Laut NTC-Umfrage legte
2004 besonders die Wirtschaft in Baden-Württemberg
und Nordrhein-Westfalen kräftig zu. „Wachstumsregion
Heilbronn-Franken“ hat daran großen Anteil und gibt
seinem Bundesland den notwendigen „drive“. Für
Investoren ist diese Region von größtem Interesse.
Das geht aus einer Umfrage des britischen Instituts NTC unter
deutschen Einkaufsmanagern hervor, die der FTD vorliegt. Überraschend
schwach schnitten auch Bayern und Hessen ab, die sich selbst stets
als Wachstumsmotor feiern.
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Praktisch alle westdeutschen Regionen haben 2004 einen wirtschaftlichen
Aufschwung mit einer deutlichen Beschleunigung des Wirtschaftswachstums
erlebt", so die Analyse von NTC. "Im Osten hinkte das
Wachstum dagegen weiter dem Westen hinterher, auch wenn sich die
Lage auch hier leicht gebessert hat." Die Ministerpräsidenten
der neuen Länder treffen sich am Montag mit dem zuständigen
Bundesminister Manfred Stolpe, um über den weiteren Aufbau
Ost zu beraten.
Der Nordwesten erholt sich aus der Schwächephase
Laut NTC-Umfrage legte 2004 besonders die Wirtschaft in Baden-Württemberg
und Nordrhein-Westfalen kräftig zu. Auch der Nordwesten Deutschlands
konnte sich von der Schwächephase der Vorjahre erholen. Schlusslicht
unter den großen Westländern war Bayern - ein Ergebnis,
das CSU-Ministerpräsident Edmund Stoiber schmerzen dürfte:
Stoiber hatte sich lange gerühmt, dass es Bayern dank seiner
Wirtschaftspolitik besser gehe als den SPD-regierten Ländern.
Tatsächlich zeigt sich nun, dass sogar das Rot-Grün-regierte
Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr dynamischer gewachsen ist
als der vermeintliche Primus Bayern.
In Nordrhein-Westfalen kletterte der Einkaufsmanagerindex 2004
gegenüber dem Vorjahr um 3,9 auf 53,5 Punkte. Werte über
der Marke von 50 Punkten zeigen ein Wachstum der Wirtschaft in
der Region an, Werte unter dieser Expansionsschwelle ein Schrumpfen.
Je deutlicher Werte über der 50-Punkte-Marke liegen, desto
stärker ist generell das Wachstum. Für Baden-Württemberg
kletterte der Einkaufsmanagerindex um 3,4 auf 54,1 Punkte, für
Bayern lediglich um 1,8 auf 51,9 Punkte.
Schlechter sah die Situation im Osten des Landes aus, wo es nur
wenige Exportunternehmen gibt, die vom kräftigen Exportwachstum
Deutschlands aus dem vergangenen Jahr profitieren konnten: Zwar
konnten sich auch hier die Indizes verbessern, mit 49,5 Punkten
in Sachsen und Thüringen und 50 Punkten in den anderen neuen
Bundesländern erreichte die Wirtschaft aber noch nicht wieder
den Expansionsbereich.
Region Heilbronn-Franken gibt Baden-Württemberg
den „Drive“
Motoren
der positiven Entwicklung in Baden-Württemberg und
der Region Heilbronn-Franken waren und sind eine Vielzahl vorwiegend
mittelständischer Unternehmen der verschiedensten Branchen
und Wirtschaftszweige, die sich durch ein hohes Maß an Flexibilität
und ein überdurchschnittliches Innovationspotenzial auszeichnen.
Das beweist auch eine Untersuchung der IHK Heilbronn-Franken, die
alle Baden-Württembergischen Regionen auf den Prüfstand
genommen und miteinander verglichen hat.
Der aktuelle IHK-Vergleich der Regionen zeigt, dass sich die Region
Heilbronn-Franken in den rund dreißig Jahren ihres Bestehens äußerst
erfolgreich entwickelt hat. Der starke Bevölkerungsanstieg
verdeutlicht die Attraktivität der Region Heilbronn-Franken.
Kennzeichnend für die Region ist insbesondere aber auch die
dynamische Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
und im Verarbeitenden Gewerbe. Bei den ausgewählten Kennzahlen
liegt die Region in ihrer Entwicklung deutlich über dem Landesdurchschnitt
oder ist gar „Klassenbeste“ unter den baden-württembergischen
Regionen.
Die Region Heilbronn-Franken zählt damit zu den dynamischsten
Regionen in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Damit
steht diese Region auch im Blickfeld zahlreicher Investoren aus
der ganzen Welt.
Trend deutet auf weiteres Auseinanderklaffen der Konjunktur
Auch der jüngste Trend deutet auf ein weiteres deutliches
Auseinanderklaffen der Konjunktur in den einzelnen Bundesländern:
Während die Wirtschaft in Baden-Württemberg auch zum
Jahresende weiter kräftig expandierte, hatte die Konjunktur
in Bayern bereits im Frühjahr 2004 ihren Höhepunkt überschritten.
Dies könnte ein Indiz sein, dass die strenge Sparpolitik der
Landesregierung das Wirtschaftswachstum bereits kurzfristig belastet
hat, wie Kritiker gewarnt hatten. Die Landesregierung hatte dies
stets bestritten.
Vorerst wieder vorbei ist den Monatsauswertungen zufolge auch ein
vorsichtiger Aufwärtstrend in Ostdeutschland. Die Wirtschaft
in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern
schaffte es vom Herbst 2003 bis zur Jahresmitte 2004, leicht zu
expandieren, dürfte seitdem aber wieder schrumpfen.
Drei Bundesländer haben Wachstumshöhepunkt überschritten
Auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland scheint der Wachstumshöhepunkt
schon wieder überschritten zu sein. Im Dezember lag der entsprechende
Einkaufsmanagerindex bei 48,4 Punkten - und damit in jenem Bereich,
der eine Schrumpfung der Wirtschaft anzeigt.
Die jüngsten Veröffentlichungen des NTC-Instituts sind
die ersten ihrer Art. Bislang wurden - neben entsprechenden Indikatoren
für andere Länder - von dem Institut einzig Einkaufsmanagerindizes
für Deutschland insgesamt veröffentlicht. Zwar können
die Einkaufsmanagerumfragen nicht eins zu eins in ein Wachstum
des Bruttoinlandsprodukts umgerechnet werden, weil sich die Umfragen
vor allem auf größere Unternehmen konzentrieren. Die
nationalen Umfragen sind aber unter Volkswirten beliebt, weil sie
ein sehr zeitnahes Abbild der Wirtschaftsaktivität der wichtigsten
Branchen geben.
Quelle: Sebastian Dullien Hamburg für Financial Times Deutschland
vom 31. Januar 2005
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