt als „bester restsüßer Wein“ abschnitt: Aromen von Banane, Vanille und Birne paaren sich mit Noten von Johannisbeere, Kiwi und Kräutern. Ein saftiger Wein, der im Mund mit Noten von reifen, weißen Früchten einen Hauch aufwartet und einen kernigen, langen Abgang hat.

Quelle: Weinwelt Ausgabe Febr./März 2005

Weingut Leiss

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