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Mit dem „School-Lab“ Technikneugierde wecken

     
 
 

23.01.05


 

Naturwissenschaftliche Nachwuchskräfte sind in Deutschland Mangelware. Mit dem neuen "School-Lab" will das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum in Lampoldshausen in der Region Heilbronn-Franken Schüler neugierig machen auf alles, was mit Chemie, Physik und Mathe zu tun hat.

" Raus aus der Schule - rein ins Labor", so wollen die Wissenschaftler sowohl die Lehrer als auch Schülerinnen und Schüler aus dem trockenen, theoretischen Unterricht locken, betont Bernhard Heislbetz, Leiter des neuen DLR-Schullabors. Das europäische Kompetenzentrum für Raketenantriebe im Hardthausener Teilort und die Stuttgarter DLR-Institute für Verbrennungstechnik, technische Thermodynamik, Physik, Fahrzeugkonzepte und Konstruktionsforschung bieten hier 36 Plätze an neun Versuchstischen an, die eng mit den laufenden Forschungsreihen der jeweiligen Standorte verknüpft sind.

Die Experimente stammen vorwiegend aus der Luft- und Raumfahrt sowie der Verkehrsforschung. Die Schüler experimentieren einen ganzen Tag auf aktuellen Themengebieten. Neben der Modellierung des Raketenflugs mittels Computerberechnungen, der Konfiguration einer Rakete und dem Start einer Wasserrakete gibt es Vakuum- und Höhensimulationen, Versuche zur Abwasserreinigung, Werkstofftechnologie oder beispielsweise alternative Antriebstechnologien am Beispiel eines Elektrobusses. Wissenschaftler der Standorte begleiten die jeweiligen Projekte.

Durch Spaß am selbständigen Experimentieren sollen die Schüler schon ab der Mittelstufe besser den Zugang zur Forschung finden. Zunächst zielt das DLR in Lampoldshausen auf Gymnasien und Berufsschulen im ganzen Land ab. "Wir wollen nachhaltig den technischen Nachwuchs in der Region sichern", unterstreicht Bernhard Heislbetz. Und: "Wir zeigen damit auch die Bedeutung der Naturwissenschaften für ein High-Tech-Land wie Baden-Württemberg auf."

In Deutschland fehlt qualifizierter Nachwuchs in Natur- und Ingenieurswissenschaften", unterstreicht auch Dr. Michael Oschwald, Leiter Raketenantriebe beim DLR. Er beklagt zudem die mangelnde Unterstützung der Industrie: "Sie hat versäumt, Forscherentwicklungen aufzunehmen." Beispiel MP3-Technologie: Diese Erfindung des Fraunhoferinstituts haben die Deutschen verkannt und die Amerikaner vermarktet.
Laut Dr. Oskar Haidn, stellvertretender DLR-Institutsleiter, hat das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum 250 000 Euro in Umbaumaßnahmen und in den Aufbau von School-Lab investiert. Weitere 250 000 Euro schätzt er als Kosten für den jährlichen Unterhalt. Mindestens 25 Prozent sollen aus Sponsorengeldern kommen.

Ein gutes Beispiel gibt die Sparkassen-Stiftung "Jugend, soziale Aufgaben, Naturschutz". 5000 Euro überreichte Sparkassenvorstand Matthias Peschke von der Sparkasse Heilbronn für einen besonderen Versuchsaufbau: "Schwerelos - Experimente im Fallturm". Den Schülern sollen physikalische Effekte der Schwerelosigkeit gezeigt werden, die man nur im All oder bei einem Parabelflug beobachten kann. Peschke rechnet bei der Bedeutung des Themas "wissenschaftliche Nachwuchskräfte" mit Nachahmern aus der Region. Denn wie Oskar Haidn betont, ist das mit staatlichen Mitteln geförderte School-Lab 2006 noch nicht gesichert.

Quelle Heilbronner Stimme 25. Januar 2005 von Rolf Muth

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