Aktive und unbürokratische Wirtschaftsförderung im investorenfreundlichen
Landkreis Heilbronn trägt dazu bei, dass in rekordverdächtigen
fünf Monaten Bauzeit die Kolbenschmidt-Pierburg-Tochter MSI
- Motor Service International - das neue Logistikgebäude im
Gewerbe- und Industriepark Unteres Kochertal in Neuenstadt beziehen
kann.
Dr. Joerg-Martin Friedrich, Vorstand der Kolbenschmidt-Pierburg
AG, war vom Tempo überrascht. Im Juli hatte er mitten im Weizenfeld
beim Spatenstich mitgewirkt. Mitte Dezember zogen 55 der 190 Mitarbeiter
vom Standort Neckarsulm um. Seit Januar werden hier Kolben komplettiert
und Gleitlager zu fertigen Sätzen zusammengebaut. "Eine
einmalige Leistung", betonte Friedrich, der gestern den Festakt
zur Einweihung eröffnete.
Sechs Millionen Euro wurden investiert. Auf dem 1,3 Hektar großen
Grundstück wurde eine Montagehalle mit 7200 Quadratmetern
Nutzfläche hochgezogen. Friedrich unterstrich die "einzigartige
Zusammenarbeit bei der Vorbereitung" zwischen den Behörden
und den planenden Mitarbeitern. Nur neun Tage hatte beispielsweise
die Baugenehmigung gedauert. Friedrich: "Kolbenschmidt ist
sehr überzeugt von dem, was hier entstanden ist. Und wir haben
die Option, dass wir in nicht ferner Zukunft erweitern müssen." Der
Platz am Standort Neckarsulm ist weiterhin beengt. Eine 1,7 Hektar
große Erweiterungsfläche hält Neuenstadt in direkter
Nachbarschaft bereit.
Dass der Firmenbau durch das Bauunternehmen Leonhard Weiss weniger
Zeit in Anspruch genommen hat als die Errichtung eines Ein-Familien-Hauses,
hat auch dem Neuenstädter Bürgermeister imponiert. Mit
dazu beigetragen habe "die aktive und unbürokratische
Wirtschaftsförderung" im investorenfreundlichen Landkreis
Heilbronn, betonte Norbert Heuser. "Es lohnt sich, hier zu
investieren." Das Bekenntnis zum Standort Deutschland sei "die
richtige Antwort auf die leidige Diskussion über die Zukunftschancen
unseres Landes". Eine Investition wie die der MSI sei ein "wichtiges
Signal, das Mut macht".
Die Montage von Autoersatzteilen, die bislang in Neckarsulm umständlich
und daher Zeit raubend an zwei Standorten erfolgten, wurden jetzt
in Neuenstadt zusammengeführt. Froh ist MSI-Geschäftsführer
Hansjörg Rölle, dass dies auch wirklich gelungen ist.
Denn ohne die Zustimmung zum Haustarifvertrag durch Betriebsrat
und IG-Metall "nach harten, aber fairen Verhandlungen" und
der Bereitschaft der gesamten Neckarsulmer MSI-Belegschaft, anstatt
35 künftig 37 Stunden bei gleichem Lohn zu arbeiten, gebe
es das Neuenstädter Werk nicht.
160 Millionen Euro Umsatz war das Ziel von Hansjörg Rölle
im vergangenen Jahr. Das will er 2006 deutlich toppen. 190 Mitarbeiter
hat die MSI am Sitz in Neckarsulm, mit fünf Tochtergesellschaften
400 Mitarbeiter weltweit an Standorten in Brasilien, Tschechien,
Frankreich, der Türkei und Deutschland. Rölle: "90
Prozent des Umsatzes werden im Ausland erzielt, 65 Prozent außerhalb
Zentraleuropas."
Bei MSI Neuenstadt gehen in der eigenen Zollabfertigungsstelle
Waren aus aller Welt für den Auto-Ersatzteilmarkt ein, werden
zusammengesetzt und über den Vertrieb in Neckarsulm in alle
Welt versandt.
Quelle: Rolf Muth Heilbronner Stimme vom 2. Februar 2005
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