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Die Musik-Welt steht auf Produkte von König & Meyer

     
 
 

22.2.05


 

Das Wertheimer Unternehmen produziert Musikzubehör, das weltweit neue Qualitätsstandards gesetzt hat. Die neue - drei Millionen teuere - Pulverbeschichtungsanlage ist ein klares Bekenntnis zum Standort.

Die legendären Beatles, die Dire Straits, Reamonn und der neue Stern am deutschen Pop-Himmel, Silbermond, haben mit unzähligen Top-Bands und den besten Klassik-Orchestern der Welt eines gemeinsam: Sie stehen auf Produkte des Wertheimer Unternehmens König & Meyer. "K&M stands for music", ist nicht einfach ein Werbe-Slogan, sondern Unternehmens-Philosophie und -Programm. Kein anderes Unternehmen dieser Branche hat es verstanden, wie König & Meyer durch innovative Ideen und kompromissloses Qualitätsbewusstsein Musikzubehör zu konzipieren, das zum Inbegriff für Perfektion wurde. Notenpulte, Mikrofon- und Instrumentenständer, Boxenstative, Sitze sowie Zubehör für Beleuchtungs-, Beschallungs- und Studiotechnik, die das Werk in Wertheim verlassen, verbinden optimierte Produktionsverfahren und erstklassige Materialien, Funktionalität und Ästhetik. Die Produkte von König & Meyer wurden oft kopiert - und nie erreicht.

Wer in einer schnelllebigen Branche wie der Musik tätig ist, wird auf Dauer nur Erfolg haben, wenn er es schafft, Perfektion mit Emotion zu verbinden und nicht krampfhaft kurzlebigen Produkttrends hinterherläuft, sondern langlebige Standards eigenständig kreiert. Die Firmenleitung ist nie der weit verbreiteten Fehlerkette "alles erreicht, zurück lehnen, Erfolg genießen" unterlegen. Zur Unternehmens-Philosophie des Weltmarktführers gehört der Satz: "Der Erfolg von morgen motiviert uns heute". Warum "König & Meyer" trotz der Lockung der Billiglohn-Länder auf die Produktion in Wertheim "setzt" und wie aus einem Firmennamen ein Synonym für perfekte Qualität wird, erläutern Geschäftsführer Martin König und Marketing-Leiterin Gabriela König im FN-Interview.

FN: Wann wurde K&M gegründet?

Martin König: Am 1. Mai 1949 wurde die Firma von Karl König und Erich Meyer unter der Bezeichnung König & Meyer in Wertheim eingetragen. Mit zehn Mitarbeitern begann die Herstellung von Notenpulten und Gewindelehren in den Räumlichkeiten der ehemaligen Kegelbahn des Fliegerhorstes auf dem Reinhardshof.

FN: Welche Meilensteine markieren die Entwicklung von 1949 bis heute?

Martin König: Da gäbe es sehr viele zu nennen. Wir haben von Anfang an auf kompromisslose Qualität gesetzt. Entsprechend gut war der Absatz und mit der Erweiterung der Produktpalette auf Instrumenten- und Mikrofonständer stieg die Mitarbeiterzahl innerhalb von zwei Jahren auf über 60 an. Wir sind seitdem kontinuierlich gewachsen und haben unzählige Produkt-Innovationen kreiert. Wesentlich für den Erfolg war, dass wir uns nie mit Gutem zufrieden gaben, sondern immer nach dem noch Besseren suchten.

FN: Wo liegen die Produktionsschwerpunkte?

Gabriela König: Bei Musikzubehör und Stativen. Im Kerngeschäft werden vor allem Notenständer, Mikrofon- und Instrumentenständer, Boxen- und Leuchtenstative, Drummersitze, sowie Zubehör für die Beschallungs- und Studiotechnik hergestellt. Neben dem Hauptbetätigungsfeld der Musik begegnet man Erzeugnissen aus dem Hause K&M auch in der Medizintechnik wie Infusionsständer, im Bürobereich beispielsweise EDV-Fußstützen und im Freizeitbereich mit Fahrradliften.

FN: Was zeichnet Ihre Produkte aus?

Gabriela König: Eine der wesentlichen Stärken des Unternehmens sind Produktinnovationen. So sind Standards von König & Meyer im Laufe der letzten Jahrzehnte wie zum Beispiel im Bereich Mikrofonstative, Keyboardständer und -bänke entwickelt und weltweit vermarktet worden, die als Vorbild von vielen anderen genutzt wurden. Sehr wichtig ist unsere konsequente Kundenservicestrategie.

FN: Welche Bedeutung hat die Qualität der Produkte für den Markterfolg?

Gabriela König: Qualität steht an erster Stelle. Innovatives Design, hohe Funktionalität und erstklassige Materialien machen jedes K&M Produkt zu etwas Besonderem. Die Kompetenz wird vor allem in intelligenten Detaillösungen sichtbar. Diese garantieren ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Die Qualität wird durch eine verlängerte Garantiezeit und einen lebenslangen Ersatzteilservice unterstützt.

FN: Wie erreichen Sie ein Optimum an Produktqualität?

Martin König: Erst einmal durch Verwendung erstklassiger Materialien im Fertigungsprozess. Ein weiterer Vorteil zur Qualitätssicherung ist die Tatsache, dass K&M von der Entwicklung und Konstruktion bis hin zur Endfertigung alles aus einer Hand bietet. Die Strategie der hohen vertikalen Integration in der Fertigung ermöglicht es, individuell auf Kundenwünsche reagieren zu können.

FN: Dies bedingt aber ständig hohe Investitionskosten.

Martin König: Das ist richtig. Wir investieren permanent in den Maschinenpark. Moderne Exzenterpressen, neueste Schweißroboter, eine neue Chrom- und Nickelgalvanik, CNC-gesteuerte Dreh-, Fräs-, Draht- und Senkerodiermaschinen im Werkzeugbau, 3D- und 2D-CAD-Anlagen in der Konstruktion und moderne Spritzgussmaschinen in der Kunststoffabteilung sorgen für rationelle Fertigungsprozesse. Die neueste Anschaffung war im letzten Jahr eine Pulverbeschichtungsanlage, die mit zwei parallel arbeitenden Pulverkabinen mehr Effektivität und Effizienz bietet.

FN: Wie hat sich Ihr Unternehmen am Markt positioniert?

Gabriela König: Als Anbieter mit dem breitesten Produktangebot von rund 1500 Artikeln im Musikzubehörbereich hat sich K&M weltweit als Marktführer etabliert. Auch in einzelnen Produktsparten ist K&M Weltmarktführer, wie bei Mikrofonstativen. Der Grundstein hierzu wurde in den 60er Jahren gelegt, als mit den Beatles ein wahrhafter Boom Richtung Live-Musik ausgelöst wurde. Robustes Material für regelmäßige Bühnenauftritte ist damals wie heute sehr gefragt, K&M hat sich als Marke für den Profimusiker etabliert.

FN: Wie hoch ist die Exportquote und wo überall sind Ihre Produkte zu finden?

Gabriela König: Rund 60 Prozent der Produktion wird exportiert. Unsere Produkte sind mittlerweile in 80 Ländern der Welt verbreitet. Schwerpunkte dabei sind Europa, Australien, USA, Kanada und Asien.

FN: Welche Bedeutung messen Sie der Ausbildung und Qualifizierung Ihrer Mitarbeiter bei?

Martin König: Bis heute haben fast 200 Auszubildende ihren Abschluss bei uns gemacht, viele davon mit Auszeichnungen, wie Kammer-, Landes- oder sogar Bundessieger. Einige arbeiten heute in Schlüsselpositionen bei K&M. Zurzeit bilden wir 18 Lehrlinge aus: vier Industriekaufleute, zwei Diplom-Betriebswirte in Zusammenarbeit mit der Berufsakademie Mosbach und zwölf Feinwerkmechaniker. Neben der Ausbildung ist natürlich auch eine permanente Weiterbildung der Mitarbeiter wichtig. Die Qualifizierung und Professionalität der Mitarbeiter ermöglicht uns einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Billiganbietern aus Fernost.

FN: Wie führen Sie das Unternehmen?

Martin König: Die Führungsstrukturen sind so angelegt, dass sie schnelle und unkomplizierte Entscheidungen ermöglichen und dem Einzelnen viel Handlungsspielraum lassen. Dies trägt automatisch zu einer hohen Mitarbeiter-Motivation und zu einem guten Betriebsklima bei.

FN: Gibt es in Ihrer Branche, die von Tradition und Qualität geprägt ist, nennenswerte Innovationen?

Gabriela König: Der Wettbewerb in der Konsumgüterbranche nimmt immer weiter zu. Die Entwicklungszyklen werden kürzer, neue Produkte werden immer schneller kopiert. Das heißt für uns: wir müssen deutlich mehr entwickeln und viel innovativer sein als früher. Die Produkte müssen dabei schnell zur Marktreife gebracht werden. Wir investieren kontinuierlich in Konstruktion und Entwicklung. Durch Sponsoring-Vereinbarungen mit verschiedenen, teils schon sehr bekannten Bands, wie die Söhne Mannheims, Reamonn oder Silbermond, bleiben wir für Trends offen.

FN: Welche Rolle spielen Service und Beratung bei der Vermarktung Ihrer Produkte?

Gabriela König: Kundennähe und perfekter Service sind absolutes Muss. Die persönlichen Beziehungen tragen dazu bei, Vertrauen aufzubauen und Stammkunden zu gewinnen. Viele Kunden kennen wir schon seit Jahrzehnten. Um den Unterschied zur billigeren Konkurrenz zu erläutern, sollen Kunden ein Gesamtbild von dem Mehrwert unseres Produkts und der Leistungsfähigkeit unserer Firma erhalten.

FN: Sie betonen, dass Ihr Unternehmen umweltfreundlich produziert. Wie lassen sich Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen?
Martin König: Umweltschutz ist fest in die Betriebsabläufe integriert. K&M ist sowohl nach dem EG-Umwelt-Audit-Verfahren als auch nach der weltweit anerkannten ISO 14001 Norm zertifiziert. So arbeiten wir seit langem mit geschlossenen Wasserkreisläufen, lösungsmittelfreien Pulverlacken und wirkungsvollen Reinigungs- bzw. Rückgewinnungsanlagen. Schwerpunkt unserer Bemühungen wird zukünftig der Energieverbrauch sein.

FN: Welche Zukunftsperspektiven erwarten Sie für K&M?

Martin König: Der Wettbewerb wird sich weiter verschärfen. Wir nehmen dies als Herausforderung an und werden unsere Produktionsstätten am Standort Wertheim rationell und auf dem neuesten Stand der Technik halten. Gleichzeitig sollen weitere Standbeine im Bereich Lohnfertigung aufgebaut werden. Unsere hochmodernen Anlagen bieten ein noch nicht ausgeschöpftes Potenzial. Gewinnstreben ist dabei nicht alles. Auch die Verantwortung für Mensch, Umwelt und die Region sind für uns ganz besonders wichtig. Unsere Mitarbeiter sollen sich an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen. Zu unserer Unternehmensphilosophie gehört es auch, regionale Aktivitäten, wie kulturelle Veranstaltungen im Kloster Bronnbach oder auf der Wertheimer Burg, um nur zwei von vielen zu nennen, aktiv durch verschiedene Sponsoringmaßnahmen zu unterstützen.

FN: Vielen Dank für dieses Gespräch.
Martin Herrmann

© Fränkische Nachrichten - 19.02.2005

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