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Baden-Württemberg legt kräftig zu

     
 
 

3.2.05


 

Laut NTC-Umfrage legte 2004 besonders die Wirtschaft in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kräftig zu. „Wachstumsregion Heilbronn-Franken“ hat daran großen Anteil und gibt seinem Bundesland den notwendigen „drive“. Für Investoren ist diese Region von größtem Interesse.

Das geht aus einer Umfrage des britischen Instituts NTC unter deutschen Einkaufsmanagern hervor, die der FTD vorliegt. Überraschend schwach schnitten auch Bayern und Hessen ab, die sich selbst stets als Wachstumsmotor feiern.
" Praktisch alle westdeutschen Regionen haben 2004 einen wirtschaftlichen Aufschwung mit einer deutlichen Beschleunigung des Wirtschaftswachstums erlebt", so die Analyse von NTC. "Im Osten hinkte das Wachstum dagegen weiter dem Westen hinterher, auch wenn sich die Lage auch hier leicht gebessert hat." Die Ministerpräsidenten der neuen Länder treffen sich am Montag mit dem zuständigen Bundesminister Manfred Stolpe, um über den weiteren Aufbau Ost zu beraten.

Der Nordwesten erholt sich aus der Schwächephase

Laut NTC-Umfrage legte 2004 besonders die Wirtschaft in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kräftig zu. Auch der Nordwesten Deutschlands konnte sich von der Schwächephase der Vorjahre erholen. Schlusslicht unter den großen Westländern war Bayern - ein Ergebnis, das CSU-Ministerpräsident Edmund Stoiber schmerzen dürfte: Stoiber hatte sich lange gerühmt, dass es Bayern dank seiner Wirtschaftspolitik besser gehe als den SPD-regierten Ländern. Tatsächlich zeigt sich nun, dass sogar das Rot-Grün-regierte Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr dynamischer gewachsen ist als der vermeintliche Primus Bayern.

In Nordrhein-Westfalen kletterte der Einkaufsmanagerindex 2004 gegenüber dem Vorjahr um 3,9 auf 53,5 Punkte. Werte über der Marke von 50 Punkten zeigen ein Wachstum der Wirtschaft in der Region an, Werte unter dieser Expansionsschwelle ein Schrumpfen. Je deutlicher Werte über der 50-Punkte-Marke liegen, desto stärker ist generell das Wachstum. Für Baden-Württemberg kletterte der Einkaufsmanagerindex um 3,4 auf 54,1 Punkte, für Bayern lediglich um 1,8 auf 51,9 Punkte.

Schlechter sah die Situation im Osten des Landes aus, wo es nur wenige Exportunternehmen gibt, die vom kräftigen Exportwachstum Deutschlands aus dem vergangenen Jahr profitieren konnten: Zwar konnten sich auch hier die Indizes verbessern, mit 49,5 Punkten in Sachsen und Thüringen und 50 Punkten in den anderen neuen Bundesländern erreichte die Wirtschaft aber noch nicht wieder den Expansionsbereich.



Region Heilbronn-Franken gibt Baden-Württemberg den „Drive“

Motoren der positiven Entwicklung in Baden-Württemberg und der Region Heilbronn-Franken waren und sind eine Vielzahl vorwiegend mittelständischer Unternehmen der verschiedensten Branchen und Wirtschaftszweige, die sich durch ein hohes Maß an Flexibilität und ein überdurchschnittliches Innovationspotenzial auszeichnen. Das beweist auch eine Untersuchung der IHK Heilbronn-Franken, die alle Baden-Württembergischen Regionen auf den Prüfstand genommen und miteinander verglichen hat.

Der aktuelle IHK-Vergleich der Regionen zeigt, dass sich die Region Heilbronn-Franken in den rund dreißig Jahren ihres Bestehens äußerst erfolgreich entwickelt hat. Der starke Bevölkerungsanstieg verdeutlicht die Attraktivität der Region Heilbronn-Franken. Kennzeichnend für die Region ist insbesondere aber auch die dynamische Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und im Verarbeitenden Gewerbe. Bei den ausgewählten Kennzahlen liegt die Region in ihrer Entwicklung deutlich über dem Landesdurchschnitt oder ist gar „Klassenbeste“ unter den baden-württembergischen Regionen.

Die Region Heilbronn-Franken zählt damit zu den dynamischsten Regionen in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Damit steht diese Region auch im Blickfeld zahlreicher Investoren aus der ganzen Welt.

Trend deutet auf weiteres Auseinanderklaffen der Konjunktur

Auch der jüngste Trend deutet auf ein weiteres deutliches Auseinanderklaffen der Konjunktur in den einzelnen Bundesländern: Während die Wirtschaft in Baden-Württemberg auch zum Jahresende weiter kräftig expandierte, hatte die Konjunktur in Bayern bereits im Frühjahr 2004 ihren Höhepunkt überschritten. Dies könnte ein Indiz sein, dass die strenge Sparpolitik der Landesregierung das Wirtschaftswachstum bereits kurzfristig belastet hat, wie Kritiker gewarnt hatten. Die Landesregierung hatte dies stets bestritten.

Vorerst wieder vorbei ist den Monatsauswertungen zufolge auch ein vorsichtiger Aufwärtstrend in Ostdeutschland. Die Wirtschaft in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern schaffte es vom Herbst 2003 bis zur Jahresmitte 2004, leicht zu expandieren, dürfte seitdem aber wieder schrumpfen.

Drei Bundesländer haben Wachstumshöhepunkt überschritten

Auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland scheint der Wachstumshöhepunkt schon wieder überschritten zu sein. Im Dezember lag der entsprechende Einkaufsmanagerindex bei 48,4 Punkten - und damit in jenem Bereich, der eine Schrumpfung der Wirtschaft anzeigt.

Die jüngsten Veröffentlichungen des NTC-Instituts sind die ersten ihrer Art. Bislang wurden - neben entsprechenden Indikatoren für andere Länder - von dem Institut einzig Einkaufsmanagerindizes für Deutschland insgesamt veröffentlicht. Zwar können die Einkaufsmanagerumfragen nicht eins zu eins in ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts umgerechnet werden, weil sich die Umfragen vor allem auf größere Unternehmen konzentrieren. Die nationalen Umfragen sind aber unter Volkswirten beliebt, weil sie ein sehr zeitnahes Abbild der Wirtschaftsaktivität der wichtigsten Branchen geben.

Quelle: Sebastian Dullien Hamburg für Financial Times Deutschland vom 31. Januar 2005

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